Jungholz, Vilstal, Pfronten, Grän

Nachdem sich gestern Abend im Tannheimer Tal wieder einmal der gern gesehene Dauerregen breit machte und das Tal in düstere Wolken hüllte, lacht nun - es ist Frühstückszeit - die Sonne durch eine eben entstandene Wolkenlücke. Viele davon gibt es nicht und der Wetterbericht verkündet bereits gegen 14 Uhr wieder Nass von oben.

Blick auf Zöblen und das Wannenjoch...
Blick auf Zöblen und das Wannenjoch...
Eine alte Mühle in Pfronten...
Eine alte Mühle in Pfronten...

Also nix wie schnell aufs Rad, solange sich noch das Blau im Himmel hält. Die Auffahrt nach Jungholz nagt an der Muskulatur und das setzt sich bis Langenschwand fort. Dann geht es plötzlich steil bergab, sehr steil. Und sollte man aus einer der Haarnadelkurven getragen werden, ist man schneller im Vilstal als einem lieb ist...

Die älteste Mühle in Pfronten liegt direkt am Radweg...
Die älteste Mühle in Pfronten liegt direkt am Radweg...
Weiße Ziegen sind keine Seltenheit im Allgäu...
Weiße Ziegen sind keine Seltenheit im Allgäu...

Unfallfrei erreichen wir das Vilstal und folgen der Vils in Richtung Pfronten. Die Vils ist 36 km lang und ihr Wasser ergießt sich schlussendlich bei Vils in den Lech. 



Schneetalalm (noch ohne Schnee)

Heute wird mal wieder ein Wandertag eingeschoben. Ziel ist die Schneetalalm im Tannheimer Tal, die auf ca. 1.650 m Höhe oberhalb von Nesselwängle liegt. 

 

Die Suche nach meinen Wanderschuhen dauert zu meiner Überraschung nicht allzu lange. Unter dem Bett im Wohnwagen warten sie auf ihren Einsatzbefehl. Doch zunächst dürfen sie im Kofferraum Platz nehmen (neben den Wanderstöcken) und bis zum Parkplatz hinter Nesselwängle mitfahren. Ich finde noch ein Plätzchen und stelle den Motor ab.

 

Anne im "U"
Anne im "U"

Kofferraum auf, in meine Wanderschuhe geschlüpft und diese an den Füßen festgezurrt. Ich werfe den Rucksack über die Schulter, vergewissere mich, dass Anne ebenfalls startbereit ist...

Ein Verlaufen ist nur bei völliger Blindheit möglich...
Ein Verlaufen ist nur bei völliger Blindheit möglich...
Knackig geht es kurvig nach oben...
Knackig geht es kurvig nach oben...

Zunächst geht es über einen geschotterten Karrenweg nach oben. Als der dann in einen Wanderweg mündet, erreicht auch mein Puls eine höhere Schlagzahl. Dies wiederum führt zu einer Öffnung der Poren, die nun das Schwitzwasser hemmungslos an die Unterwäsche weitergeben...

Rot macht sich im Grün gar nicht schlecht...
Rot macht sich im Grün gar nicht schlecht...
Zwei Hirten treiben eine...
Zwei Hirten treiben eine...
Die Schneetalalm ist erreicht...
Die Schneetalalm ist erreicht...
...Ziegenherde ins Tal...
...Ziegenherde ins Tal...
Es gibt noch freie Plätze...
Es gibt noch freie Plätze...

Die Ziegen sind wirklich bemerkenswert - die meisten haben einen schwarzen Pulli über einer weißen Hose an, wobei bei manchen die Hosen mal wieder gebügelt werden müssten.


Den (sonst) herrlichen Ausblick von der Terrasse wird durch das drohende Tiefdruckgebiet etwas getrübt. In der Bildmitte ist mit viel Fantasie der Haldensee zu erkennen.

Einer Gulaschsuppe konnte ich noch nie widerstehen...
Einer Gulaschsuppe konnte ich noch nie widerstehen...
Wind auf der Westseite vertreibt die Gäste...
Wind auf der Westseite vertreibt die Gäste...

Der Ersteller dieser Holzbeige legte viel Wert auf blumige Details...
Der Ersteller dieser Holzbeige legte viel Wert auf blumige Details...
Für kurze Zeit zeigt sich der blaue Himmel...
Für kurze Zeit zeigt sich der blaue Himmel...
Die Beschilderung ist ausgezeichnet - wenn manchmal nur auch der Weg sichtbar wäre...
Die Beschilderung ist ausgezeichnet - wenn manchmal nur auch der Weg sichtbar wäre...

Die Gulaschsuppe ist empfehlenswert, ebenso die Quark- und Marillentaschen, sowie der Kaiserschmarrn und der Nußschnaps...


Relaxrunde auf dr Alb

Es ist Sonntag - Relaxen ist angesagt. Heute hat sich auch irgendwie mein Kampfgeist im Keller versteckt. Und genau da soll er auch bleiben. Es ist Sonntag - Relaxen ist angesagt.

Schlecht zu erkennen - das Schützenhaus Nellingen...
Schlecht zu erkennen - das Schützenhaus Nellingen...
Die lange Gerade führt aus den Krautgärten....
Die lange Gerade führt aus den Krautgärten....



Kleine Kaffeerunde im Tannheimer Tal

Heute geht's mal kurz ins Tannheimer Tal, den Wohnwagen besuchen... Es könnte etwas wärmer sein, für eine kleine Runde ums Tal ist aber allemal Zeit...

Irgendwie haben die Tannheimer ein Auge fürs Schöne...
Irgendwie haben die Tannheimer ein Auge fürs Schöne...
Ein Genuss ist die zweifelsohne Bergwelt ringsum...
Ein Genuss ist die zweifelsohne Bergwelt ringsum...

Blick auf Grän...
Blick auf Grän...
Blick auf Hahnenkamm (ls) und Gaichtspitze...
Blick auf Hahnenkamm (ls) und Gaichtspitze...



Männerschnupfen... es ist ein Drama...

Schnee ist zwar Mangelware - doch ich wäre so gerne auf die Loipe...
Schnee ist zwar Mangelware - doch ich wäre so gerne auf die Loipe...
Der Zustand der Loipen ist ja teilweise noch gut...
Der Zustand der Loipen ist ja teilweise noch gut...

Ja, eigentlich wollte ich mich ja sportlich betätigen. Jedoch nach der üblichen Schneeschippaktion auf dem Campingplatz fühlte ich im rechten Nasenloch einen sich stürmisch anbahnenden Männerschnupfen. Trotz Tee mit Rum macht er sich nun immer mehr in Nase und Kopf breit. Das habe ich nicht verdient. Das Wetter zeigt sich von seiner Schokoladenseite und ich bin beschäftigt, die trockenen Tempos von den naßverschnieften fern zu halten. Ok - ich komme wieder... gesund und kraftstrotzend...


Eine Runde Langlauf klassik im Tannheimer Tal

Ich blicke blinzelnd durch die Dachluke meines Wohnwagens. Der Himmel sieht sich weiß und trübe an. Trotzdem raffe ich mich - es ist ja eigentlich noch viel zu früh, um aus dem Federbett zu schlüpfen -  auf und trabe schlaftrunken unter die Dusche des Campingplatzes.

 

Der Rasierapparat schrubbt über mein Gesicht und entfernt die überschüssigen Stoppeln. Mit der elektrische Zahnbürste scheuere ich meine Zähnchen und in meiner Gehirnmasse überlegen sich meine Synapsen, ob es besser ist mit den Skatingschi

Loipe Tannheim in Richtung Grän...
Loipe Tannheim in Richtung Grän...

Loipe von Grän in Richtung Tannheim...
Loipe von Grän in Richtung Tannheim...

oder mit den klassischen Langlaufschi auf die Loipe zu gehen. Meine innere Stimme weist mich an, heute eher mal wieder die klassischen Langlaufschi anzuschnallen. Ich gehe zurück zum Wohnwagen und blicke jetzt in einen stahlblauen Himmel - einfach grandios. 

