Westerheim, Donnstetten, Feldstetten, Suppingen

Gestern war mal wieder ein herrlicher Tag - blauer Himmel, aber die Luft frisch... Ich dachte, was gestern gut war, kommt heute wieder. Weit gefehlt. Ich blicke aus dem Fenster - trübe Nudelsuppe - ah ich meine natürlich Nebelsuppe. Geplant ist unsere wöchentliche Rentnerausfahrt. Dieser Plan wird jedoch (leider) verworfen. Da ich schon in den Radklamotten stecke und zu faul bin, mich jetzt wieder umzuziehen, ziehe ich mein Bike aus der Garage, schiebe meine gefüllte Radflasche in die Halterung und schwinge mich aufs Bike. Weitere 2 unerschrockene Radlfreunde gesellen sich zu mir bevor wir gemeinsam Nellingen in Richtung Westen verlassen.

ln den Feldern vor Oberdrackenstein... sehr nebulös...
ln den Feldern vor Oberdrackenstein... sehr nebulös...
100 Höhenmeter weiter oben gibt's Sonne pur...
100 Höhenmeter weiter oben gibt's Sonne pur...

Vorbei an Oberdrackenstein radeln wir nach Westerheim. Wir überlegen, ob wir in einer Gaststätte unserem Magen was Gutes zukommen lassen sollten - verwerfen aber diesen Gedanken und holen uns statt dessen in einer Metzgerei einen leckeren Leberkäs-Semmel. Ich erwische noch ein großzügig geschnittenes Endstück - die Power geht sofort in die Oberschenkel... Ich kann also wieder in die Pedale treten.

Hm... Zwetschgenkuchen... ich könnt mich reinlegen...
Hm... Zwetschgenkuchen... ich könnt mich reinlegen...

Über Donnstetten, Feldstetten und Suppingen gönnen wir uns noch eine Schleife über Laichingen. Eine kurze steile Rampe bringt uns auf den Bleichberg (774 m hoch). Hier war früher mal eine Mühle, bei der ein Windrad mit 12 m Durchmesser und 82 Schaufeln installiert war. Ein schwerer Sturm beschädigte jedoch das Windrad so stark, dass es wieder demontiert werden musste. Auch brachte es nicht die erhoffte Leistung von 12 PS.

2 Stück vom obigen Zwetschgenkuchen brachte meine Lebensgeister sofort wieder zurück... Das anschließende Hefeweizen verdrängte jene jedoch wieder aus meinem Körper und schickte diesen ins Land der Träume...


Gosbach, Rohrachtal, Vögelestal

Ich bin immer  noch müde - der gestrige Tag und vor allen Dingen der feucht fröhliche Abend zuvor - haben mich einfach zu wenig schlafen lassen. An manchen Tagen brauche ich dann schon meine kurze Sofa-Session, um meinen Geist wieder auf 100 Prozent zu bringen. 

Da vermutlich der vorletzte warme Tag (oder gar der letzte) dieses Jahres angesagt ist, will ich mir noch einmal die Beine an der frischen Luft vertreten. Mein Bike habe ich erst vor einigen Tagen aus dem Krankenhaus abgeholt, da es die Luft im Dämpfer nicht mehr halten konnte und der Verlust von einigen 

Der Radweg in Richtung Geislingen...
Der Radweg in Richtung Geislingen...

Zähnen der Zahnkränze zu beklagen war ... Ja, bei der hinteren Bremse fehlte der Belag - was beim Bremsen den Stillstand etwas in die Länge zog. Nun ist aber wieder alles in bester Ordnung - ich bin begeistert. Aber heute bin ich nur für eine ruhige Tour gut - und das ist auch gut so. Schlussendlich wartet Kuchen und Kaffee auf mich.


Eglofsrundfahrt

Kühe sind im Allgäu nicht unbedingt selten...
Kühe sind im Allgäu nicht unbedingt selten...

Brrr, es ist verdammt frisch heute morgen - der blaue Himmel verspricht wohlige Wärme, wenn auch erst später mal... irgendwann. Wir sind heute zu sechst und wir haben eine kleine Rundfahrt im Allgäu geplant. 

 

Meine Lungen saugen die kühle Luft dankbar - nach dem gestrigen Abend - ein und versorgen so meinen noch etwas müden Körper mit dem nötigen Sauerstoff. Anfangs ist die Streckenführung recht hügelig. Dann wird es etwas stressfreier. Im Rössle Haselburg ist der Mittagstisch für uns gedeckt. Da lassen wir uns gerne nieder... 


Rosen (fast) zu groß wie Sonnenblumen...
Rosen (fast) zu groß wie Sonnenblumen...
Noch sind keine Vögel in Sicht...
Noch sind keine Vögel in Sicht...
Am Biesenweiher...
Am Biesenweiher...

Nachdem wir unsere Körnerspeicher wieder aufgefüllt haben, geht es weiter über Eggental und Argenbühl geht es zurück an den Startpunkt Eglofs.

Sorry, wir haben kein Futter...
Sorry, wir haben kein Futter...


Von Südtirol an die Adria

Vom 20.09.2021 - 25.09.2021 war ich als Radguide unterwegs mit Bayer-Reisen aus Ehingen und ich möchte eine kleine Beschreibung der einzelnen Etappen und einige Bildchen nicht vorenthalten...

Tag_1: Am Montag hat uns der Bus am Kalterer See ausgespuckt. Wir sind dann bei Sonnenschein und etwas Gegenwind den Etschradweg entlang geradelt, kein Regen. Einmal links der Etsch, dann mal wieder rechts der Etsch ging es hügel- und problemlos in Richtung Trient. In Lavis, das liegt so ca. 10 km vor Trient, sind wir wieder auf unseren Bus gestoßen. Nachdem unsere Räder im Anhänger verstaut waren, wurden wir ins Hotel Elite nach Levico Terme gefahren, wo wir die erste Nacht im Hotelbett genossen. 

 

Der Etschradweg... besser geht nicht...
Der Etschradweg... besser geht nicht...

In der Nähe von Mezzocorona...
In der Nähe von Mezzocorona...

