Up and down (Deggingen, Bad Ditzenbach)

Auf dem Degginger Berg werden die Wurzeln immer grösser...
Auf dem Degginger Berg werden die Wurzeln immer grösser...
Fast hätte ich ne Erdbeere überfahren...
Fast hätte ich ne Erdbeere überfahren...

Ich schaue auf meinen Baum im Garten, der mir den Wind anzeigt: Kräftig bis saumäßig weht er aus West. Ich ziehe schon mal meine Windjacke an, werfe den Rucksack auf die Schultern und schiebe mein Bike vor die Türe. Bei den Temperaturen streife ich mir die Windjacke gleich mal wieder vom Körper und packe sie in den Rucksack.

 

Ich trete locker nach Aufhausen und von dort geht es die Steig' runter nach Hausen. Ich will gerade links in den Trail einbiegen, da kommt mir ein Ehepaar entgegen und fragt nach dem Weg zu den Autalwasserfällen, was ich sogar beantworten kann. Nun kann ich's laufen lassen. 

Blick vom Jubiläumsweg...
Blick vom Jubiläumsweg...
In der Bildmitte oben - das ist Gosbach...
In der Bildmitte oben - das ist Gosbach...

Auf dem Degginger Berg nehme ich einen Abzweig, den ich eigentlich nicht nehmen wollte / sollte. Erst lande ich in einem Feuchtgebiet mit tiefen Riesenreifenspuren, die mit Schlammwasser gefüllt sind. Geistreicherweise habe ich mich mit meinem Bike für die mittlere Grasnarbe entschieden, kann also weder nach links, noch nach rechts. Und nun enden die Reifenspuren vor dichten Buschwerk... prima. Zurück fahren will ich nicht, also bleibt mir nur der Hüpf nach links über die Schlammspur - prima, heute Abend ist Schuhe putzen angesagt...

Hier waren doch immer Schafe und Ziegen...
Hier waren doch immer Schafe und Ziegen...

Ich sehe eine einsame Erdbeere... bremsen - bücken - Mund auf - und rein. Leider ist sie so klein, dass sich der leckere Geschmack kaum vollmundig im meiner Gaumenhöhle ausbreiten kann. 

 

In dem Moment kommen 2 Radler - nein, erst ne Radlerin, dann der Radler an mir vorbei. Ich schaue Ihnen nach, sehe noch ihre Körper wippen (nein, sie sitzen auf ihren Bikes) und höre das Ein- und Ausfedern der Dämpfer. Ich trete einige Meter, dann steige ich demütig ab. 


Die Steine und Wurzeln sind mir zu hoch, der Weg zu schmal und nach links ist mir der Abgrund dann doch etwas zu nahe am Weg. Irgendwann wird es wieder besser und nach einer prickelnden Abfahrt bin ich in Deggingen.

Endlich wieder ein ebener Weg...
Endlich wieder ein ebener Weg...
Da kannst du mal raten, wie des Bächle heißt...
Da kannst du mal raten, wie des Bächle heißt...

Auf dem Radweg komme ich nach Mühlhausen, dann über den Rufstein nach Gruibingen. Meine Klamotten sind nun durchgeschwitzt und mein Magen verlangt nach Kalorien. Also ab nach Hause. 



Lahn Etappe 4 (Weilburg - Laurenburg)

Ein frischer Morgen - die dicken Regenwolken am Himmel sind hoffentlich in den Tiefschlaf gefallen und wachen vorerst auch nicht mehr auf. Die Koffer sind gepackt, da es heute in ein anderes Hotel geht. Da in Zeiten von Corona nur 2 Menschen (w, m, d) in den Hotelaufzug dürfen, sind Wartezeiten vorprogrammiert.

Nachdem alle Sachen wieder im Auto verstaut sind, fährt mich Anne zum Startplatz nach Weilburg. Ich starte direkt an der Lahn. Der Radweg ist schmal... hoffentlich hält sich da der Gegenverkehr in Grenzen.

Kurz hinter Weilburg...
Kurz hinter Weilburg...

...und es ist heute tatsächlich keine Menschenseele unterwegs. Ich halte die Geschwindigkeit hoch, die Angst vor dem nächsten Regen treibt mich voran.

Währenddessen fährt Anne mit dem Auto nach Villmar...
Währenddessen fährt Anne mit dem Auto nach Villmar...

Bearbeitungsmaschinen für den bekannten Lahnmarmor...
Bearbeitungsmaschinen für den bekannten Lahnmarmor...

Der Abstand zwischen den Pfeilern beträgt jeweils 21,5 Meter. Ganz in der Nähe kann ein Marmormuseum besichtigt werden. Marmor aus Villmar wurde auch bei der Erstellung des Empire State Buildings verwendet.