Das Thermometer zeigt zwar noch 7 Grad minus, aber das wird sicher noch wesentlich wärmer. Nach dem Frühstück beschäftige ich mich mit der Lauffläche meiner Loipenschi. Jahrelange Erfahrung sagt mir: Wer gut wachst, ist klar im Vorteil und somit vorne. Da ich dieses Jahr noch nie auf Schi gestanden bin, ist eine glatte Lauffläche um so wichtiger. Bei Bergabfahrten 


kann ich mich so wenigstens von den schweißtreibenden Strapazen des Aufstiegs erholen und ganz nebenbei noch einige "Loipen-Haatscher" überholen... Ja, ja ich weiß - das Wort Haatscher zaubert dir ein Fragezeichen auf die Stirn... Deshalb will ich mal kurz Tante Google fragen, ob die weiß, was haatschen ist. Und ich werde fündig:

"Hatschen (sprich: Haatschen) steht im östlichen Süddeutschland und in Teilen Österreichs für langsames oder tollpatschiges Gehen." Also dann wäre ein Loipen-Haatscher, eben einer, der in der Loipe langsam unterwegs ist. Es gibt natürlich auch Haatscherinnen, nicht dass die Damenwelt meint, ich würde die Frauen mal wieder ausgrenzen...

Auch Ballonfahrer lieben - genau wie ich - dieses Strahlewetter...
Auch Ballonfahrer lieben - genau wie ich - dieses Strahlewetter...
Warum hier keine Ballonfahrer unterwegs sind? Na, weil wir Ostwind haben, und die Ballons nach Westen treiben... und die Blickrichtung ist Osten...
Warum hier keine Ballonfahrer unterwegs sind? Na, weil wir Ostwind haben, und die Ballons nach Westen treiben... und die Blickrichtung ist Osten...

Ballonstart im Tannheimer Tal

Das Frühstück dauerte heute etwas länger als normal und der Temperaturthermometer zeigte auch nur auf die Null. Obwohl das Blau am Himmel lockte - ich wollte meinem Körper nicht schon am hellen Morgen eine Schocktherapie zumuten. Deshalb blieb ich erst mal im Warmen. 

Dann sah ich die ersten Ballone am Himmel. Das hätte ich nun echt verpennt... den Start der Heißluftballone. Also schnell ins Auto und in Richtung Startplatz - da war richtig was los. Schau dir einfach mal die Bildchen an - ist das nicht herrlich?



Wo bleibt der Schnee im Tannheimer Tal

Selten war die Loipensituation so traurig...
Selten war die Loipensituation so traurig...

Tja, so sieht also die aktuelle Schneesituation im Tannheinmer Tal aus... Dem eingefleischten Langläufer ist klar, dass das Spurgerät da keine Chance hat, eine anständige Loipe zu präparieren. 

 

Also lasse ich die Ski heute stehen und bemühe meine Wanderschuhe. Vom Campingplatz bis nach Grän zum Kinderlift sind es 5 km und dort gibt es Kaffee und Kuchen. Und das ist genau das, was der Körper an  so einem herrlichen Tag braucht: Ruhe, Sonne, guten Kaffee (und der war wirklich super), und einen Himbeerkuchen, der nach Himbeeren schmeckt.


Schischule gegenüber der Sonnenhof Terrasse...
Schischule gegenüber der Sonnenhof Terrasse...
Der Schischullift (rechts), gerne erinnere ich mich an die Zeit meiner Aschaffenburger Schischülerinnen zurück...
Der Schischullift (rechts), gerne erinnere ich mich an die Zeit meiner Aschaffenburger Schischülerinnen zurück...

Die Märchenwiese für Kinder... bei genügend Schnee ein Tummelplatz für die Kids...
Die Märchenwiese für Kinder... bei genügend Schnee ein Tummelplatz für die Kids...

So ist´s recht - Blauer Himmel und angenehme Temperaturen

Nachts lag die Temperatur bei 2 Grad - das ist nicht gerade besonders warm. Aber nun zeigt mein  Thermometer bereits wieder 13 Grad und es ist gerade mal 9 Uhr. Das Frühstück macht sich in meinem Bauch breit - und ich hoffe, dass die gerade gewonnene Energie sofort in meiner Oberschenkelmuskulatur zur Verfügung steht. 

Trotz der guten Vorhersagen streife ich mir meine Arm- und Beinlinge über. Ich will ja erst mal runter ins Lechtal und auf der Abfahrt ist es sicherlich noch ziemlich frisch. Auch ein wärmendes Tüchlein zwischen Hirnschale und Helmhartschale kann nicht falsch sein... los gehts.

Direkt am Lech gibt´s nen schönen Bikeweg... Blick auf die Gaichtspitze...
Direkt am Lech gibt´s nen schönen Bikeweg... Blick auf die Gaichtspitze...

Der Säuling in Hintergrund (ls)
Der Säuling in Hintergrund (ls)

Heute verzichte ich mal auf die knackige Abfahrt auf der alten Gaichtpaß-Straße, die im Jahre 1550 erbaut wurde, um Salz und Wein Zwischen dem Allgäu und Tirol zu transportieren. Flott und ohne eine Pedalumdrehung lasse ich mich die gut ausgebaute Teerstraße hinunter rollen. 

 

In Weissenbach fahre ich über den Lech und nehme dann einen holprigen Karrenweg entlang des Lechs. Gut durchgeschüttelt kann ich mir das einzigartige Panorama zu Gemüte führen.


Über Reutte und Pflach geht es in Richtung Vils...
Über Reutte und Pflach geht es in Richtung Vils...
Bei Vils überquere ich die Vils...
Bei Vils überquere ich die Vils...

Kurz vor Reutte mache ich noch einen kleinen Abstecher in die Tränkesiedlung. Dort habe ich doch einige Jahre meiner Kindheit verbracht und ich erinnere mich gerne zurück. Allerdings ist die damalige Siedlung kaum wieder zu erkennen. Alle freien Wiesen und Felder zwischen der Tränkesiedlung und Reutte und am Lech entlang wurden zugebaut. 

Blick auf die Burgruine Vilseck...
Blick auf die Burgruine Vilseck...
Die Kalbelealm liegt hinter mir...
Die Kalbelealm liegt hinter mir...

Von Reutte geht es nach Pflach, dann über den Kniepass, der mich - vorbei am Judenbichl - nach Oberpinswang bringt. Dort geht es über den Lech bis zum Ortseingang von Musau. In Richtung Vils radle ich am Hundsarschbach entlang, dessen Wasser im Lech verschwindet. Von Vils bis Pfronten begleitet mich ein schöner Schotterweg. 

 

Eigentlich wollte ich über das Achtal ins Tannheimer Tal fahren. Da ich jedoch gut im Zeitplan liege, nehme ich den Abzweig ins Vilstal... über die Vilstalsäge und den Kalbelehof gelange ich wieder nach Schattwald. Schon bald ergießt sich die Dusche auf dem Campingplatz über meinen erhitzten Körper und bringt diesen wieder auf Normaltemperatur...

Der Campingplatz ist schon in Sicht - besser zu sehen... der Gimpel und die Rote Flüh...
Der Campingplatz ist schon in Sicht - besser zu sehen... der Gimpel und die Rote Flüh...


Almabtrieb in Tannheim (Fotostrecke)

Hier heißt es ja "Alpfahrt" - seltsam... normalerweise heißt es doch Almabtrieb oder Viehscheid. Für die Touristen immer eine heiße Attraktion...


Mal wieder den Thaneller umkreisen...

Andenken bei der alten Ga(i)chtpass-Straße
Andenken bei der alten Ga(i)chtpass-Straße
Warst du schon mal auf dem Gimpelhaus (Bildmitte oben=)?
Warst du schon mal auf dem Gimpelhaus (Bildmitte oben=)?

Ich war nun  schon länger nicht mehr im Tannheimer Tal. Eigentlich wartet das Gras auf meinem Wohnwagenstellplatz - es will gekürzt werden. Aber an diesem sonnigen Tag muss ich jedoch die Prioritären ändern.

Der Riedener See ist immer wieder Labsal für das Auge...
Der Riedener See ist immer wieder Labsal für das Auge...

Also schiebe ich mein frisch geputztes Bike aus dem Vorzelt, drücke meine grasgrüne Radflasche - mit leckerem Sirup gefüllt - in die Halterung und klicke meine Schuhe in die Pedale ein.


Die Fahrt geht den alten Gaichtpass runter - leider wurde der steile Karrenweg nach dem letzten Felssturz verbreitert und geglättet, so dass auch mutige nichtösterreichische Flachlandbiker mit Akkupack und Flüstermotorantrieb die Abfahrt mit einem Angstpuls von 195 bewältigen können. Meist sind es Männer - die Frauen - vernünftigerweise - schieben ihr Rädchen tapfer bis ins Lechtal.