Tag_2: Start war in Lavis, unserem gestrigen Ziel. Nach 10 Kilometern stiegen wir in Trient beim Neptunbrunnen auf dem Domplatz von unseren Rädern. Dann ging es quer durch ganz Trient hindurch und manche Mitradler können sich sicherlich noch an den berüchtigten Rechtsabzweig erinnern, der uns über einen sehr steilen Weg ca. 300 hm höher brachte. Die erste Ortschaft, die wir erreichten war Montignano. Über Cognolo ging es weiter nach Civezzano und Pergine. In Pergine hatten wir Zeit für eine Stärkung am Bus. Vorbei am Caldonazzo See und dem zugehörigen Dorf Caldonazzo kurbelten wir weiter bis 


Der höchste Punkt ist erreicht...
Der höchste Punkt ist erreicht...
Eine kurze Verschnaufpause muss ab und zu sein...
Eine kurze Verschnaufpause muss ab und zu sein...

nach Borgo im Valsugana. Der Bus brachte uns zurück ins Hotel nach Levico Terme.

Tag_3: Nachdem – und wir schreiben in der Zwischenzeit Mittwoch, den 22.09. anno domini 2021 – starteten wir in Borgo. An diesem Tag war das Tal der Brenta angesagt. Nachdem wir in Ospedaletto auf die Besichtigung der verschlossenen Kapelle Madonna della Rocchetta notgedrungen verzichteten, schoben wir unser Bike durch Grigno, ein kleines Dorf mit alten aber sehenswerten Häusern. Zur Mittagszeit erreichten wir den Biergarten Cornale. Diverse Pizzen und Spaghetties zierten unsere Teller. Nach einem kleinen Rundgang durch Bassano del Grappa nahm uns unser Bus wieder auf und brachte uns für eine weitere Nacht – die letzte – ins Hotel in Levico Terme.

Ein Blick auf den Caldonazzo See...
Ein Blick auf den Caldonazzo See...

Verlockend - aber wir blieben standhaft...
Verlockend - aber wir blieben standhaft...

Tag_4: Heute musste erst eine Bergetappe mit dem Bus überwunden werden. Start war dann in Follina. Der Collalto war schnell bezwungen – er konnte uns nach der Trienter Bergetappe (Tag 2) nicht mal mehr ein müdes Lächeln entlocken. Die Abfahrt vorbei am Castello di Salvatore in das Städtchen Susegana ließ unsere Schweißperlen schnell wieder trocknen. Am Sportplatz in Maserada sul Piave hatte unser Busfahrer wieder die Tische und Bänke aufgestellt, auf denen wir gerne Platz nahmen, um ein paar Körner einzuwerfen. Kurze Zeit später war eine Besichtigung des Blautopfs 

 


im Miniformat angesagt. Zum Ausklang schoben wir unsere Drahtesel noch durch die Fußgängerzone von Treviso und rollten gemächlich zum Rugbystadion, wo der Bus bereits auf uns wartete und uns zu unserem 2. Hotel in Marcon (Antony Place) kutschierte.

Eine hübsche Kapelle am Waldrand...
Eine hübsche Kapelle am Waldrand...
In der Nähe von Grigno...
In der Nähe von Grigno...

Weiter geht es in Richtung Bassano del Grappa...
Weiter geht es in Richtung Bassano del Grappa...
EIne Runde durch Bassano del Grappa...
EIne Runde durch Bassano del Grappa...

Tag_5: Erst mal wieder zum Rugbystadion per Bus. Dann an den Sile – es heißt übrigens der Sile nicht die Sile – alle schönen Dinge des Lebens sind nämlich maskulin – dies nur am Rande. Oh ich weiß, nun habe ich wieder Mi

nuspunkte bei einem bestimmten Geschlecht… aber für die Frauen hatten wir ja schon die Brenta… und Gleichberechtigung muss sein…

 

An dem naturbelassenen Sile entlang zu treten war sicherlich Labsal für die Seele – zumindest ich finde die kurvenbetonte Strecke super. Wobei ich beim Studium von Kurven ja schon einmal vom richtigen Weg abgekommen bin (als meine Augen sich an 2 jungen Hübschen festgebissen hatten)… Nachdem wir auch die lange Gerade vor Jesolo hinter uns gebracht hatten, konnten wir schlussendlich unsere Beinchen in der Adria wieder abkühlen lassen. Eine Portion Eis, die in seiner Üppigkeit nicht getoppt werden kann, setzte der Radlwoche einen würdigen Schlussakzent.

Treviso...
Treviso...

von Kurven ja schon einmal vom richtigen Weg abgekommen bin (als meine Augen sich an 2 jungen Hübschen festgebissen hatten)… Nachdem wir auch die lange Gerade vor Jesolo hinter uns gebracht hatten, konnten wir schlussendlich unsere Beinchen in der Adria wieder abkühlen lassen.

 

Eine Portion Eis, die in seiner Üppigkeit nicht getoppt werden kann, setzte der Radlwoche einen würdigen Schlussakzent.

Tag_5: Erst mal wieder zum Rugbystadion per Bus. Dann an den Sile – es heißt übrigens der Sile nicht die Sile – alle schönen Dinge des Lebens sind nämlich maskulin – dies nur am Rande. Oh ich weiß, nun habe ich wieder Minuspunkte bei einem bestimmten Geschlecht… aber für die Frauen hatten wir ja schon die Brenta… und Gleichberechtigung muss sein…

 

An dem naturbelassenen Sile entlang zu treten war sicherlich Labsal für die Seele – zumindest ich finde die kurvenbetonte Strecke super. Wobei ich beim Studium 

An der Sile...
An der Sile...

Links der Sile - momentan nicht sichtbar...
Links der Sile - momentan nicht sichtbar...
Nun gehts noch an den Lido...
Nun gehts noch an den Lido...

Der Strand (fast) menschenleer...
Der Strand (fast) menschenleer...
Wäre ein Schiff da gewesen - ich wäre eingestiegen...
Wäre ein Schiff da gewesen - ich wäre eingestiegen...


Wenn du dir mal die einzelnen Strecken zu Gemüte führen willst, dann kannst du dir diese hier anschauen...





Eine Geschichte aus meinem 18. Leben...

Bevor ich morgen mal wieder mit einem Bus voller Radlerinnen und Radler am Kalterer See starte, um in 5 Tagen in Lido di Jesolo hoffentlich ohne nennenswerte Verluste anzukommen, möchte ich noch kurz eine kleine Geschichte aus meinem 18. Leben zum Besten geben...

Hintergrund: Als meine Kinder noch klein waren, habe ich ihnen und ihren Freunden abends bei Kerzenschein auf dem Campingplatz ab und zu Geschichten aus meinem "früheren Leben" erzählt. Ich konnte ihnen glaubhaft machen, dass ich vor langer Zeit schon mal als Kamel, Elefant oder Kanarienvogel usw. geboren wurde. Da ich ja nun mit 2 Enkelinnen gesegnet bin, habe ich mir gedacht das ich mal wieder eine Geschichte aus einem meiner früheren Leben erzählen sollte...