Villmar - heute von ca. 6.700 Einwohnern besiedelt  - war mal ein bekannter Ort für die Bearbeitung des Lahnmarmors. Es ist daher nicht verwunderlich, dass hier die Brücke über die Lahn aus reinem Marmor ist.

Die Marmorbrücke bei Villmar...
Die Marmorbrücke bei Villmar...

Blick von der Brücke...
Blick von der Brücke...
Oben auf der Brücke ist Anne zu erkennen...
Oben auf der Brücke ist Anne zu erkennen...

Nach weiteren 4 km erreiche ich Runkel mit über 9.000 Einwohnern. Hier wurde früher Bergbau betrieben und auch Wein angebaut.

Die Burg von Runkel...
Die Burg von Runkel...
Die Bannmühle im Hintergrund...
Die Bannmühle im Hintergrund...

Nach einer halben Stunde erreiche ich Limburg an der Lahn. Limburg ist zugleich Kreisstadt mir ca. 35.000 Einwohnern. Im Jahre 910 wurde Limburg erstmals urkundlich erwähnt. Das bekannteste Bauwerk ist der Limburger Dom, der oberhalb der Altstadt angesiedelt. In der Altstadt stehen noch viele Fachwerkhäuser in engen Gassen.

Die Kirche von Dietkirchen (kurz vor Limburg)...
Die Kirche von Dietkirchen (kurz vor Limburg)...
Limburg, der Dom
Limburg, der Dom

Außen eher dunkel...
Außen eher dunkel...
...innen eher hell...
...innen eher hell...
Blick in die Altstadt...
Blick in die Altstadt...

Hier noch einige Eindrücke der Altstadt...

 

Nach einer Altstadtrunde und einer kleinen Stärkung in einem Cafe, geht es weiter in Richtung Laurenburg. Die Lahn muss sich hier durch ein sehr enges Tal quälen. Für den Radweg ist da kein Platz mehr. Deshalb werde ich gezwungen, das Lahntal zu verlassen. die Radwegdesigner schicken mich über einen schweißtreibenden Hügel. Über eine flotte Abfahrt, durch den Fahrtwind werden meine durchgeschwitzten Klamotten wieder trocken, komme ich wieder zur Lahn und zugleich an meinem heutigen Endziel an.

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Lahn Etappe 3 (Von Wetzlar nach Weilburg)

Über das Frühstück im Hotel kann sich wirklich niemand beschweren. Es dauert zwar - koronabedingt kein Buffet - alles etwas länger aber schlussendlich müsste man sich cirka 2 Stunden Zeit nehmen, um in aller Ruhe die servierten Leckereien dem Magen zuzuführen. Das Hotel liegt nicht weit vom Dom entfernt und um diesen haben sich ja genügend Cafes und Gaststätten angesiedelt.

Wir starten direkt am Hotel. Schnell baue ich bei Anne noch den Akku aus, das die elektrische Unterstützung ja ihren Geist aufgegeben hat. Das Gewicht des Akkus schätze ich mal auf 3 Kilo und diese können ruhig im Kofferraum den Tag verbringen.

 

Wir haben gerade den Radweg erreicht, da erreichen uns auch die ersten Regentropfen von schräg oben. Erst mal ignorieren, denke ich und radle weiter. Die nassen Einschläge werden immer schneller und heftiger. Unter einer Brücke - hier stehen schon einige Radler - halten auch wir an und beschließen, wieder ins trockene Hotel zu radeln. 

Nach dem Regen ist alles wieder gut...
Nach dem Regen ist alles wieder gut...

Um ca. 13 Uhr verschwinden die Regenwolken langsam und wir starten. Nach ca. 17 km taucht eine große Baustelle auf, die uns den Weg versperrt. Ein Schild verweist uns in die Hügel. Das Schöne an einem Hügel ist ja, dass es irgendwann wieder bergab geht...

Die Lahn zeigt sich nicht gerade oft. Meist versteckt sie sich hinter Büschen und Bäumen und ist vom Radweg aus kaum wahrnehmbar. Plötzlich geht es auf eine stark befahrene Bundesstraße - das ist gar nicht mein Ding. Nach 300 m geht es Gott sei Dank wieder nach links in einen Radweg.

Was kippt der LKW hier über die Mauer? Ich bin sofort hin gefahren und habe nachgeschaut. Unter der Mauer warteten Güterwagen auf ihre Beladung - der LKW hatte Erde geladen und hatte sich dieser entledigt. 