Der Heiterwanger See...
Der Heiterwanger See...
Blick auf den Thaneller... leider in Wolken...
Blick auf den Thaneller... leider in Wolken...

Langsam geht es wieder nach oben - das Berwangertal,,,
Langsam geht es wieder nach oben - das Berwangertal,,,
Nun rechts halten... in Richtung Rotlechstausee...
Nun rechts halten... in Richtung Rotlechstausee...

Der Rotlechstausee ist voll - im Gegensatz zu 2018
Der Rotlechstausee ist voll - im Gegensatz zu 2018

Der Weg durch den Klausenwald ist kühl - und das ist gut so - denn es geht nach oben. Am Heiterwanger See hat der Wind zugelegt. Eigentlich wollte ich am Kiosk "Wienerle" vernichten - aber aufgrund der Temperatur beschloss ich, den Wind während der Fahrt zu genießen. 

In Berwang - nach dem Aufstieg - griff ich dann doch zum geliebten wärmenden Kittel. Überwiegend ist ja nun kraftloses Rollen ohne Pedalumdrehungen angesagt.


Ok - die Auffahrt ins Tannheimer Tal kostet mich schon noch einige Schweißtropfen. Aber dann war ich wieder voll im Saft... Auf dem Campingplatz schnell geduscht - ein Bier und auf den Liegestuhl (windgeschützt).


Mal wieder die Abfahrtsski bewegen - Füssener Jöchle

Heute geht es mal wieder aufs Füssener Jöchle. Ich glaube, letztes Jahr habe ich die Abfahrtsski kein einziges Mal benutzt. Leider versteckt sich die Sonne hinter den dicken Wolken und auch der Wetterbericht lässt sich nicht verleiten, mir mit Aussicht auf Sonne zu schmeicheln. Das Skifahren ist ja momentan wenigstens von Montag bis Donnerstag im Tannheimer Tal kostenlos, da kann ich auch mal auf die Sonne verzichten.

Die Pisten sind in tadellosem Zustand und allzu viele Skifahrer sind auch nicht unterwegs. Da macht es richtig Spaß, die Hänge hinunter zu kurven. 

Ok - der Himmel ist von der Farbe her dem Schnee sehr ähnlich...
Ok - der Himmel ist von der Farbe her dem Schnee sehr ähnlich...
An der Bergstation fast kein Betrieb...
An der Bergstation fast kein Betrieb...


Schnell noch in die Loipe (klassisch)...

Nach den üppigen Schneefällen der letzten Tage, geht es heute mal wieder in die Loipe. Die Sonne lacht und so greife ich zum Allroundwax und verwöhne meine Ski indem ich ihre Lauffläche mal so richtig auf Vordermann bringe.

 

Wobei... das Waxen hätte ich mir sparen können. Der Schnee ist so kalt und stumpf, dass die Gleitphasen der Ski auf ein Minimum schrumpfen. Also ist etwas mehr Bein- und Armarbeit angesagt, um vorwärts zu kommen.  

Herrliches Wetter, saukalt und stumpfer Schnee...
Herrliches Wetter, saukalt und stumpfer Schnee...

Die Loipen sind frisch gespurt...
Die Loipen sind frisch gespurt...
...und fast menschenleer...
...und fast menschenleer...
Vorzelt und Wohnwagen versinken im Schnee...
Vorzelt und Wohnwagen versinken im Schnee...


...Und ein Ende ist nicht abzusehen...

Camping Alpenwelt, Tannheimer Tal, Winter 2019
Am nächsten Morgen ist das Wetter wie ausgewechselt...

Es hat ja wieder geschneit... am Haldensee ist ne Lawine abgegangen, Nesselwängle ist nicht erreichbar, der Gaichtpass ist gesperrt. Von Hindelang aus ist das Tannheimer Tal nicht zu erreichen, der Fernpass ist gesperrt und viele weitere Straßen.

 

Am Sonntag hat es geregnet und anschließend wieder geschneit. Unter dem nassen Schnee drohen auch Dächer ( auch die der Wohnwagen) einzustürzen. Also mache ich mich wieder auf den Weg, um nach dem Rechten zu sehen...


Erst als ich von der Autobahn bei Oy-Mittelberg abfahre - von hier aus sind es noch gut und gerne ca. 25 km bis auf den Campinplatz - werden die Straßen schneebedeckt. Als ich dann schlussendlich die Höhe des Tannheimer Tals erreiche, ist das Wetter wie von einem anderen Stern. Der Sturm wühlt den umliegenden Schnee auf und peitscht ihn über das Tal. An manchen ausgesetzten Stellen ist die Sicht etwa 2 m weit. Nebel, Schnee - alles weiß - der Strassenrand nicht zu erkennen. Langsam taste ich mich voran...  bis zum Abzweig Campingplatz.

 

Die letzten 300 m werde ich ja noch schaffen - jedoch die Schneemassen, die ich gar nicht so richtig erkennen kann - sind zu tief. Nach 200 m gräbst sich mein Fronttriebler ein. Ich lege den Rückwärtsgang ein, um wieder zur Hauptstraße zurück zu kehren... öffne das Fenster... der Sturm bläst mir sofort eine Landung Schnee ins Gesicht und auf den Beifahrersitz.. also Fenster zu und in die Rückfahrkamera geschaut... alles weiß, keine Straße zu erkennen.

 

Und so kam es wie es kommen musste: Ich fand mich (und mein Fahrzeug) wieder in einer unüberwindbaren Schneewehe wieder. Kein Problem dachte ich, eine Schaufel habe ich ja im Auto. Also schaufle ich eben mal ne halbe Stunde... ziemlich erfolglos. Mit triefend nassen Hosen und ziemlich erschöpft ging ich zu Fuß die letzten 100 m bis zum Wohnwagen. Erst mal eine trockene Hose, dann den Puls wieder in eine normale Zone kriegen...

Camping Alpenwelt, Tannheimer Tal, Winter 2019
Endlich - mein Fahrzeug steht wieder auf seinem Parkplatz...
Camping Alpenwelt, Tannheimer Tal, Winter 2019
Parkplatz schippen, Vorzelt abräumen = 3 Stunden Arbeit

Der Gedanke: "Ich lass die Karre bis morgen früh stehen" wurde durch das Geräusch eines Schneepfluges jäh unterbrochen. Also ich wieder raus - es stürmte noch immer. Irgendwie machte ich mich beim Schneepflugfahrer bemerkbar. Der hatte ein zog mich dann wieder zurück auf die Hauptstraße... 

Also mache ich mich nun wieder - wie auch schon ein paar Tage zuvor - auf den Weg zum Parkplatz nach Zöblen, um dort mein Auto abzustellen. Ein gepflegter Fußmarsch bringt mich wieder auf den Campingplatz. Ich wate durch den Tiefschnee - ziehe wieder meine nassen Klamotten und Schuhe aus - und vergesse die Welt...


Das Tannheimer Tal versinkt im Schnee...

Nachdem der liebe Petrus im vergangenen Sommer mit seinem guten Wasser äußerst sparsam umgegangen ist, lässt er es nun in leicht angefrorener Form vom Himmel auf die Erde rieseln. So machte ich mich gestern auf, um mal nach unserem Wohnwagen zu schauen. 

Die Autobahn war schon ab Kempten schneebedeckt und geduldiges Autofahren war angesagt. 60 km/h war schon flott, meist ging es noch langsamer durch den Schnee. In Wertach, das immerhin schon ca. 900 m hoch liegt, war die Welt noch in Ordnung... dann ging es hoch in Richtung Campingplatz. Der liegt dann 

Camping Alpenwelt, Tannheimer Tal, versinkt im Schnee
Endlich - Ins Vorzelt komme ich ja schon mal...

schon auf knapp über 1.100 m. Ich biege nach links zum Campingplatz - die schmale Straße steigt hier nochmals an. Nach 30 m versucht mein Pferdchen (in Form eines Passats) krampfhaft, seine Hufe standsicher in den tiefen Schnee zu graben... erfolglos... ein Weiterkommen ist unmöglich. Also geht es wieder im Rückwärtsgang hinab zur Hauptstraße. 

Camping Alpenwelt, Tannheimer Tal, versinkt im Schnee
Schaufeln geht auch ohne Sonne...

Parken am Straßenrand - Fehlanzeige - diese Plätze wurden schon von den Schnee-Räumdiensten belegt. Also kurve ich wieder zurück nach Zöblen, da wird - und ich hoffe, dass das auch bei Dickschnee so ist - ein Parkplatz am Ortsausgang geräumt. Naja, so 30 cm Neuschnee liegen drauf - ich biege mir Schwung ein, nehme den nächst besten Platz, es steht ja nur noch ein anderes Auto drauf. Motor aus.