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Zwei von drei im Krankenhaus...

Ich geb's auf - die ganze Radlerei - einfach Schrott. Nein, nicht ich - die verflixte Hardware. Am letzten Mittwoch hat mir der Dämpfer meines Mountainbikes den Dienst versagt. Ich verstehe ja, wenn mir die Luft ausgeht - aber dem Dämpfer, der ist doch stahlhart und immer einsatzbereit.

Ok, ich bringe also mein Bike zum Händler meines Vertrauens, der sitzt übrigens in Laichingen und ist echt empfehlenswert. Er wird den Dämpfer einschicken... Und dann ist mir noch aufgefallen, dass mir die Kette ein paar Zähne aus dem hinteren Zahnkranz gerissen hat - böse Kette. Ich werde sie also auch tauschen, die Ritzel natürlich auch. Ja und die hinteren Bremsbeläge auch, die müssen mir die Mäuse abgeknabbert haben.

Notgedrungen habe ich dann mein Rennrad wieder gesattelt. Schon nach ca. 5 Kilometern fiel mir das eigenwillige Schalten meines Antriebs auf. Ich denke dann so bei mir, dass ich die Schaltung mal wieder einstellen könnte. Und wie ich so denke - also nicht allzu schnell, da kommt ne kleine Rampe, die nach einem kleineren Gang schreit - ich schalte - und die Kette springt auf das kleinste Ritzel.

Was soll denn das? Jeglicher Versuch, die Kette eine Stufe nach oben zu lupfen, scheitert jämmerlich. Ne, so kann ich ja nicht weiterfahren. Also Handy raus und meinen familieninternen Abschleppdienst angerufen. 

Blick vom Blautal nähe Blaubeuren auf das Rusenschloss...
Blick vom Blautal nähe Blaubeuren auf das Rusenschloss...

Der brachte mich dann sicher auf 4 Rädern wieder nach Hause - auch mein Rennrad. Da ich beim Rennrad noch nie einen Schaltzug gewechselt habe, werde ich diesen Job auch an den Onkel Raddoktor vergeben.

Das Rusenschloss, erbaut 1080...
Das Rusenschloss, erbaut 1080...

Also nehme ich mein treues Reiserad, das mich schon in Russ-, Est- und Lettland begleitet hat. Auch in Littauen und Polen bis nach Slowenien hat es nie auch nur im Ansatz gestreikt. Naja, bis auf Rotterdam, mitten in der Stadt wollte es mal plötzlich nen neuen Schlauch auf der hinteren Felge haben. Den habe ich ihm dann auch gegönnt.

 

Und auf dem Reiserad vertrete ich mir nach dem Debakel mit dem Rennrad noch etwas die Beinchen und fahre der schönen Blau (Rusenschloss) entlang.


Zwei Räder sind also im Krankenhaus und lassen sich operieren. Mein Reiserad möchte auch mal ins Tannheimer Tal. Diesen Wunsch erfülle ich ihm gerne. Und ich möchte heute mal nicht direkt im Tannheimer Tal sondern von weiter unten, von Bad Hindelang starten...

In Bad Hindelang angekommen, biege ich auf den Touriparkplatz... mich überkommt Schockstarre... alles voll. Auch am Straßenrand... gibt es hier irgendwas umsonst? Der Abzweig zum Liftparkplatz liegt schon hinter mir - da wäre bestimmt noch was frei gewesen.

 

Also beschließe ich nach Immenstadt zu fahren. Da ist auch der große Alpsee, wann war ich das letzte Mal hier? Ja, mit unserer Fitnessgruppe bei einem feucht fröhlichen Radlwochenende - aber das liegt schon Jahre (oder Jahrzehnte?) zurück. 

Parkplätze gibt es hier ohne Ende. Ich befreie mein 

Sanfte Hügel auf der Nordseite des großen Alpsee...
Sanfte Hügel auf der Nordseite des großen Alpsee...

Reiserad vom Radträger, klemme die Radflasche in den Halter, knipse mein GPS-Gerätchen an den Lenker und trete in die Pedale.

Im Hintergrund eine schöne Kirche, da fahre ich mal näher hin...
Im Hintergrund eine schöne Kirche, da fahre ich mal näher hin...
Ach ja, Oberstaufen, da gibt es die Schrottkuren, oder Schrotkuren, oder Schrothkuren???
Ach ja, Oberstaufen, da gibt es die Schrottkuren, oder Schrotkuren, oder Schrothkuren???

Weiter geht es in Richtung Zell. Irgendwo ist eine Umleitung für den Autoverkehr. Wenn dann der Radweg mal auf die andere Straßenseite wechselt (und das ist bestimmt auf 500 Metern 2 x der Fall), muss man schon den sowieso im Stau stehenden Gaspedaldurchdrückern mit Bestechungsgeldscheinen winken, damit mal einer auf die Bremse steht, um einem armen Radler eine Straßenüberquerung zu gönnen.

Ich bin begeistert von dieser schönen Landschaft...
Ich bin begeistert von dieser schönen Landschaft...
Blick auf Zell (ja ich weiß - es gibt viele Zell's)...
Blick auf Zell (ja ich weiß - es gibt viele Zell's)...

Kurz vor Zell fahre ich auf 2 E-Bikeradlerinnen auf. Da ich an der Landschaftsstruktur erkennen kann, dass bald die E-Bikefahrerinnen wieder im Vorteil sein werden, vermeide ich ein Überholen derselben und greife liebe zum Handy, um ein Foto zu machen.

Links hinter dem Wald raucht einer sein Pfeiflein...
Links hinter dem Wald raucht einer sein Pfeiflein...
Endlich mal ein Straße ohne Verkehr...
Endlich mal ein Straße ohne Verkehr...

Diepolz und Knottenried kenne ich bislang nur aus Erzählungen. Die Gegend ist besonders unter Skilangläufern bekannt. Diepolz erreiche ich - durchgeschwitzt - aber es kann durch niemanden protokolliert werden. Denn es ist kein Mensch auf den Straßen.

Diepolz liegt ca. 1000 m hoch...
Diepolz liegt ca. 1000 m hoch...
Blick auf den Niedersonthofener See...
Blick auf den Niedersonthofener See...

Die Straße nach Niedersonthofen ist gesperrt. Aber gilt dieses Durchfahrverbot auch für Radler. Ich denke nicht -  und fahre weiter. Es geht nun auch immer schön bergab - 15% - das ist richtig funny. Nun kommen immer mehr von diesen Schildern "Durchfahrt verboten, Baustelle". Aber jetzt bin ich schon so weit... da gibt es kein zurück mehr.