 

Weiter geht es in Richtung Weilburg, ein Städtchen mit ca. 13.000 Einwohnern. Erstmalig erwähnt wurde Weilburg im Jahre 908 erwähnt. Die Herren von Nassau begannen 1535 mit dem Bau eines herrlichen Schlosses mit angrenzendem Park. 

Das Gebäude von Karlssprudel bei Biskirchen.

Selters in Löhnberg
Selters in Löhnberg

Meinem Rucksack habe ich schon heute morgen sein Regenmäntelchen angezogen. Falls es wieder regnen sollte, wird schon mein Rucksack nicht nass...

Im Hintergrund die Laneburg in Löhneburg... (zwischen Wetzlar und Weilburg)
Im Hintergrund die Laneburg in Löhneburg... (zwischen Wetzlar und Weilburg)


Nun habe ich noch Eishunger, den ich am Bahnhof stillen kann. Mit dem Zug geht es wieder zurück nach Wetzlar in unser Hotel.


Lahn Etappe 2 (Marburg - Wetzlar)

Die 2. Etappe führt uns von Marburg nach Wetzlar. Erst ist eine kleine Stadtrundfahrt in Marburg an der Reihe. Bei der Fahrt durch eine Baustelle sammle ich mal wieder einige Minuspunkte... und das kommt so: 

Ich fahre voraus, es geht leicht bergab und ich lasse meinen Blick schweifen... In letzter Sekunde sehe ich einen Haufen, so wie ihn Hunde hinterlassen, während der/die Hunderhalter/in auffällig unauffällig in den Himmel schauen. Ich kann mein Bike gerade noch um den frisch gesetzten Haufen lenken, während Anne genau diesen voll in der Mitte mit dem Vorderreifen teilt...

Ok, ich bin mit einem Minuspunkt einverstanden...

 

Also Haustiere gibt es im Lahntal...
Also Haustiere gibt es im Lahntal...

Boot- und Kanufahren ist hier beliebt...
Boot- und Kanufahren ist hier beliebt...
Kleine Brücken führen vom linken Ufer aufs rechte - oder umgekehrt...
Kleine Brücken führen vom linken Ufer aufs rechte - oder umgekehrt...

Heute geht es von Marburg nach Wetzlar - obwohl viel zu viele Wolken am Himmel sind. Und der Wind hat auch gut gefrühstückt, kräftig bläst er mir die Falten aus dem Gesicht.

In Fronhausen gibts viele und schöne Fachwerkhäuser...
In Fronhausen gibts viele und schöne Fachwerkhäuser...
Was fehlt ist der blaue Himmel...
Was fehlt ist der blaue Himmel...

Nach ca. 26 km erreiche ich Lollar. Der Radweg führt mitten durch die Stadt. Es ist Sonntag und es ist als ob alle Autobesitzer*innen den Sonntagsbraten in den Ofen schieben. Nix los auf den Strassen - so gefällt mir das. Lollar hat ca. 10.000 Einwohner. Ein großes Industriegebiet ist am Ende des Städtchens angesiedelt. Bis Wetzlar sind es noch ca. 8 Kilometer.

Der Biberbach in Heuchelheim...
Der Biberbach in Heuchelheim...
Wetzlar - absolut empfehlenswert...
Wetzlar - absolut empfehlenswert...
Ein schmales Haus für schmale Menschen...
Ein schmales Haus für schmale Menschen...

Wetzlar, der Dom...
Wetzlar, der Dom...
Ja, ja - die Benediktiner... (sehr sympathisch)...
Ja, ja - die Benediktiner... (sehr sympathisch)...
Die Beschilderung ist vorbildlich...
Die Beschilderung ist vorbildlich...

Wetzlar liegt an der Lahn und am Hang. Unser Hotel liegt in der Oberstadt. Oberstadt bedeutet, dass der Teil der Stadt oben liegt. Für jeden kundigen Radler ein Alptraum. Nur gut, dass es auf halber Höhe jede Menge Flüssigkeitsnachfüllstationen gibt...

Unter dem Köstritzer-Schirm läßt's sich aushalten...
Unter dem Köstritzer-Schirm läßt's sich aushalten...

Wetzlar hat etwas über 53.000 Einwohner und bereits vor 50-000 Jahren lebten dort Menschen. Die steinerne alte Lahnbrücke wurde noch vor dem Jahre 1288 erbaut.


Lahn Etappe 1 (Dautphe - Marburg und zurück)

Heute geht es an die Lahn. Nachts hat es geregnet, was schon am Abend vorher abzusehen war. Meinem Auto wollte ich auch noch eine Wohltat zukommen lassen: Eine Wagenwäsche. Also fahre ich nun nach Laichingen in den Beauty-Salon für Selbstzünder. Kaum habe ich die erste Münze eingeworfen, frischt der Wind deutlich auf... und das Quecksilber im Thermometer marschiert in Richtung Keller. Und schon kann die schwarze Wolke das Wasser nicht mehr halten. 