Nun ist ein Fußmarsch von ca. 2 km auf der schneebedeckten Landstraße mit Ziel Campingplatz angesagt. Am Wohnwagen angekommen ereilt mich dann Schock... (siehe Bilder).


Camping Alpenwelt, Tannheimer Tal, versinkt im Schnee
Der nächste Morgen stimmt mich wieder versöhnlich...
Camping Alpenwelt, Tannheimer Tal, versinkt im Schnee
Die Sonne strahlt... ein Wiedergutmachungsversuch...


Skitour aufs Füssener Jöchle

So kurz vor Weihnachten muss ich mal noch schnell auf den Campingplatz im Tannheimer Tal schauen, ob noch alles im Lot ist. Naja, es hat etwas geschneit - also erst mal die Schneeschaufel in den Arbeitsmodus versetzen...

Später krame ich meine Tourenski hervor, klebe das Fell (kein Tierfell...) auf die Laufflächen und fahre zur Talstation Füssener Jöchle. Normalerweise gehe ich entlang der Skipiste zur Sonnenalm. Aber heute will ich mal eine andere Tour nehmen - diese führt erst entlang der  Übungs-Schlepplifte nach oben, weiter über die Gessenwanger Alpe zur Sonnenalm. 

Ok, ich gebe es zu... mindestens 3 x lege ich mich beim Aufstieg unfreiwillig hin. Irgendwie waren die mageren Schnee- und Spurverhältnisse einfach nicht meine...

Es hat einfach zu wenig Schnee... Also Ski abschnallen und tragen...
Es hat einfach zu wenig Schnee... Also Ski abschnallen und tragen...


Kleine Thanellerumrundung mit den Nellingern...

Heute ist es endlich soweit, 3 von meinen Nellingern Radlfreunden werden mich im Tannheimer Tal besuchen, um zu einer kleinen Thanellerumrundung aufzubrechen - welch eine helle Freude. 

 

Pünktlich um 10 Uhr starten wir (Lore, Hilde und Eckhart) am Campingplatz. Es ist teilweise bewölkt, aber doch noch für die Jahreszeit recht warm. Erst mal radeln wir auf der linken Talseite in Richtung Gaichtpass. Über die alte Gaichtpassstrasse gelangen wir nach Weissenbach und Rieden. Vorbei am Riedener See verschwinden wir im Klausenwald (meist ansteigend), der uns kurz vor Heiterwang wieder ausspuckt.  

Am Heiterwanger See lassen wir uns das mitgebrachte Vesper schmecken und machen uns dann auf in 


Richtung Bichlbach. Von hier aus geht es - immer mehr oder weniger bergauf - am Älpelesbach bis nach Berwang, das auf 1.346 m liegt. Kaum zu glauben, dass es hier nur 565 Einheimische gibt. Sicherlich gibt es weit mehr Fremdenbetten...

Nun geht es endlich bergab, über Rinnen in das Rotlechtal, vorbei am Rotlechsteusee und der Rotlechschlucht - die wir ganz unten von einer Brücke noch betrachten - zurück nach Weissenbach. Im "Lamm" schieben wir uns einen voluminösen Apfelstudel in unseren Kalorienspeicher. Schlussendlich müssen wir ja nun wieder den alten Gaichtpass hochstrampeln - links unten liegt das einzige Gipsvorkommen Tirols, das abgebaut wird. Oben im Tannheimer Tal angekommen, reduzieren wir das Tempo und rollen schmerzfrei zurück auf den Campingplatz in Kienzerle.


Mal wieder eine Thanellerumrundung...

Wie ist denn das Wetter in Tannheim? Ich mache mich schlau... und bin begeistert. Schnell den Träger ans Auto, das Bike druff, ein paar Klamotten ins Auto und schon bin ich unterwegs. Oh, erst noch zum Tanken. So teuer habe ich schon lange nicht mehr getankt... Hinter Illertissen sind 15 km Stau angesagt - also runter von der Autobahn und über die Dörfer bis hinter Memmingen - dann gehts auch auf der Autobahn wieder.

Mist - eigentlich wollte ich ne Stunde früher zur Thanellerumrundung starten. Das nächste Mal stelle ich den Wecker früher. Halb 12 Uhr - ich steige aufs Rad. Rucksack, Helm, Riegel, Holundersaft - da kann nichts mehr passieren. Kurz bevor ich den alten Gaichtpaß erreiche, überholt mich eine, der ich wohl zu langsam war. In der Abfahrt ist sie flott unterwegs... bis sie fast in einer Kurve - der schottrige Untergrund ist teuflisch - den Abgang macht. Schon vom Zugucken geht mir der Puls  hoch. Die mutige Maid bremst dann auch bis zum Stillstand, vermutlich muss sie ihr Herz wieder aus der Hose holen und an den richtigen Fleck rücken...

Der Haldensee zeigt sich heute von seiner schönsten Seite...
Der Haldensee zeigt sich heute von seiner schönsten Seite...
Nesselwängle, Kapelle Sonneschlössli...
Nesselwängle, Kapelle Sonneschlössli...
Am Heiterwanger See sollte ich mich auch mal wieder von der Sonne küssen lassen...
Am Heiterwanger See sollte ich mich auch mal wieder von der Sonne küssen lassen...
Über das Berwanger Tal erreiche ich Berwang (der höchste Punkt)...
Über das Berwanger Tal erreiche ich Berwang (der höchste Punkt)...

Das letzte Mal, als ich diese Strecke gefahren bin, bekam ich ja nen Plattfuß... und hatte meine Pumpe vergessen. Heute habe ich ne Pumpe dabei - ich brauche sie jedoch (Gott sei Dank) nicht. 

Es rollt gut... jedoch ist auf den Schotterwegen Vorsicht geboten...
Es rollt gut... jedoch ist auf den Schotterwegen Vorsicht geboten...
Siehst du die Burgschenke?
Siehst du die Burgschenke?
Tannheim in Sicht...
Tannheim in Sicht...


Wo ist meine Luftpumpe...

Eigentlich ist für heute, da das Wetter laut Radio in den nächsten Tagen umschlagen wird, eine Thaneller-Umrundung geplant. Schnell noch die Luft in den Reifen mit der Hand geprüft... naja das ist noch ok.

 

Ich nehme die alte Gaichtpaß-Straße, die lange nicht befahrbar war. Im Juli wurde sie wieder geöffnet, Starkregen und Steinschlag hatten ihr im letzten Jahr heftig zugesetzt. Nun ist sie wirklich sehr gut präpariert und gut befahrbar. In Weißenbach nehme ich den Radweg in Richtung Rieden. 

Denkmal an der alten Gaichtpaß-Straße...
Denkmal an der alten Gaichtpaß-Straße...

Gemstalbrücke am Gaichtpaß...
Gemstalbrücke am Gaichtpaß...

Obiges Denkmal erinnert an die Zeit um 1635. Auf ihm ist zu lesen: An dieser Stelle ("am krumme Ried") wurden damals die Pesttoten von Gacht (Gaicht) bestattet. In der Zeit des 30-jährigen Krieges wurde die Pest von kaiserlichen Soldaten eingeschleppt. Wegen der Gefahr der Ansteckung durften die Toten nur außerhalb des Dorfes begraben werden. 

 

Die Sage erzählt: Der Tod habe von den "oberen Wiesen" her gemäht. Ein Weib sei hinter ihm dreingegangen und habe gekehrt. Wenn man die 


Pestleichen zu Grabe getragen habe, sei unterhalb des Haldensees ein Vogel aufgeflogen und habe gesungen: "Esset mia Knofla und Bibernell, nach sterbetr it halb so schnell". (Wobei vermutlich Knofla = Knoblauch und Bibernell = Pimpernelle ist).

Rieden, St. Georg Kapelle
Rieden, St. Georg Kapelle
Rieden, Dorfbrunnen mit dem hl. Florian
Rieden, Dorfbrunnen mit dem hl. Florian
Riedener See
Riedener See

Im Riedener See ist in diesem Sommer Wasser - wie an vielen Orten - Mangelware. Ich lasse ihn zurück und verschwinde für die nächste Zeit im Wald in Richtung Heiterwang. Hier ist es schön kühl und die Lungen freuen sich auf die frische Luft.