Die Schutzengelkapelle...
Die Schutzengelkapelle...

Und es geht immer noch bergab. Wenn jetzt eine Baustelle kommt... ich fahre nicht mehr zurück. 

Und es kommt die Baustelle - ich bin fast ganz unten. Ich überlege schon, ob ich den restlichen Abhang auf der Bergwiese fahren könnte. Aber es ist verdammt steil. Der erste Bauarbeiter sieht mich - gibt dem Baggerfahrer ein Zeichen - winkt mich durch...

Nach 100 m blockiert wieder ein Bagger die ganze Straße... Ich bremse, halte an und warte bis mich der Baggerfahrer registriert... der rollt sein schweres Gerät an den Rand und winkt mich durch - ich bin begeistert.


An dieser Stelle nochmals ein herzliches Danke an diese Straßenarbeiter. Ich habe in meiner Laufbahn auch schon andere kennengelernt. Ich umrunde noch den Niedersonthofener See und rolle locker wieder in Richtung Immenstadt. 


Wieder aufgewacht...

Das Wetter verdirbt mir echt die Lust am Schreiben... Und Bilder mit Regetropfen auf der Front habt ihr ja selber genügend vor Augen. Vielleicht kommt nun der Sommer in allerletzter Minute doch noch. Demnächst fahre ich auf jeden Fall mal ins Tannheimer Tal - dort möchte ich noch einige Touren mit meinem Bike unternehmen.

Als meine Kinder noch klein waren, habe ich ihnen und ihren Freunden abends bei Kerzenschein auf dem Campingplatz ab und zu Geschichten aus meinen "früheren Leben" erzählt. Ich konnte ihnen glaubhaft machen, dass ich vor langer Zeit schon als Kamel, Elefant oder Kanarienvogel usw. geboren wurde... Da ich nun ja mit 2 Enkelinnen gesegnet bin, habe ich mir gedacht, dass ich vielleicht mal eine Geschichte aus einem meiner früheren Leben erzählen sollte.


Kleiner Arber, Chamer Hütte, Großer Arber

Ferienhotel Hubertus - hier kann man's aushalten
Ferienhotel Hubertus - hier kann man's aushalten

Auf den großen Arber wollte ich ja schon lange. Eigentlich mit den Ski (alpin oder Langlauf) aber dazu hat es bislang nie gereicht. Nun versuche ich das eben mal mit meinem Radl. Meine grobe Tourenplanung spricht von ca. 22 km bergauf und im Anschluss 22 km bergab - mit einigen Wellen. Das Bergauf hört sich zwar weit an - 22 km - aber da es moderat noch oben geht und die knackigen und scharfen Rampen fehlen, bin ich guter Dinge. 

In Schareben muss ein Gasthaus stehen...
In Schareben muss ein Gasthaus stehen...
Montags leider geschlossen (und heute ist Montag)...
Montags leider geschlossen (und heute ist Montag)...

Es ist sonnig, die Temperaturen jedoch noch angenehm. Die Bäume im bayerischen Wald spenden den nötigen Schatten. Ich höre ein leises Surren von hinten. Ein E-Biker Pärchen überholt mich - die Frau (oh nein, ich habe nur auf das Rad geschaut) sitzt auf einem nagelneuen blauen E-Bike, der Mann auf einem älteren Vorkriegsmodell mit Satteltaschen. Und es geht weiter bergauf. Vermutlich hat sich der Vorkriegsmodellfahrer nicht mit der nötigen Leidenschaft mit dem Streckenverlauf seiner Tour beschäftigt. An einer Wegespinne treffe ich wieder auf das momentan ratlos wirkende Pärchen - nun der Mann auf dem nagelneuen blauen E-Bike und die Frau auf dem Vorkriegsmuseumsmodell...

Schilder über Schilder...
Schilder über Schilder...

Da ich weiß, wo es lang geht - kurble ich weiter... bergauf. Das Pärchen hat die Verfolgung aufgenommen. In Schareben - eine kleine feine Hochfläche mit Gasthaus - lege ich ne Pause ein. Und wie ich so pausiere, kommt auch das beschriebene Pärchen wieder angerollt. Er: fluchend... "Da haben wir uns E-Bikes gemietet und der Akku schafft es nicht mal bis hier hoch". 

Endlich mal ein flacher Abschnitt...
Endlich mal ein flacher Abschnitt...

Die Frau beschwichtigt: "Er hat uns ja einen 2. Akku mitgegeben...". Der Mann (auf dem neuen blauen Bike mit gutem Akku) ist sichtlich erschöpft und tut lautstark kund, dass er nicht mehr weiter auf den Arber fährt und überdies findet er es überhaupt nicht gut, dass das Gasthaus Schareben montags (und es ist Montag) geschlossen hat. Auch ich bedaure das, erkläre aber - bevor er mich in was reinzieht wo ich nicht mehr raus komme, dass ich nun die nächste links nehme und beginne zu treten.

In der Bildmitte - man kann es eigentlich nicht erkennen - die Chamer Hütte...
In der Bildmitte - man kann es eigentlich nicht erkennen - die Chamer Hütte...
Es kann nicht mehr weit sein... der große Arber...
Es kann nicht mehr weit sein... der große Arber...

Etwas unterhalb des kleinen Arbers geht es weiter zur Chamer Hütte. Hier ist erst mal ne Stärkung angesagt. Also gleich die Maske aus dem übersichtlich gepackten Rucksack gekramt, dann diese übers verschwitzte Gesicht gestülpt - was den Schweißproduktionsprozess mitnichten stoppt - und ein Radler bestellt. Und das schmeckt kann ich euch sagen und gibt Kraft, die sofort in die Oberschenkel geht und sich dort wir eine Zecke festsetzt. 

on der Chamer Hütte gehts dann erst mal wieder bergab durch eine Mulde, bevor die (fast) letzte Steigung zum Großen Arber den Puls wieder nach oben treibt. Aber die Mühe lohnt sich, ein gigantischer Rundblick über den Bayerischen Wald trifft auf meine Augen - ich bin begeistert. 

 

Von nun an geht es bergab - und das ist gut so. Meine Körner sind so ziemlich aufgebraucht und da kommt es mir schon entgegen, wenn das Rädchen mal einfach so 15 Minuten am Stück rollt, ohne dass ich meine 

Von Weitem dachte ich, die weißen Kugeln wären Vanilleeis...
Von Weitem dachte ich, die weißen Kugeln wären Vanilleeis...
Blick vom Großen Arber auf den Kleinen Arber See...
Blick vom Großen Arber auf den Kleinen Arber See...
Blick von der St. Barbara Kapelle auf Bodenmais...
Blick von der St. Barbara Kapelle auf Bodenmais...