An der Lahn gibt es in (fast) jedem Dorf Fachwerk...
An der Lahn gibt es in (fast) jedem Dorf Fachwerk...

Der unerwartete Regenguss wird so heftig, dass ich die Wagenwäsche unterbrechen muss und im Auto auf das Ende des Wolkenbruchs warte. In der Zwischenzeit habe ich  nasse Hosen - inklusive Shirt. 

 

Nach einigen Minuten ist der Spuk dann auch vorbei. Auf den gepflasterten Flächen steht das Wasser. Ich setze meine Autoschrubberei fort. Die Waschanlage wurde auch aufgerüstet - alles noch relativ neu. Und es kommt auch nicht nur kaltes Wasser - nein, bei der Schaumbürste kommt tatsächlich Schaum - was immer auch im Schaum drin ist - es schafft ein zufriedenes Saubergefühl.


Ich belade also mein Fahrzeug, befestige die Räder und dann geht's in Richtung Frankfurt. Dauthpe an der Lahn ist das erste Ziel. Ein Parkplatz ist gleich gefunden, die Räder startbereit gemacht und los geht es in Richtung Marburg.

Schon nach einigen Kilometern versagt Annes neues E-Bike seine Dienste. Schöne Bescherung - das Display zeigt lediglich sein schnödes Einheitsgrau - keine Ziffern, keine Daten, keine sonstiges Infos. Also muss Anne heute ohne Akku-Unterstützung treten...

Hier gilt es Spurhalten...
Hier gilt es Spurhalten...


Sonnig und schwitzig - Schlatt, Vögelestal

Eigentlich wollte ich ja heute schon um 9:00 Uhr starten. Aber das Telefon hat mich in wieder mal in Beschlag genommen... Egal, es ist kurz nach 10 Uhr und die Sonne gibt ihr Bestes. Das Auto muss ich noch schrubben, aber das verschiebe ich mal auf den Nachmittag. Ich quäle mich den Augsberg hoch, dann geht es flott über Auendorf in Richtung Gammelshausen. 

Blick auf das Kirchlein in Auendorf...
Blick auf das Kirchlein in Auendorf...
Dieses kleine Häuschen würde mir auch gefallen...
Dieses kleine Häuschen würde mir auch gefallen...

Über Schlatt fahre ich in Richtung Süssen. Die Wege kenne ich noch nicht, aber ab und zu muss man ja mal neue Wege testen...

Da vorne geht's links runter nach Schlat...
Da vorne geht's links runter nach Schlat...
Die Rohrach zwischen Geislingen und der Schimmelmühle
Die Rohrach zwischen Geislingen und der Schimmelmühle



Schön sonnig - Sickenbühlsteige - Geislingen

Frisch gemähtes Gras in meiner Nase - hmm...
Frisch gemähtes Gras in meiner Nase - hmm...
Der Weg ist trocken - das staubt wie bei Skifahren...
Der Weg ist trocken - das staubt wie bei Skifahren...

Von Gruibingen geht's in die Sickenbühlsteige - die bin ich bestimmt schon 5 Jahre nicht mehr gefahren. Fast hätte ich sie gar nicht erreicht, weil mich eine flotte VW-Busfahrerin fast in die Gosse gedrückt hätte. Wobei ich mit "flott" nicht ihr Aussehen meine sondern ihre flotte und rücksichtslose Fahrweise, die sie durch kräftiges Hupen unterstützte. Naja, manche meinen eben, dass Radler zu den Kühen in die Wiese gehören... 

Nun überleg mal, warum hier der Boden mit Dielen ausgelegt ist...
Nun überleg mal, warum hier der Boden mit Dielen ausgelegt ist...
Wiesensteig ist bald in Sicht - es rollt gut...
Wiesensteig ist bald in Sicht - es rollt gut...

Beim Drachenstartplatz kommt mir noch eine Gruppe Radler entgegen, mit Packtaschen. Die können sich eigentlich nur verfahren haben. Nach Wiesensteig nehme ich einen schönen Waldweg, den ich ebenfalls schon Jahre nicht mehr gesehen habe. Über Geislingen erreiche ich wieder Nellingen, wo ich meinen Durst stillen kann.

Das kleine Sträßchen in der MItte des Bildes bringt mich meiner Terrasse näher...
Das kleine Sträßchen in der MItte des Bildes bringt mich meiner Terrasse näher...