Ich schaue auf mein Vorderrad... warum sieht das plötzlich so flach aus? Ich halte an und überprüfe noch einmal mit geübtem Griff den Luftdruck. Oh - weich wie Pudding... Na, dann pumpe ich eben noch etwas Luft rein, vielleicht ist irgendwo ein Minilöchlein. Ein Griff in meinen Rucksack... dort wo normalerweise meine Luftpumpe steckt ist ein verdächtiger Leerraum. Mir wird kotzübel - sollte ich die Luftpumpe noch im anderen Rucksack haben? Nach einigen suchenden Kontrollgriffen in mein Gepäck wird mir klar, dass die Pumpe nicht mit an Bord ist.

Das ist ja mal wieder prima - ich stehe mitten im Wald, bin voller Tatendrang und mein Rad zickt. Ich ändere die Fahrtrichtung um 180 Grad und da der Reifen noch nicht ganz platt ist und es meist bergab geht, setze ich mich wieder aufs Bike, rutsche im Sattel ganz nach hinten, um möglichst wenig Gewicht aufs Vorderrad zu bringen. Ganz langsam lasse ich mich bergab rollen. Hoffentlich hält der Reifen noch ein paar Kilometer durch...

 

Irgendwann ist dann die Luft endgültig raus - schiebenderweise erreiche ich nach fast einer Stunde Weißenbach. Schon zu Beginn des Dramas telefonierte ich mit meiner Frau - die war natürlich in Oberjoch wandernd unterwegs - und bat um Abholung meiner Wenigkeit und meines kranken Bikes. Sie ergattert einen Bus, der sie zu unserem Campingplatz bringt. Von dort aus - Gott sei Dank gab ich ihr, bevor ich mich mit dem Rad auf Tour machte, meine Autoschlüssel, nimmt sie das Auto und fährt nach Weißenbach, wo sie mich aufgabelt.

Die Moral von der Geschicht: Vergiss nie deine Pumpe nicht...


Kleine - aber schöne Runde im Tannheimer Tal

Tannheimer Tal, Blick gen Osten...
Tannheimer Tal, Blick gen Osten...

Eigentlich ist es ja zu heiß - aber mein Rädchen will ja bewegt werden. Also fahre ich mal langsam los - ziemlich planlos. Bei der Hitze will ich mir allzu viele Hügel heute ersparen. Und so nehme ich erst mal die linke Talseite, um mich vom Campingplatz zu entfernen.

 

Der Parkplatz am Haldensee ist brechend voll. Die Liegewiese ist nicht besonders groß, da werden die Touristen heute wie die Sardinen in der berühmten Büchse geschichtet liegen und sich sonnen...


Aggenstein und Bad Kissinger Hütte (rechts)
Aggenstein und Bad Kissinger Hütte (rechts)
Gimpel-Hütte (rechts im Wald)
Gimpel-Hütte (rechts im Wald)
Links der Brunnen trägt die Jahreszahl 1573
Links der Brunnen trägt die Jahreszahl 1573

Kurz vor Tannheim...
Kurz vor Tannheim...
Blick auf den Einstein... (Berg - nicht der aus Ulm)
Blick auf den Einstein... (Berg - nicht der aus Ulm)


Die Wettervorhersage trifft nicht zu - und ich bin nicht böse drüber...

Nein - das ist nicht mein Frühstück... Ich hatte gestern noch einen Job als m+m' chen Verkäufer...
Nein - das ist nicht mein Frühstück... Ich hatte gestern noch einen Job als m+m' chen Verkäufer...

Die Nacht war - nicht so wie in den letzten Tagen - ungewöhnlich warm. Mein Thermometer zeigte während der Nacht nur minus 6 Grad. Noch vor 3 Tagen waren es minus 19 - und das ist dann doch schon verdammt kalt. Bei diesen Temperaturen überziehen sich beim Atmen die Nasenhaare (ok - ich sollte mal wieder meine stutzen) mit einem kalten aber spürbaren Eisfilm... die Kälte ist also riechbar...

 

Heute dagegen ist es wieder angenehm warm für einen Wintertag. Die Loipe ist griffig und schnell - umso höher ist der Spaßfaktor auf den dünnen Brettern.

Jedoch ist zu jederzeit die nötige Vor- und Umsicht geboten. Ich kann einen rasant fahrenden Blaulicht-Sani auf der Strasse beobachten, der sich seinen 

Die Frau mit den weißen Hosen sucht ein Taxi...
Die Frau mit den weißen Hosen sucht ein Taxi...
Wie sieht es aus? Machen wir noch ne Runde oder gehen wir doch gleich zum gemütlichen Teil des Tages über...
Wie sieht es aus? Machen wir noch ne Runde oder gehen wir doch gleich zum gemütlichen Teil des Tages über...

Weg durch die sich stauenden Autos auf der Strasse bahnt. Wenig später sehe ich genau diesen Sani-Bus wieder an der Loipe, deren Sanitäter einen wohl verletzten Langläufer, der beim Überqueren einer Strasse gestürzt ist, bergen. Wir reduzieren unsere Reisegeschwindigkeit... gesund ankommen ist besser als Beckenbruch...


Guck' aus dem Fenster und genieße den Tag

Ich komme gerade zurück vom morgentlichen Spülen... Kann denn der Himmel in einem noch schöneren Blau erstrahlen?
Ich komme gerade zurück vom morgentlichen Spülen... Kann denn der Himmel in einem noch schöneren Blau erstrahlen?

Waren die Temperaturen gestern noch im dezenten Minusbereich, so sind heute morgen erfreulicherweise bereits Plusgrade zu verzeichnen. Und so beschließen wir, nach den gestrigen Aktivitäten (und dem feucht-fröhlichen Abend) einen ruhigen Wandertg einzulegen.

 

Da ich momentan - in meinem Knie und in meiner Hüfte sind vermutlich zuviele Komponenten, die bei Bewegung zu schmerzhaften Reaktionen neigen - nicht sonderlich gut zu Fuß bin, ersetze ich die von der Gruppe gewählte Wanderstrecke gegen eine kleine Busfahrt. 


Busfahrplan Tannheim - Vilsalpsee
Busfahrplan Tannheim - Vilsalpsee
Skikindergarten Tannheim
Skikindergarten Tannheim
Während ich auf den Bus warte, kommt mir ein Säbelzahntiger entgegen...
Während ich auf den Bus warte, kommt mir ein Säbelzahntiger entgegen...

Gleich werden die Kinderrennen gestartet... Im Hintergrund: s'Neunerköpfle...
Gleich werden die Kinderrennen gestartet... Im Hintergrund: s'Neunerköpfle...
Der Vilsalpsee - im Winter immer tief zugefroren - ein Idyll im Tannheimer Tal...
Der Vilsalpsee - im Winter immer tief zugefroren - ein Idyll im Tannheimer Tal...
Immer wieder schön - ein Platz an der Sonne am Vilsalpsee...
Immer wieder schön - ein Platz an der Sonne am Vilsalpsee...


Mit den Vogter Freunden auf die Loipe in Tannheim

Wir sind mit (wohl unseren ältesten) Vogter Freunden im Tannheimer Tal verabredet. Wobei - wenn ich sage, dass das unsere ältesten Freunde sind - dann meine ich, dass wir die beiden Vogter schon seit ca. 50 Jahren kennen und wirklich viele schöne Stunden miteinander genießen durften. 

Das Wetter ist durchwachsen und - Gott sei Dank - besser als die Wettervorhersage bei www.wetter.com. Auch die Temperaturen dümpeln im noch milden Minusbereich so vor sich hin. Der Wind kommt erst mal von hinten, was die Motivation auf der Loipe steigert - zumindest in der ersten Hälfte der Langlaufrunde. Die zweite Hälfte (irgendwann geht es ja mal wieder in die Richtung, aus der der Wind bläst) kühlt beide Gesichtshälften, die sich während er ersten Runde sichtbar erwärmten, erfrischend ab. Gerne hätte ich mal ein Foto von unseren roten Bäckchen geschossen - allein die Tatsache, dass ich das Handy - und somit auch den Knippser - im Wohnwagen vergessen habe - hindert mich an diesem Vorhaben.


Skatingrunde Schattwald bei schönem Winterwetter

Fast wäre ich heute gar nicht mehr aufgewacht. Auf den Oberlichtern des Wohnwagens liegt noch Schnee und wenn alle Verdunklungen aktiviert sind, dann ist es stockdunkel oder "Kuha-naaacht" - wie der Schwabe sagen würde. Aber schlafen macht ja bekanntlich schön... 