Beinmuskulatur in Zuckungen versetzen muss. Ok, es kommen noch einige kleine Wellen bevor ich mich in Bodenmais auf der Terrasse meines Nachtlagers niederlassen kann.

S'Kapellale St. Barbara...
S'Kapellale St. Barbara...
Dr Holzmichl?
Dr Holzmichl?


Silberbergrunde Bodenmais

Das dauert heute wieder - und ich bin wirklich flott unterwegs - noch schneller kann ich mein Fahrzeug nicht beladen. Taschen rein in den Kofferraum, Radträger auf die Anhängerkupplung, Rad auf genau diesen (nicht die Anhängerkupplung, Rad auf den Radträger meine ich) und dann starte ich durch. Die Fahrt geht nach Bodenmais im Bayerischen Wald,

 

Das Quartier ist schnell gefunden - dank Navi. Ferienhotel Hubertus - übrigens sehr zu empfehlen. Alles ist neu renoviert und macht einen super Eindruck - alles passend zum Haus eingerichtet. Hubertus, der Schutzpatron der Jäger und Forstleute hätte hier seine helle Freude, würde er die Wandbilder, Geweihe und Exponate sehen können. Das Rad kann ich in der sehr geräumigen Garage unterbringen, der Parkplatz davor ist in der Lage, die Fahrzeuge aller Gäste aufzunehmen. 

 

Schnell also ausgepackt, rein in die Radklamotten und die erste Runde, die sich mir anbietet, in Angriff genommen: Die Silberbergrunde. Die Tour geht erst mal durch Bodenmais, dann links hoch und gleich bin ich falsch. Ich bin auf dem schönen Weg geblieben. Der richtige Weg - ein ausgeschwemmter Grobschotterweg, geht rechts ab... ok... und schon komme ich ins Schwitzen, was der unerwarteten Steilheit geschuldet ist. Die Überlegung, ob ich nun vielleicht doch die falsche Runde gewählt habe, wird durch den immer besser werdenden Waldweg in den Hintergrund gedrängt...

 

Endlich wieder auf der Kinderwagen geeigneten Strecke...
Endlich wieder auf der Kinderwagen geeigneten Strecke...

Ein idyllisches Seele...
Ein idyllisches Seele...
Früher wurde hier Quarzsand abgebaut...
Früher wurde hier Quarzsand abgebaut...

Es folgt nun ein wunderschöner Waldweg, mal links ein Bächlein, mal rechts. Der Wald ist kühl und meine Körpertemperatur sinkt wieder in den Normalbereich. Vor einigen Tagen muss hier auch eine raue Brise durchgefegt sein, denn einige Bäume liegen mitsamt dem Wurzelpaket am Wegrand. Es sind große Steine im Wald zu sehen, moosbedeckt, große Farne und es riecht nach Wald - frisches Holz und Erde - pure Natur.

 

Einige Wanderer sind unterwegs und vielleicht 2-3 Radler. 

Ich liebe diese Fahrradständer...
Ich liebe diese Fahrradständer...

Gedenkstein Hennenkobel...
Gedenkstein Hennenkobel...

Der Bayerische Wald ist eines der ältesten Gebirge Europas. Er besteht meist aus Graniten und Gneisen. Der Hennenkobel wurde für die Menschen interessant durch die grobkörnigen Gesteine mit Quarz oder Feldspat. 

 

Quarz wird für die Glasherstellung verwendet und Feldspat für die Porzellanherstellung. Außerdem wurden noch weiter Mineralien wie Lithium, Tantal, Bor oder Berylium entdeckt, was dieses Gebiet weltberühmt machte.


Die Strecke steigt ca. 8 km leicht an, wird dann etwas wellig und dann kommt was kommen muss: Plötzlich wird aus dem gepflegten wieder ein Schotterpfad, Wasser kommt von rechts hinzu, viel Wasser... die Steine sind rutschig... Geschwindigkeit bedeutet Sicherheit - also Bremse lockern und das Bike flutschen lassen... und es flutscht... Und schon bin ich wieder auf einem "schönen" Waldweg, der mich wieder zurück ins Lager bringt.

Blick auf Bodenmais...
Blick auf Bodenmais...


Kleine Thanellerumrundung

Gestern habe ich mal wieder (nach der Coronasperre) meinen Wohnwagen im Tannheimer Tal besucht. Und ich muss sagen - ich habe ihn sogar wieder gefunden. Zwar etwas eingewachsen im hohen Gras, aber ansonsten war alles ok. Ja gut - der Kühlschrank wollte erst mal keine Kälte produzieren.

 

Ich habe ihm dann ordentlich gedroht, es im Guten und Schlechten versucht, ihm Gas aus 2 verschiedenen Flaschen angeboten... er lehnte ab und kommunizierte nicht mehr mit mir. 

Beim Frühstück ist das Wetter noch zweifelnd...
Beim Frühstück ist das Wetter noch zweifelnd...

Ich habe ihm dann 4 Stunden Bedenkzeit gegeben. Als die Frist abgelaufen war... was soll ich sagen. Ich drückte den Zünder, der Funke sprang über und die ersehnte Kühlung sprang an. Warum nicht gleich so? 

Blick von Grän auf den Aggenstein...
Blick von Grän auf den Aggenstein...
Der Haldensee - Hahnenkamm und Gaichtspitze ist zu sehen...
Der Haldensee - Hahnenkamm und Gaichtspitze ist zu sehen...

Eigentlich - so war der Plan - wollte ich ja noch ne kleine Radtour machen. Doch die nach so langer Zeit üblichen Wartungsarbeiten nahmen dann doch mehr Zeit in Anspruch als ich dachte. Und so habe ich die Radtour auf heute verschoben. Über Grän, am Haldensee vorbei - und das Wetter sieht hier eher zum Umdrehen aus - fahre ich über Gaicht, dann die Rodelbahn hinunter nach Weißenbach.

Ok, es lag kein Schnee - aber der alte Gaichtpass Weg ist auch ohne Schnee immer wieder Genuss pur.

Blick über Gaicht ins Tannheimer Tal...
Blick über Gaicht ins Tannheimer Tal...
Blick von der Höfener Brücke ins Lechtal...
Blick von der Höfener Brücke ins Lechtal...