Rössle Westerheim - Maultaschen...

Was gibt es denn heute Mittag zu Essen - das ist die Frage, die mich schon seit dem Frühstück quält. Das Frühstück war Rössle Westerheim - Maultaschen...lecker und ausgiebig, mein Magen ist jedoch der Meinung, dass da noch was nachgeschoben werden soll. 

Es ist bewölkt, ab und zu scheint die Sonne - also fast ideal, um feste in die Pedale zu treten und nach einer offenen Kneipe zu suchen. Und da das Wetter sich heute mal wieder freundlich zeigt, wäre ein Biergarten natürlich ideal. 

 

Ok, wir könnten gleich ins Sportheim Nellingen radeln. Doch sollten es ja schon mehr als 200 Meter sein. Aber auch nicht zu weit - sonst wird mein Magen böse... und das möchte ich ihm und mir nicht antun. 

 

Anne gibt die Richtung vor, es geht nach Westerheim. 

In der Mitte der Funkturm von Aufhausen...
In der Mitte der Funkturm von Aufhausen...

Eine Baustelle in Westerheim will uns noch eine Zusatzrunde bescheren. Doch der Hunger treibt uns durch die Baustelle - mit dem Bike war die aufgerissene Strasse jedoch durchaus zu meistern.

Kornblumen - einfach schön...
Kornblumen - einfach schön...

Der Biergarten vom Rössle ist nicht zu übersehen, wenn man hungrig ist. Und es war sogar noch ein Tisch frei - frisch desinfiziert - die Bedienung begleitet uns zum Tisch und die Getränke waren auch gleich bestellt. Auf einer großen Tafel erblickte ich "Maultaschen", und schon hörte ich meinen leeren Magen bestellen: "Maultaschen". Ich widersprach nicht...



Göppingen ruft...

Ein Sandsturm... ähh Wolkensturm kommt auf mich zu...
Ein Sandsturm... ähh Wolkensturm kommt auf mich zu...

Planlos - das passiert mir ja durchaus häufiger - setze ich mich auf meinen Sattel und beginne zu treten. Die Baustelle nach Gosbach runter ist Geschichte, deshalb lasse ich es gemütlich über die halbseitig neu geteerte Abfahrt laufen. 

 

Über Auendorf fahre ich in Richtung Gammelshausen. Auf dem höchsten Punkt angekommen, entscheide ich mich spontan: Der nächste Abzweig rechts... Keine Ahnung wo ich da raus komme... Aha Eschenbach, liegt nochmals 200 Höhenmeter tiefer und von da geht es immer noch weiter bergab nach Göppingen. 

 

Der Rad weg nach Geislingen ist (fast) super gut ausgeschildert. Ich kann mich noch erinnern... vor ca. 25 Jahren orientierte ich mich mehr nach der Sonne, damals war die Beschilderung wirklich noch sehr spärlich. 

 

Links der Bahntrasse radle ich in Richtung Geislingen, da sind nicht so viele Radler unterwegs wie rechts der Bahntrasse. In Geislingen angekommen, bin ich ja fast schon zuhause... und heute mal wieder trocken.



Weidenstetten, Dicke Regenwolken, Flucht, Trotzdem nass geworden...

Ich betätige mich ja noch so ab und zu als Radführer bei der Firma Rösch-Reisen (https://www.roesch-reisen.de/) in Ringingen. Dank Corona wurden ja die ersten Fahrten im Frühjahr abgesagt. Nun darf wieder in Reisebussen - Mundschutz vorausgesetzt - gefahren werden. So werde ab dem 20. Juli auf dem Lahnradweg unterwegs sein, im August an der Maas und im September geht es von Südtirol an die Adria.

Der Himmel ist voller Wolken, aber es hat sich wohl ausgeregnet. Das Thermometer auf der Terrasse zeigt 25 Grad, was mir jedoch etwas viel vorkommt. Ich konsultiere noch das Regenradar: 16 Grad und - wenn ich in Richtung Gerstetten fahren, droht von oben keine Gefahr. Soweit die Theorie...

Das sieht nicht gut aus...
Das sieht nicht gut aus...
Auch über Ettlenschieß  sieht es nicht besser aus...
Auch über Ettlenschieß sieht es nicht besser aus...

Nach ca. einer Stunde Treten schaue ich mal nach rechts zum Himmel... und was ich sehe, sieht nicht gut aus. Kurz darauf erreichen mich auch schon die ersten Regentropfen. Wind kommt auf. Ich schaffe es noch bis zum Waldrand, suche unter einem Baum etwas Schutz, ziehe die Regenhülle über meinen Rucksack und schlüpfe in meine Regenschuhe und ziehe mir die Regenjacke an. Dann fahre ich weiter. Ein Blick zum Himmel und schon habe ich meine Richtung nach den helleren Wolken ausgerichtet.