Erst so gegen halb zehn sitze ich endlich beim leckeren Frühstück. Die dicken Haufenwolken, die sich noch um die Bergspitzen versammelt haben, lösen sich ganz langsam in Luft auf und es verpricht, ein schöner Tag zu werden. Die Temperaturen lagen nachts so um die minus 8 Grad, das ist nicht allzu warm...

Die (fast) menschenleere Skatingloipe führt mich heute über Deutschland zurück nach Österreich
Die (fast) menschenleere Skatingloipe führt mich heute über Deutschland zurück nach Österreich

Über der linken Schuppendachhälfte ist das Gasthaus Zugspitzblick zu sehen, das erst 1985 erbaut wurde. Links davon eine kleine Kapelle.
Über der linken Schuppendachhälfte ist das Gasthaus Zugspitzblick zu sehen, das erst 1985 erbaut wurde. Links davon eine kleine Kapelle.
Blick zurück Richtung Rehbach... Die zwei Haatscher wollten unbedingt auch noch auf's Foto...
Blick zurück Richtung Rehbach... Die zwei Haatscher wollten unbedingt auch noch auf's Foto...
Auf dem Campingplatz angekommen, haben sich meine Ski einen Platz an der Sonne verdient... und ich ne Dusche...
Auf dem Campingplatz angekommen, haben sich meine Ski einen Platz an der Sonne verdient... und ich ne Dusche...

Nach einem kleinen Mittagsschläfchen fahre ich noch kurz um Einkaufen. Im Kühlschrank stimmen bereits die Mäuse Klagelieder an. Und so erstehe ich im M-Preis ne Schlosswurst. Der Wurstsalat hinter der Theke versucht zwar, mit mir in Kontakt zu treten, doch ich kann einfach nicht alles vernaschen, was sich mir in den Weg stellt...

In die Tüte kommt noch ein Joghurt (Kaffee), der schmeckt einfach saulecker, Bier und eine Tube Zahnpasta. Die meinige droht in den nächsten Tagen ihren Dienst zu versagen... und wenn ich sie auch noch so quetsche...


Da ist mal wieder was mächtig falsch gelaufen...

Muss gleich in die Hauptklinik - da wurde mir letzte Woche ne Hauptprobe von meiner Backe (nicht die im  hinteren Bereich...) entnommen. Heute werden die Fäden gezogen und mir das Ergebnis der Untersuchung mitgeteilt, sofern bereits ein Ergebnis da ist. Eine nette Krankenschwester zieht mir die Fäden... schmerzlos - oder bin ich einfach nur so tapfer?

Dann kommt der Arzt und erklärt mir, dass da ein grösseres Hautstück entfernt werden muss. Das will er in der Klinik in Blaubeuren machen, da hat er bessere Möglichkeiten wie in der Praxis. Er will ja nicht, dass mein Auge nach der OP an der Backe unten hängt. Ich denke an Quasimodo und dass ich nicht mehr auf Brautschau bin... Ich solle den Schlafanzug und die Zahnbürste  mitnehmen. Er vereinbart gleich einen OP-Termin: 05.03.2018.

 

Da ich morgen mal wieder auf meinen Skatingbrettern ne Runde im Tannheimer Tal drehen will, packe ich schnell meine Sachen zusammen und schon bin ich in Richtung Schnee unterwegs. Auf dem Campingplatz angekommen, schließe ich erst mal meinen Wohnwagen auf und erstarre buchstäblich. Arschkalt - 0 Grad. Und dabei habe ich doch das letzte Mal beim Verlassen des Wohnwagens die Heizung auf 8 Grad gestellt, damit es nicht so bockelkalt wird. Ich prüfe die Einstellungen - alles richtig - es müsste mindestens 8 Grad haben. Aber die Heizung springt irgendwie nicht an. Ich bin stinkig, nehme die Schaufel und schippe erst mal den Schnee beiseite, damit ich mit meinen Auto auf meinen Parkplatz fahren kann. 

Nach getaner Arbeit gehe ich wieder in meinen Wohnwagen zurück... ärgere mich... immer noch arschkalt. Bevor mir das Bier im Kühlschrank gefriert, öffne ich ein Fläschchen und nehme einen Schluck... auch arschkalt. Ich beschäftige mich noch einmal mit dem Heizungspanel. Gehe Schritt für Schritt die Einstellungen durch. Und da fällt es mir wie Schuppen von den Augen - die Heizung ist einfach ausgeschaltet... Ein einfacher Klick auf den "EIN"-Button genügt, und schon vernehmen meine Ohren das ersehnte "Heizungsgeräusch".

Ich unterdrücke mein Jubeln... und ärgere mich gleich anschließend über die Erkennung, dass ich wohl beim letztmaligen Verlassen des Wohnwagens die Heizung in einem Anflug einer geistigen Umnachtung ausgeschaltet haben muss... 


Und weil es so schön war... gleich noch einmal

Bei der Wende in Grän
Bei der Wende in Grän

Bis auf einen nicht mehr enden wollenden Hustenanfall mitten in der Nacht, hinterließ die gestrig eingeatmete Frischluft keine weiteren Spuren. Nach dem Frühstück hatten sich auch die letzten Nebelfetzen verzogen und es versprach, ein herrlicher Tag zu werden. 

Im Hintergrund der Aggenstein
Im Hintergrund der Aggenstein

Ich überlege, ob ich heute mal wieder die Tourenski anschnallen sollte... Allerdings hat mir die gestrige Runde in der klassischen Loipe so gut gefallen, dass ich heute bei dieser Technik bleiben möchte. 

Die klassische Technik erlernte ich so ca. 1970, also gut und gerne vor über 45 Jahren. Einer meiner damaligen Sportfreunde überredete mich in dieser Zeit, in Langlaufski zu investieren... In Scheidegg machte ich meine ersten Gehversuche. Und wenig später kauften wir uns einen jungen Skilehrer, der uns auf dem Dachsteingletscher in die Geheimnisse des lautlosen Dahingleitens einführte.

Bildmitte: Läuferspitze, rechts daneben Gimpel und Rote Flüh
Bildmitte: Läuferspitze, rechts daneben Gimpel und Rote Flüh


Endlich mal wieder an die frische Luft...

Meine Erkältung macht sich so langsam aus dem Staub, so dass ich meinen Körper durchaus mal wieder in Verbindung mit Frischluft bringen kann. Die Loipen im Tannheimer Tal sollen noch gut in Schuss sein - also nix wie rüber zu unseren österreichischen Freunden.

 

Blick Richtung Füssener Jöchle
Blick Richtung Füssener Jöchle
Vom Neunerköpfle landet ein Gleitschirmflieger
Vom Neunerköpfle landet ein Gleitschirmflieger

Die Temperaturen sind angenehm - für Ende Januar fast zu warm. Ich lasse zur Abwechslung meine Skatingski in der Box stehen und entscheide mich für die klassischen Langlauflatten. Ich hatte ganz vergessen, dass diese jede Menge Spaß vermitteln können.


Auf Loipensuche - in Nesselwängle geht's noch...

Ich bin wieder im Tannheimer Tal - aber wenn ich vom Campingplatz auf die Felder blicke, auf denen sich im Winter die Langläufer auf den Loipen tummeln, werden meine Augen feucht. Wie auf einer gut belegten Pizza sich schmackhaften Salamischeiben nebeneinander aufreihen, so sind die Felder durchzogen mit braunen Flecken oder Wasserlachen, die sich großflächig ausgebreitet haben. 

So fahre ich nach Nesselwängle, da sind meist die Loipen noch befahrbar... Und ich bin mal wieder angenehm überrascht: Was ich vom Auto aus erkennen kann - sieht durchaus erfreulich aus. Auch sind einige Loiper und Loiperinnen zu sehen.

Blick vom ver(w)eisten Parkplatz (wo sind die Autos?) in RIchtung Nesselwängle (rs. Hahnenkamm Rückseite)
Blick vom ver(w)eisten Parkplatz (wo sind die Autos?) in RIchtung Nesselwängle (rs. Hahnenkamm Rückseite)

Das Wetter macht schneeblind... die Loipe ist echt gut - jedoch in dem Einheitsweiß nicht auszumachen...
Das Wetter macht schneeblind... die Loipe ist echt gut - jedoch in dem Einheitsweiß nicht auszumachen...