...dann kam eine Umleitung... und die zwang mir einen Umweg von bestimmt 8 km auf... und verstanden habe ich die Streckenführung auch nicht. Egal, eine Brücke ist gesperrt, so dass ich wohl oder übel auf der einen Lechseite bleiben muss, obwohl ich eigentlich auf die andere will. Nun trete ich eben weiter bis die nächste Brücke kommt - und das dauert. Und dann natürlich fast die gesamte Strecke auf der anderen Seite wieder zurück.

Weiter geht es dann ich Richtung Rieden. Ich kenne diesen Ort schon seit meiner Kindheit. Denn wenn meine lieben Eltern an einem schönen Sonntag einen ausgedehnten Spaziergang  machen wollten, dann war das die Strecke von Reutte nach Rieden - mit Kinderwagen. 

 

Und zu allem Überfluss durfte ich dann mein kleines Schwesterherz im Kinderwagen schieben. Dabei war ich kaum grösser als der Kinderwagen selbst. Aber was tut man nicht alles... 


Und das will ich auch noch kund tun: Ein damaliger Kinderwagen (Baujahr 1959) hatte mit den heute gängigen Hochleistungsmodellen nichts gemein...

Kurz vor Rieden ein schönes Wegekreuz...
Kurz vor Rieden ein schönes Wegekreuz...
Blick auf den Heiterwanger See...
Blick auf den Heiterwanger See...

Am Heiterwanger See mache ich ne Pause. Das ist Tradition - denn immer wenn ich hier bin, dann drehe ich eine Schleife über den Campingplatz am Heiterwanger See. Und wieder bin ich überrascht. der ganze Platz wurde aufgepeppt. Ich sehe wesentlich mehr Bänke und das kleine Kiosk ist doppelt - nein dreimal so groß wie vor der Pandemie.

Ich bestelle also das, was ich immer hier bestelle: Eine Cola und Wiener Würschl, sofern vorhanden. Und heute gibt es Wiener. 

Ein "fertiger" E-Biker erreicht kurze Zeit später - ich lasse mir schon meine Wiener schmecken - das Kiosk. Er sieht meinen Helm und kombiniert wohl blitzschnell, dass es sich bei mir um einen Radler handeln muss: "Kannst du mir sagen, wo ich meinen Akku aufladen kann?". Ich schicke ihn zum Campingplatz, keine 100 Meter entfernt. Er fährt hin... kommt nach einiger Zeit wieder zum Kiosk, bedankt sich, ist hocherfreut über die freundlichen Leute an der Campingrezeption. "Die 

Blick auf den Thaneller, den es zu Umrunden gilt...
Blick auf den Thaneller, den es zu Umrunden gilt...

haben zwar keine Ladestation, aber ne Steckdose und da darf ich Laden". Er holt sich (Selbstbedienung) was Flüssiges und erzählt... Er hat sich etwas vertan... kommt vom Forggensee bei Füssen... dann ging es hoch und da habe ich geschwitzt und dann ging es bergab - und da hab ich noch mehr geschwitzt (vor Angst)... das war ja so steil... und so viel Schotter... ich bin alleine... und wenn ich gestürzt wäre, dann hätte mich wohl niemand gefunden... sowas mach ich nicht mehr... Hoffentlich komme ich wieder zurück an den Forggensee...

Der Talbach im Berwanger Tal...
Der Talbach im Berwanger Tal...
Der Thanellerkarlift...
Der Thanellerkarlift...

Ich mache mich wieder auf den Weg nach Berwang. Von Bichlbach aus geht es starke 4 km immer schön nach oben - nicht steil, aber stetig. Berwang liegt knapp 1.400 m hoch. Ich komme vorbei am Thanellerkarlift. Dort startete mal (ca. 1982) ein IBM-Langlaufrennen. Ein Schweizer IBM-er gewann knapp... Ja, man sollte nie die Kleinen aus einem kleinen Land unterschätzen...

Mir wäre da ein größerer Garten lieber...
Mir wäre da ein größerer Garten lieber...
Diese Rad fährt alleine steil bergauf - das will ich haben...
Diese Rad fährt alleine steil bergauf - das will ich haben...

...oder dieses...
...oder dieses...
Ein Frauenrad - doch wo ist die Frau?
Ein Frauenrad - doch wo ist die Frau?

Oben in Berwang angekommen, fällt der letzte Tropfen Schweiß von der Stirn. Jetzt geht es erst mal bergab. Über Rinnen, vorbei am Rotlechstausee, der mal wieder viel Wasser hat, lasse ich den Schotter unter meinen Reifen knallen. Ich schätze mal, dass ich in 2 Stunden wieder vor meinem Wohnwagen liege und mich von der Sonne küssen lasse.

Diese hätte ich gerne gepflückt - aber im Rucksack hätte sie das vermutlich nicht überlebt...
Diese hätte ich gerne gepflückt - aber im Rucksack hätte sie das vermutlich nicht überlebt...
Irgendwie erinnert mich der Einstein (der Berg, nicht der aus Ulm) an ein Osterlamm...
Irgendwie erinnert mich der Einstein (der Berg, nicht der aus Ulm) an ein Osterlamm...


In der Gegend um Westerheim (Brünnele)

Blick auf das Ulmer Münster...
Blick auf das Ulmer Münster...

Gestern habe ich noch - bevor ich in die Waagerechte Bettposition übergegangen bin -  einen Termin via Internet beim Friseur meiner Wahl gemacht.

 

Nach dem Frühstück mache ich mich also auf nach Ulm. Ich habe noch etwas Zeit und schaue mich kurz in der neuen Ulms Mitte um, die momentan immer noch im Bau ist. Und ich muss sagen: Sie gefällt mir nicht besonders. Die Bauten sind mir zu hoch, jeder Meter ist zugeplastert, kein Baum, kein Grün, nicht mein Geschmack.

Ich erhasche einen kurzen Blick aufs Ulmer Münster - da lacht mein Herz (kurz). Da sind mir die gemähten Wiesen auf der schwäbischen Alb schon wesentlich lieber...


Pünktlich erscheine ich beim Friseur. Auch hier muss ich erst mal seinen QR-Code scannen und mich als Kunde einchecken. Aber dann genieße ich das Waschen und Schneiden der Haare.

 

Meine Meisterin mit Schere und Kamm hat auch die Schnauze von Corona voll und war deshalb - sobald der erste Biergarten eröffnen durfte - unter den Gästen, wie sie mir im Vertrauen erzählte. Das kann ich wiederum sehr gut verstehen, wo doch die meisten Haarschneiderinnen zusätzlich auch Kommunikations-weltmeisterinnen sind. Und Kommunikation stand ja seit Corona-Monaten nicht auf der Agenda. 

Brünnele (Weidstetten)...
Rechts unten das Loch - das ist s'Brünnele (Weidstetten)...