Nun ist der Weg wieder trocken und ich entledige mich der Jacke - wie angenehm. Ich fahre wieder in Richtung Heimat und bin guter Dinge, dass ich noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen bin. Ok, hat fast geklappt - bis auf die letzten 3 km. Da hat dann die Volldusche eingesetzt - was soll's - wenigstens kein Schnee...


Radschnellweg nach Dornstadt, Eiselau

Eine Schlechtwetterperiode liegt wieder über dem Land. Unschlüssig packe ich dennoch den Regenkittel in den Rucksack, um doch noch eine kleine Runde mit meinem Bike zu drehen. Ich überlege, ob ich das E-Bike nehmen soll - im Falle eines Regengusses wäre ich damit sicherlich schneller zu Hause. Ich entscheide mich dann doch für die antriebslose Variante.

Genau das will ich auch mal - ne Bank für Opi und Omi an einem schönen Ort zum Relaxen...
Genau das will ich auch mal - ne Bank für Opi und Omi an einem schönen Ort zum Relaxen...

In Dornstadt komme ich dann zur Ruhe - erst mal wieder richtig Luft in die Lungenflügel pumpen. Locker flockig pedalliere ich über Vorderdenkental und Radelstetten zu meiner Terrasse zurück.

 

Seit der überwiegend geschotterte Weg entlang der Bahnstrecke (Merklingen - Dornstadt) fertig ist, bin ich ihn schon einige Male gefahren. Anfangs ist es munteres Auf und Ab und wenn man die Strecke nicht kennt, dann ist man geneigt, zu viel zu bremsen. 

 

Je besser die Streckenkenntnis, desto weniger Brems...

Und in der Tat kann ich die Strecke immer schneller  treten - und das macht natürlich Laune.


Ein gutes Pferdchen...
Ein gutes Pferdchen...
Langsam drückt wieder das Blau durch die Wolken...
Langsam drückt wieder das Blau durch die Wolken...

Kurz vor Radelstetten...
Kurz vor Radelstetten...
Die heutige Tour...
Die heutige Tour...


Treffelhausen, Waldhausen Stadelcafe

Ich hab' schon ganz vergessen, wie sie aussieht - die Sonne. Aber heute gibt sie ihr Bestes. Das ist doch gleich ein ganz neues Lebensgefühl: Blauer Himmel, strahlende Sonne, warm und der Wind bläst nicht so heftig wie die letzten Tage.

Wer sich heute nicht bewegt, liegt auf dem Friedhof. Wir füllen die Radflaschen, die sind neu. Meine alte (nein, nicht meine Frau - die Radflasche) setzt innen immer schneller diesen schwarzen Schimmelbelag an, der sich zwar mit Reis relativ einfach wieder entfernen lässt... Du kennst den Reistrick nicht? Einfach  2 Esslöffel Reis in die leere Flasche und kräftig schütteln. Dann etwas Wasser zugeben und wieder kräftig schütteln. Wie von Geisterhand wird der Belag in der Flasche entfernt...

Von Nellingen aus geht es per Bike die Alb runter nach Gosbach. Dort auf den weniger befahrenen Radweg links der Bundesstraße.

Der Spielplatz in Treffelhausen lädt zu einer kleinen Pause ein...
Der Spielplatz in Treffelhausen lädt zu einer kleinen Pause ein...

Gott sei Dank ist der Zaun zwischen dem Strauss und mir...
Gott sei Dank ist der Zaun zwischen dem Strauss und mir...
Ganz schön Betrieb im Stadelcafe...
Ganz schön Betrieb im Stadelcafe...

In Unterböhringen wechseln wir auf den Radweg rechts der Bundesstraße. Anne will noch den Kurgarten in Bad Überkingen besichtigen. Wir schieben unsere Räder durch den Park - aber viel Neues gibt es nicht zu sehen. Bei der Roggenmühle - ein herrlicher Biergarten lockt - wäre eigentlich mal ne Pause angesagt. Jedoch sind schon alle Tische belegt - also steigen wir wieder auf die Räder und fahren an den Fischteichen vorbei. Das Sträßchen steigt immer mehr an und nach einigen Schweißtropfen erreichen wir Treffelhausen. 

 

Treffelhausen existiert schon seit dem 8 Jahrhundert. Im Jahre 1859 brannte das Dorf mit seinen 86 Gebäuden vollständig ab - auch die Kirche St. Vitus (bis auf den Turm). In der Stützmauer der Kirche befindet sich ein Lourdes-Grotte.