Ich parke auf dem teilweise sehr glatten Parkplatz extra in der Nähe des Parkschienverkaufsautomaten, damit ich nicht weit laufen muss, um ein Ticket zu lösen. Ich nehme Ski und Stöcke und stackse übers Eis zur Loipe. Diese ist in einem überraschend guten Zustand und es macht richtig Freude, die Ski über den Schnee gleiten zu lassen.

Allerdings ist meine momentane Form noch weit von meiner angestrebten Höchstform entfernt. Aber ich werde dran arbeiten, sofern Frau Holle noch einmal kräftig ihre Federbetten schüttelt.

 


Ich habe heute im Radio gehört, dass zu Beginn eines jeden Jahres die Teilnehmerzahlen in den Fitness-Studios stark ansteigen. Ein Betreiber eines Studios erzählte, dass er einen Abo-Kunden hatte, der über 10 Jahre lang brav seine Gebühren bezahlte, jedoch pro Jahr nur 3-4 mal das Studio nutzte. Der Betreiber bot diesem Kunden an, den Vertrag zu kündigen, er rentiere sich ja nicht. Der Kunde aber sagte, dass er irgendwann öfters kommen werde... Und in der Tat - nach jahrelangem "Oh, mir fehlt einfach die Zeit", konnte der Studio-Betreiber den Kunden überreden öfters zu kommen - und er kommt seit Monaten fast täglich...

Manchmal dauert es eben etwas länger den inneren Schweinehund zu überreden oder gar zu besiegen. 


Es glänzt nicht jeder Tag durch eitel Sonnenschein

Schon gestern brachen wir auf ins das schneebedeckte Tannheimer Tal, mit Sohn, Schwieger- und noch des Skifahrens nicht mächtiger Enkeltochter. Während wir uns im Wohnwagen heimelig einrichten, drehen die jungen Eltern mit den Langlaufski eine erste Runde. 

 

Das Wetter verschlechtert sich zusehends... Als die beiden ihre überschüssigen Kräfte in der Loipe verlustig geworden waren, gibt es noch ein gemeinsames Abendessen: Spaghetti mit dieser leckeren Soße - wobei mir die Schreibweise just dieser im Moment entfallen ist. 

Blick durch das Wohnwagefenster - Schwachregen...
Blick durch das Wohnwagefenster - Schwachregen...

Blick durch das Wohnwagenfenster... Starkregen
Blick durch das Wohnwagenfenster... Starkregen
Blick auf's Neunerköpfle - leider momentan nicht zu sehen...
Blick auf's Neunerköpfle - leider momentan nicht zu sehen...

Der nächste Morgen bietet Regen im Überfluss - wie auch schon die ganze Nacht. Sturmböen mit bis zu 120 km/h bringen Wohnwagen und Zelt ab und zu ins Wanken.

Ein ungefährdeter Seilbahnbetrieb kann nicht mehr garantiert werden - er wird deshalb richtigerweise


eingestellt. Nur die kleinen Schlepplifte versehen noch ihren Dienst. Der Regen dauert bis zur Mittagszeit an, dann werden die Tropfen wieder - nach einer kurzen Hageleinlage - zu Schnee. Da bleibt uns Zeit, um nach Füssen zu fahren, ne Flasche Gas (für die Aohnwagenheizung) zu besorgen und eine kurze kurze Autowandertour durch das Städtchen zu unternehmen.

 

Das geplante gemeinsame Essen mit der jungen Generation verschieben wir auf den Folgetag - zu heftig sind Wind und Wetterkapriolen.  

Skitour auf die Sonnenalm (die erste)...

Im Hintergrund die Läuferspitze
Im Hintergrund die Läuferspitze

Ich blicke aus dem Vorzelt und sehe die Sonne über die Berge blinzeln. Es verspricht ein herrlicher Tag zu werden. Was ist denn da an meinem Auto? Ach ja, da ist noch der Abschlepphaken, den ich gestern Abend noch installieren musste. 

 

Auf dem Weg zur Dusche schraube ich ihn raus und werfe ihn ins Innere meines fahrbaren Untersatzes. Heute wartet meine erste diesjährige Skitour auf die Sonnenalm auf mich. Da die letzte Skitour bestimmt schon 10 Monate her ist, muss mich erst mal auf die Details konzentrieren.


Was ziehe ich an und was muss in den Rucksack? Wo sind denn meine Felle und meine Tourenschuhe? Schlussendlich habe ich dann alles zusammen: Am Körper sind Unterwäsche, Rolli, die Skatinghose, die ich für tourentauglich eingestuft habe, eine winddichte leichte Jacke, leichte Handschuhe und eine Wollmütze.

 

In meinen Rucksack stopfe ich einen Anorak, Skihandschuhe (alles für die Abfahrt), und Unterwäsche sowie Rolli zum Wechseln. Den Skihelm hänge ich aussen an den Rucksack. Noch etwas Geld, ein kleines Getränk und 2 Riegel für schlechte Zeiten...

Blick zurück auf die Tannheimer Berge...
Blick zurück auf die Tannheimer Berge...

Leck fett - das ist härter als ich mir das vorgestellt habe...
Leck fett - das ist härter als ich mir das vorgestellt habe...

Auf dem Weg nach oben sind einige ganz schön steile Passagen zu bewältigen (bin ja noch ein blutiger Anfänger). Hinter mir bemerke ich irgendwann das typische Geräusch eines Tourengehers - das Setzen eines Skis in den Schnee und das Nachziehen des anderen. Ich spüre schon den Atem in meinem Nacken...

 

Warum überholt mich der Kerl nicht - denke ich so bei mir und stapfe tapfer weiter. Und irgendwann höre ich nicht mehr dieses typische Geräusch - und auch keinen Atem mehr...


Irgendwann mache ich ne Fotopause, blicke nach hinten - aber da ist niemand mehr... Ich bin zufrieden.

 

Oben angekommen, geht es erst mal in den Keller (da sind auch die Toiletten) zum Umziehen. Im Gang stehen die Frauen vor ihrem Örtchen Schlange - naja es ist Urlaubszeit und die Sanitäranlagen sind hier nicht unbedingt auf Massentourismus ausgelegt. 

 

Ich kann an einem Tisch (nicht im Lokal - im Keller...) gerade noch einen freien "Umziehplatz" ergattern. 

 

In der Mulde (Mitte) sieht man die Sonnenalm
In der Mulde (Mitte) sieht man die Sonnenalm

Schnee hat's genug...
Schnee hat's genug...

Rechts neben mir 2 Frauen und bestimmt 4 Männer, links neben mir ein Mann mit freiem Oberkörper und allgäuer Dialekt: "Ma könnt moana, heit gibt's was gratis - soviel Leit sind seltn do". Ich bejahe: "Der wo heit bei dem Kaiserwettr it aus'm Haus goht, der isch krank oder liegt auf'm Friedhof". 

 

In der Kneipe kann ich gerade noch einen Soloplatz beschlagnahmen. Ich lasse Helm und Rucksack auf der Bank zurück und stelle mich in die Schlange der Hungrigen. 


Während ich meine Spaghetti meinem eingeschrumpften Magen zuführe, muss ich mir 2 Gespräche - ob ich will oder nicht - zu Gemüte führen. Rechts neben mir ein sportlicher Typ über 50 (Skifahrer), daneben eine flotte Dame, die erste 50 wird in Normalkleidung. Sie ist als Kind mal Ski gefahren, hat aber nun Angst vor dem Schnee. Das will der sportliche Typ ändern und er will ihr einen Privatkurs verpassen. Sie - da sie ganz offensichtlich nicht nur mit ihm Skifahren will - willigt ein und erzählt, dass sie früher mal den Stockeinsatz wirklich gut beherrschte...

 

Links von mir leerte ein Opa ein Glas Rotwein und quetschte gleichzeitig aus seinem Enkel (vermutlich) die Details der anstehenden Silvesterparty...


Manchmal landet man im Graben...

Es ist ja mal wieder Schnee angesagt - zumindest im Süden. Und da mein Wohnwagen ja noch südlicher sein Dasein fristet als ich selbst, beschließe ich, genau diesem einen Besuch abzustatten. Schnell einige Sachen gepackt und dann ab ins Tannheimer Tal. 

Diesmal tritt der Schock kurz vor der Ausfahrt Oy-Mittelberg auf... Winterlicher Schnee ziert die Autobahn und dezente Fahrweise ist angesagt. Schnee liegt auf der Straße und zwischen den Jahren haben wohl die Räumdienste Urlaub. So zottle ich hinter einem "max.50 km/h Nordlicht" her. 