Frisch gestriegelt - und ich strotze vor Kraft - hole ich mir jetzt noch ein halbes Hähnchen. Irgendwie brauchen meine Haarwurzeln Nahrung -  und die sollen sie haben...

S'Brünnele, gut erkennbar...
S'Brünnele, gut erkennbar...

Das Hähnchen ist gelandet - mein Bauch ist sehr zufrieden. Nun muss ich mich aber noch bewegen. Also nix wie rauf aufs Bike und in die Pedale getreten. Wie so oft ist kein konkreter Plan in meiner Birne, nur so die grobe Richtung, aber das reicht ja auch. Der Weg zum Brünnele ist nun für die Nachahmung per Bike nicht unbedingt geeignet... denn das Vorderrad passt exakt in den Brunnen, und der liegt direkt am kaum zu erkennenden Weg. Die 4 Äste, die (vermutlich) ein netter Wanderer über den Brunnen gelegt hat, hält weder Tier noch Mensch vor einem Absturz ab.

War hier das sagenumwobene Schloss der Helfensteiner...
War hier das sagenumwobene Schloss der Helfensteiner...

Ich fahre weiter und komme zum Helfensteinischen Schloss, das hier oder zumindest in dieser Gegend gestanden haben soll. Auf meiner Karte führt der Weg zwar an dem Steinhügel vorbei, jedoch mein Bike verweigert die Weiterfahrt - es kann keinen Weg mehr erkennen.

Der Kuttel-Apel-Stein ist fast nicht mehr zu erkennen...
Der Kuttel-Apel-Stein ist fast nicht mehr zu erkennen...
Blick vom Kuttel-Apel-Stein...
Blick vom Kuttel-Apel-Stein...

Ich fahre weiter zum Kuttel-Apel-Stein, der wohl seine Form durch Erosion erhielt. Er steht am Ende eines kleines Trockentals. Es gibt einige von diesen eigenartigen Felsen...

Es mag aussehen wie ein einziger Baum...
Es mag aussehen wie ein einziger Baum...

Ein weiteres Naturdenkmal finde ich am Orteingang von Westerheim. 4 mächtige Stämme umringen wie ein einziger Baum die Loretto-Kapelle. Diese versteckt sich unter der Blätterwerk und ist kaum zu erkennen.

 

Wenn man sich im Ort umsieht, so gibt es 5 Kapellen in Westerheim, wobei die Loretto-Kapelle die älteste und auch größte ist. Sie wurde 1705 erbaut, unterstützt von den Merklinger Bürgern, die mit ihren Spenden den Bau der Kapelle tatkräftig unterstützten. 1756 wurde eine Glocke installiert.


Butzenkapelle in Westerheim...
Butzenkapelle
Skilift Salzwinkel
Skilift Salzwinkel...

Die Butzenkapelle ist eine unscheinbare Kapelle in Westerheim. Sie wurde 1850 erbaut und war damals entfernt vom Dorf. Heute ist sie in eine gewachsene Siedlung integriert...

Die Hagsbuchhüle
Die Hagsbuchhüle

Eigentlich will ich den flachen Weg nach Laichingen nehmen. Aber da ich diesen ja zur Genüge kenne, biege ich nach links zum Hagsbuch. Dort ist eine alte Hüle, die vermutlich als Viehtränke diente.


Machtolsheim ist in Sicht...
Machtolsheim ist in Sicht...

Eine interessante Biketour - hat mir gefallen - auch das ewige up and down...


Bad Boll, Gammelshausen

Schien gestern noch die pure Sonne vom Himmel und der Wind schlief so vor sich hin, so ist er heute wieder aufgewacht und bläst mit frischem Atem. Dann ist es wohl besser, ich verlasse die schwäbische Alb und fahre hinunter in wärmere Gebiete. Ich nehme Kurs auf Bad Boll. 

 

Von dort radle ich in Richtung Göppingen. Aber schon nach kurzer Zeit geht mir der Wind so auf den Nerv, dass ich eine 180 Grad Wende einlege. Es ist mir einfach zu kühl und zu windig. 

Die 3 Kaiserberge...
Die 3 Kaiserberge...

Blumenbeet in Bad Ditzenbach
Blumenbeet in Bad Ditzenbach

Hinter Aufhausen lud mich dann eine sonnige Bank zum Verweilen ein. Das leckere Wurstbrot in meinem Rucksack wollte ich ja auch nicht mehr verschimmeln lassen. Eine knappe Stunde später war ich frisch geduscht und habe das kühle Bier über das Wurstbrot rieseln lassen...


Badsee Isny, Iller, Nellingen

Ich habe sehr gut geschlafen - im Fass - auf dem Campingplatz am Badsee. Heute möchte ich mit dem Rad wieder die Heimreise antreten. Ich setze mein Rad-Navi unter Strom... das Starten des Garmin-GPS-Gerätchens könnte flotter gehen, da ist noch Luft nach oben. Normalerweise wird im Anschluss die Landkarte mit der aktuellen Position angezeigt. Was ich sehe, lässt meinen Blutdruck steigen... Keine Karte, nur eine weiße Fläche kann mein Auge erkennen.

Vor 2 Tagen habe ich ne neue Softwareversion aufgespielt, das muss damit zusammenhängen. Also erst mal wieder eine anständige Karte auf das Garmin-Navi geladen. Und siehe da - anstelle der weißen Fläche werden nun Straßen und Orte angezeigt. So ist es gut. 

 

Bis nach Nellingen werden es ca. 120 km sein. Ich fülle meine Radflasche mit Wasser und starte. Riegel für den ersten Hunger habe ich im Rucksack.

Blick auf die Iller...
Blick auf die Iller...

Nach einer welligen Anfahrt von ca. 25 Kilometern komme ich an mein erstes Teilziel, die Iller. Von nun an geht es für weitere ca. 50 km - meist direkt am Wasser - entlang. Bei einer kleinen Pause werfe ich 2 Riegel ein, super, die daraus resultierende Kraft geht direkt in die Oberschenkel und ich kann wieder flott weiter treten... 

Auf em Weg zur Lauterquelle...
Auf em Weg zur Lauterquelle...

In Blaustein ist Wochenmarkt - und das ist gut so. Ich habe Durst. An einem Würstlesstand erstehe ich 2 Cola. Die erste Flasche verdampft auf meiner Zunge, die zweite fülle ich in meine Radflasche, die schon auf Reserve läuft. Nun sind es noch 20 km und dann geht's unter die Dusche...