Unser Tisch vor der Bestellung...
Unser Tisch vor der Bestellung...

Nach einer kurzen Pause auf Spielplatz in Treffelhausen, geht es vorbei an Böhmenkirch nach Waldhausen. Hier gibt es ein schönes Stadelcafe. Gerade richtig, denn ich habe Durst und Anne genehmigt sich einen Erdbeerkuchen - sehr lecker.

Unser Tisch nach er Bestellung...
Unser Tisch nach er Bestellung...

Manche Einwohner auf der Alb haben ihr Gesicht verloren...
Manche Einwohner auf der Alb haben ihr Gesicht verloren...
Eine wunderschöne Blumenwiese...
Eine wunderschöne Blumenwiese...

Frisch gestärkt geht es dann über Schalkstetten und Stubersheim erreichen wir Amstetten. Den Rest der Strecke könnte ich im Schlaf fahren, so oft habe ich diese Strecke schon hinter mich gebracht...

Eine schöne Tour...
Eine schöne Tour...


Kleine Felsenrunde Oberböhringen

Schon den ganzen Vormittag tröpfelt es vor sich hin. Die Vorhersage war mal wieder besser als die Wirklichkeit. Aber wenn mein Bike schon geschont werden will - meine Beinchen müssen sich etwas bewegen. Anne will einen "Löwenpfad" ablaufen. Insgesamt gibt es 15 dieser sehr gut ausgeschilderten Wanderwege. Die "Felsenrunde" wurde sogar 2018 zu Deutschlands 2.schönstem Wanderweg gekrönt. Also auf geht's...

Der Wanderweg ist weich  - es läuft sich gut...
Der Wanderweg ist weich - es läuft sich gut...

Normalerweise startet die Felsenrunde in Bad Überkingen und dann geht es steil nach oben bis zum Jungfraufelsen. Diesen Teil sparen wir uns jedoch, da bereits der kleine Zeiger der Uhr zwischen der 4 und 5 steht. 

 

Das Auto bringt uns gleich bis kurz vor uf d auf den Wanderparkplatz. Hier stehen auch 2 Wohnmobile: Friedrichshafen und Konstanz erzählen mir die Kennzeichen. Auf dem Weg selbst ist es dann sehr ruhig. Mal ein junges Pärchen, 2 ältere Omas, die wohl Ausschau nach dem nächsten Cafe halten.


Blick ins Filstal und auf Kuchen (nicht der leckere für den Bauch, sondern Kuchen bei Geislingen)
Blick ins Filstal und auf Kuchen (nicht der leckere für den Bauch, sondern Kuchen bei Geislingen)
Ob das Wetter wohl hält?
Ob das Wetter wohl hält?

Auf einer Bank sitzt eine Familie mit Kindern. Die Mutter animiert die Kinder zum Trinken: "Das letzte Mal habe ich 3 Flaschen mitgenommen und alle musste ich wieder voll nach Hause schleppen - das mache ich heute nicht mehr." Recht hat sie.

Der Dorfbrunnen in Oberböhringen...
Der Dorfbrunnen in Oberböhringen...
Hier wird die Gartenarbeit von Zwergen erledigt...
Hier wird die Gartenarbeit von Zwergen erledigt...


Zum Schwager nach Eglofs - auf ein Bier...

Schwager und Schwägerin haben heute - dank Corona - ein Minikaffeekränzchen. Obwohl ich jetzt nicht der Kaffeetrinker bin (mir wird eher schlecht von diesem Gesöff) möchte ich doch durch meine Anwesenheit glänzen. Und da mir die Anreise mit dem Auto doch zu langweilig erscheint, habe ich beschlossen in die Pedale zu treten.

 

Nicht immer ist der freie Blick auf die Iller so ungetrübt...
Nicht immer ist der freie Blick auf die Iller so ungetrübt...
Die Iller bei Illerrieden...
Die Iller bei Illerrieden...

Kurz nach 10 Uhr sind die Reifen prall, die Kette geschmiert und ich bin fahrbereit. Die ersten 30 km fühlen sich saugut an: Über das kleine Lautertal geht es - ständig bergab - bis nach Herrlingen, dann weiter bis Ulm und durch Ulm hindurch. Das stellte ich mir etwas hektischer und verkehrsreicher vor, jedoch an der Blau entlang radelt es sich ziemlich schmerzfrei über die Donau und an die Illerbrücke. Genau hier treffe ich auf den Illerradweg, den ich für die kommenden 64 km nicht mehr verlassen werde.