Kleine Runde am Badsee

Es gab Jahre, da wurde noch an Pfingsten das sogenannte "Ancampen" am Badsee gepflegt. "Ancampen" war der Start in die Campingsaison mit Freunden. Und das fand immer am traumhaft gelegenen Badsee in der Nähe von Isny statt. Meist war es kalt und ungemütlich - aber trotzdem irgendwie schön.

Das besagte Fass auf dem Campingplatz in Almisried am Badsee
Das besagte Fass auf dem Campingplatz in Almisried am Badsee

Nachdem im vergangenen Jahr unser Wohnmobil in Flammen aufging und das neue im Mai geliefert werden sollte - der aktuelle Liefertermin ist Anfang Oktober - musste eben das nebenstehende Fass als 

Schlafstätte herhalten.

 

Natürlich musste ein Corona-negativ-Test vorgezeigt werden. Unweit der Autobahn in  Ulm hat zu diesem Zweck eine relativ neue Drive-in-Teststation ihre Zelte aufgeschlagen. Also Blinker raus, Stäbchen in die Nase und 20 Minuten später war das Ergebnis auf dem Handy.


Nach einer guten Stunde erfolgte dann das problemlose Einchecken auf dem Campingplatz und sich die Sonne von der guten Seite zeigte ging es gleich aufs Rad, um die Beinchen zu vertreten.

Glashütte Schmidsfelden, Museum
Glashütte Schmidsfelden, Museum
Das historische Glasmacherdorf...
Das historische Glasmacherdorf...

Bis zum Jahre 1898 wurde in Schmidsfelden die Glashütte noch betrieben. Erst im Jahre 1998 wurden einige Gebäude wieder saniert und ein Museum eingerichtet, in dem noch heute die Kunst der Glasbläser den Touristen näher gebracht wird.

Die Eschach, knapp 35 km lang...
Die Eschach, knapp 35 km lang...
Einfahrt zum Centerpark Urlau in der Nähe von Leutkirch...
Einfahrt zum Centerpark Urlau in der Nähe von Leutkirch...

Auf der Fahrt nach Leutkirch hätte ich gerne noch einen Blick in den Centerpark, der im Herbst 2018 eröffnet wurde. Kaum zu gleuben, was auf dem Gelände eines ehemaligen Monitionslagers für chemische Waffen aus dem 2. Weltkrieg entstanden ist...

Leider blieb mir der Eingang ins Centerpark Gelände verwehrt...
Leider blieb mir der Eingang ins Centerpark Gelände verwehrt...

Über Leutkirch ging es dann wieder zurück an den Badsee.


Orchideensuchfahrt im Relaxtempo

Irgendwie ist die Welt - wenn sie diese Farben an Tageslicht bringt - doch in Ordnung, oder?
Irgendwie ist die Welt - wenn sie diese Farben an Tageslicht bringt - doch in Ordnung, oder?

Ok - ich muss zugeben, dass das obige Bild einen gewaltigen Nachteil hat - es wird weder die aktuelle Temperatur noch die Windgeschwindigkeit angezeigt. Aber sonst ist dieser Blick Labsal für die Seele. Auch der Milan in der Luft hat seine helle Freude.

Und wenn ich schon den Rotmilan sehe... genau in dieser Ecke hatte ich mal ein Begegnung mit (vermutlich) einer Mäusebussard-Mutter. Ich will das mal kurz erzählen. Ich war eines schönen Tages hier beim Joggen, als ich von hinten einen Luftzug bemerkte. Ich blickte hoch und sah einen Mäusebussard in die Lüfte steigen. Ich dachte mir nichts dabei und joggte weiter... Plötzlich wieder das gleiche Geräusch über meinem Kopf - wieder dieser angriffslustige Rotmilan. Nun flog er zum Waldrand, drehte und flog nun 1 Meter über der Grasnarbe direkt auf mich zu. Vor mir stieg er senkrecht in die Luft. Das wiederholte sich nun einige Male und ich suchte nach Steinen - sonst hatte ich ihm ja nichts entgegen zu setzen - die ich dann nach ihm warf. 

Auf der Albhochfläche...
Auf der Albhochfläche...

Ich kann mich erinnern... wenn man alleine ist und man von der Natur - in diesem Fall von einem Rotmilan - attackiert wird, dann wird einem blitzschnell bewusst, dass man eigentlich nur eine ganz kleine Leuchte auf Gottes Erdboden ist. Ich wartete nur noch, bis er seine Krallen ausfährt und mir die Augen aushackt...

 

Ich bin dann in den kurzen Angriffspausen immer ein kleines Stück weitergejoggt. Auch hatte ich einen anständigen Stock gefunden, mit dem ich mich besser wehren konnte.

 


Als ich dann - aus Sicht des Rotmilans - weit genug entfernt war, stellte er seine Angriffsflugmanöver ein. Ich denke, jeder der so einen Vogel mal im Angriffsmodus erlebt hat, kann meine Ängste nachvollziehen. Immerhin kommt so ein Vogel auf eine Spannweite von 1,60 - 1,80 Meter...

Die Orchideenwiese bei Berneck
Die Orchideenwiese - ein wirkliches Kleinod - ist erreicht...

Ich weiß nicht genau, wo die Orchideenwiese hier bei Berneck ist. Den Erzählungen nach soll sie am Albtrauf (den ich ja eigentlich verdammt gut kenne) oberhalb von Berneck sein. 

 

Oh hier geht ein Trampelpfad rechts durch die Büsche. Ich schiebe mein Bike, will ja keine von diesen selten schönen Gewächsen niederwalzen, und dann sehe ich sie - die Wanderer, mit dem Handy in der Hand - knieend - fotografierend und staunend. Ich lege mein Bike zur Seite und  tue desgleichen...


Orchideenwiese Berneck
Orchideenwiese Berneck

Und von hier oben ist der Ausblick ins Filstal so um Deggingen auch nicht zu verachten...

Deggingen im oberen Filstal...
Deggingen im oberen Filstal...
Die "Ave" bei Deggingen...
Die "Ave" bei Deggingen...

Die "Ave" ist eine Wallfahrtskapelle und wurde in den Jahren 1716 - 1718 erbaut. Sie steht etwas abseits des Dorfes Deggingen, mächtige Linden befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die Bilder der Seitenaltäre wurden früher (so um 1535 - 1600) erstellt und wurden von Rudolf von Helfenstein aus Rom nach Deggingen verbracht.

In den Jahren 1932 - 2018 übernahmen die Kapuziner die Wallfahrtsseelsorge. Auch heute finden noch regelmäßig die Gottesdienste  statt.

Deggingen hat ca. 5.500 Einwohner und liegt 465 m hoch.