Das Wetter ist mal so, mal so - manchmal angenehm, manchmal schattig...
Das Wetter ist mal so, mal so - manchmal angenehm, manchmal schattig...

Der Illerradweg ist zu 95% ungeteert, aber immer gut befestigt, so dass es mich nicht aus dem Sattel wirft. Es sind Pfingstferien, deshalb kommen mir auch einige Radlerinnen und Radler mit gefüllten Gepäcktaschen entgegen, auch Familien mit Kindern.

 

Manchmal denke ich dass, neben mir ein See ist, so ruhig und still liegt die Wasseroberfläche - umsäumt von Büschen und Bäumen (siehe Bild nebenan). 2-3 mal geht es von einer Illerseite auf die andere. Es gibt auch lange gerade Abschnitte, die nicht besonders prickelnd sind...


Irgendwo kommt dann ein Schotterabschnitt, der mich an Eisenbahnschotter erinnert. Das Rad rollt nicht gerade ruhig über diese dicken Steine - und die Stöße werden direkt an den Sattel und das darüber liegende Fettgewebe weiter geleitet, wobei ich da auch brüchige Knochen habe...

Hinter Illerbeuren überquere ich - nach einem völlig unerwarteten Anstieg zum letzten Mal die Iller. Ich verabschiede mich anständig und nun geht es vorbei an Ottmannshofen in Richtung Leutkirch. 

Der Name Ottmannshofen erinnert mich an meine Jungend - vermutlich war ich so 18 - 20 Jahre alt... Es war Silvester und wir hatten schon (Landjugendparties waren das damals angesagt) genügend Nichtalkoholisches im Blut, als ein guter Freund auf die Idee kam, seine Tanten in Ottmannshofen zu besuchen...

Es war eine unvergessliche Silvesterparty... und es war gut so.

Ein letzter Blick zurück...
Ein letzter Blick zurück...

Nun habe ich noch ca. 30 km vor mir. Hinter Leutkirch wird es buckliger. Aber ich bin noch gut drauf - es ist ja nicht mehr weit...

Genau da stand ich mit meinem Rädchen - ein Eis wäre gut gewesen...
Genau da stand ich mit meinem Rädchen - ein Eis wäre gut gewesen...


Lonetal und Oberelchingen

Ich muss zugeben, dass die Feiertage bei mir wesentlich beliebter waren, als ich mich noch in der Gruppe der Berufstätigen befand. Wäre der heutige Pfingstmontag ein normaler Arbeitstag, dann wären nicht so viele Radler und Wanderer im Lonetal.

 

Ich nehme heute den schön geteerten Radweg...
Ich nehme heute den schön geteerten Radweg...
Schon vor 600 Jahren gab es solche Wässre...
Schon vor 600 Jahren gab es solche Wässre...

Der Wind bläst heftig aus Richtung Ost - das ist in etwa genau meine Richtung, in die ich fahren will. Dann habe ich wenigstens auf der Heimfahrt Rückenwind, denke ich so bei mir. Im Lonetal komme ich an einem Nachbau einer alten "Wässre" vorbei. Wobei das eigentlich ein gelungener Nachbau ist. Schon vor 600 Jahren gab es in der Lone solche Wässre. Das sind Stauwehre, die zur Bewässerung der Felder oder auch zur Bekämpfung von Wühlmäusen und Maulwürfen dienten. Das Stauen der Bäche führte zu langen Streitigkeiten zwischen den Müllern und Bauern... denn die Müller brauchten das Wasser, um ihre Mühlen zu betreiben. 

 

Auf einem relativ kurzen Lonetalabschnitt gab es 18 dieser Stauwehre. Und der Streit um das Wasser der Lone dauerte 400 Jahre.

Die Nau bei Langenau...
Die Nau bei Langenau...

Die Nau entspringt im Westen von Langenau bei einem Naturfreundehaus und gibt auch der Stadt ihren Namen. Sie ist ca. 21 km lang und fließt bei Günzburg in die Donau. Die Karstquelle schüttet im Mittel ca. 230 Liter pro Sekunde.  

 

Langenau hat über 15.000 Einwohner und es ist ziemlich unbekannt, dass Langenau und Umgebung eines der quellreichsten Gebiete Deutschlands ist. Mit diesem Wasser werden mehr als 3 Millionen Einwohner in Baden Württemberg mit Trinkwasser versorgt.


Klosterkirche Oberelchingen...
Klosterkirche Oberelchingen...
Die Felder bei Tomerdingen...
Die Felder bei Tomerdingen...

Kurz vor Radelstetten treffe ich auf ein paar Ziegen...
Kurz vor Radelstetten treffe ich auf ein paar Ziegen...