 

Im Tannheimer Tal angekommen muss ich ja dann links zum Campingplatz abbiegen. Vor mir immer noch die besagte Type mit der reduzierten Horizontalbeschleunigung. Oh Gott, der setzt auch den Blinker. Die Auffahrt zum Campingplatz hat heute noch kein Schneepflug gesehen - und so kommt, wie es eben kommen sollte...

 

Der Kerl vor mir verliert auf der - nicht sonderlich ansteigenden - Strecke immer mehr an der ohnehin sehr geringen Geschwindigkeit. %&$!?! Und jetzt steht er auch noch - kommt keinen cm mehr vom Fleck. Oh Gott - ich hätte noch Grip ohne Ende - Überholen geht nicht, dafür ist das Sträßchen zu schmal. Also drücke ich auf die Bremse - ein weiteres Anfahren war in diesem Schnee ein Ding der Unmöglichkeit. Um diesen Umstand wissend, lasse ich mich (wie auch mein "Vormirherfahrer") wieder auf die Hauptstraßé zurück rollen... und so geht das 3 mal... und so geht das 3 mal gut.

 

Beim 4. Mal des Zurückrollens - die Insassen des "VormirAutos" sind in der Zwischenzeit alle ausgestiegen und laufen die 100 m zum Campingplatz zu Fuß. Wir starten einen erneuten Versuch... ich komme zuweit nach rechts und versinke in einer Schneewehe - Ende. Ein Allradler, ebenfalls Camper, versucht mich mich noch raus zuziehen. Doch auch er ruschte wie auf einer Schlittschuhbahn. 

 

Doch dann taucht der Schneepflug auf - ein riesiges Gerät mit Ketten links, rechts, vorne, hinten - der hängt mich kurzerhand an seine Schaufel und wie ein kleines Spielzeugauto zieht er mich in seinem Schlepptau auf die Höhe des Campingplatzes. Ich bedanke mich - nicht ohne ihm ein Scheinchen für einen Kaffee mit Schuss in die Hand zu drücken und ein erleichtertes Danke an den netten Mann zu bringen.

 

Ok - nun ist ja nur noch mein Parkplatz vom Schnee zu befreuen... 


Das hätte ich nicht gedacht...

In den letzten Tagen war das Wetter auf der schwäbischen Alb ja ziemlich bescheiden. Das Thermometer bewegt sich so um die Null Grad - hatte aber weder nach oben noch nach unten größere Ausreißer. Des nachts schneite es dann mal 3 cm, mal 5 cm. Tagsüber etwas Nieselregen, etwas Schneefall. Mich interessiert natürlich, was der Winter im Tannheimer Tal macht - schicke der Heizung meines Wohnwagens ne kurze sms, damit sie weiß, dass sie schon mal mollige Wärme erzeugen kann - und schon bin ich auf der Autobahn. 

Bis Unterjoch war die Fahrt wie gewohnt. Doch dann werden die vom Schneepflug an die Straßenseite geschobenen Schneewände immer höher. Prima - denke ich so bei mir: Dann steht morgen "Skifahren" auf dem Programm.

Auf dem Campingplatz angekommen - mich trifft der Schlag - Schnee ohne Ende - und ich in locker gebundenen Halbschuhen. Ich habe in meinem Auto ja - Gott sei Dank - noch Wanderschuhe. Aber die spare ich mir für bessere Zeiten auf...

Morgen mache ich dann weiter - geradeaus ist mein Parkplatz (noch nicht sichtbar)
Morgen mache ich dann weiter - geradeaus ist mein Parkplatz (noch nicht sichtbar)

Die Schneeschaufel ist im Vorzelt... das muss ich auch noch besser lösen. Die Schaufel muss direkt am Weg stecken. Sonst muss ich ja immer durch den Tiefschnee waten, die Schaufel aus dem Vorzelt greifen, um mir dann den Weg, den ich schon gestapft bin, frei schaufeln zu können - aber dann habe ich ja schon nasse Schuhe - natürlich auch die Socken... und die Hosen...

Ok - ich beginne zu Schaufeln... aber wohin mit dem vielen Schnee? Wenn ich ihn nur 2 Meter weiter werfe, dann treffe ich ja gleich wieder  auf ihn... Also übe ich mich im Schneeschaufelweitwurf.


Bislang habe ich ja nur die Schaufel aus dem Vorzelt geholt. Nun schaue ich aufs Dach meines Wohnwagens - mir bleibt die Spucke weg. Wo ist der Kamin? Denn wenn der nicht zu sehen ist, dann geht ja auch keine Heizung - und wenn keine Heizung geht, dann ist es saukalt...

Und genau so ist es auch. Die Heizung zeigt "Fehler", wohin soll sie auch die Abgase blasen, wenn der Kamin unterm Schnee versunken ist. Also erst mal die Leiter geholt. Es ist eine zusammenschiebbare Aluleiter, ich glaube man sagt Teleskopleiter. Der Abstand zwischen jedem Tritt kann praktisch zusammengeschoben werden.

Leider hat das Teil unter der im Vorzelt herrschenden Kälte etwas gelitten. Und das zeigte sich nun so, dass die einzelnen Tritte der Leiter - als ich sie auseinander zog - nicht mehr in ihrer stabilen Position einrasteten... was aber zunächst von mir unbemerkt blieb. 

Durchaus erfreulich ist, dass der Ofen im Vorzelt sofort seinen Dienst antritt, als ich ihm Gas und ne Flamme zur Verfügung stelle. Aber ich will ja die Nacht nicht im Vorzelt verbringen - deshalb greife ich zur Leiter und stelle sie an den Wohnwagen, um meinen Kamin frei zu schaufeln.

So ein platzsparendes Teil war das...
So ein platzsparendes Teil war das...

Fast oben angekommen, ging es - und es war so nicht geplant - wieder um 4 Etagen nach unten... weil es eben den Stufen zu kalt war und sie keine Lust hatten, richtig einzurasten. Also zog ich das Teil wieder aus dem Schnee und schob es in das nun schon vorgeheizte Vorzelt. 

Während der Auftauphase der Leiter befreie ich mein Vorzelt vom Schnee. Ich werde morgen bei (hoffentlich) Sonne mal ein Foto machen, auf dem man erkennen kann, wo der Schnee vom Vorzeltdach nun liegt.

Nun macht auch die Leiter wieder einen guten Eindruck und ich bin drauf und dran das Dach den Wohnwagens zu erklimmen - da höre ich ein Knacksen unter mir - ich stehe eine Sprosse tiefer. Sprossenbruch ist besser als Beinbruch denke ich mir und trenne mich nun endgültig von der Leiter. Irgendwie soll ich heute wohl nicht aufs Dach...

Ok - ich nenne ja noch einen ausziehbaren Minibesen mein eigen (normalerweise nur geeignet, um irgendwelche Spinnenhuddeln in großer Höhe zu entfernen). Mit genau diesem ziehe ich nun 10cm - weise den Schnee vom Dach... das dauert... 

Das Vorzelt (rechts) ist erreichbar...
Das Vorzelt (rechts) ist erreichbar...

Aber irgendwann kommt er zum Vorschein. Mit dem  Mob erreiche ich gerade - und er (der Mob) ist 4 Meter lang - den Kamin. Ich schaffe es - die Löcher, die er zum Atmen benötigt (nicht der Mob, der Kamin) wieder frei zu wedeln.

Nach einiger Zeit werfe ich die Heizung an - und was soll ich sagen - nix "Störung" - das ist Schnee von gestern. Ok - es sind erst 3 Grad - aber das wird schon noch... Jetzt, da alles im Fluss ist, fahre ich noch kurz zum powershoppen. Ich brauche Brot, Wurst, Cola und Bier. Als ich wieder auf dem Campingplatz eintreffe, ist die Welt in Ordnung... Das Termometer zeigt schon 14 Grad - steigende Tendenz...

Schnee ist irgendwie auch "Innere Ruhe"
Schnee ist irgendwie auch "Innere Ruhe"


Endlich Winter im Tannheimer Tal...


Ich schlage die Augen auf - durch die Dachluke sehe ich nur Schnee- und Eiskristalle. Ich öffne die Türe des Wohnwagens - Brrr - saukalt - Türe besser wieder zu. Ich packe mich warm ein und gehe zum Duschen in die Sanitärräume. Schock - die Räume sind eiskalt. Die Campingplatzbesitzer haben zwar Urlaub, aber die letzten Jahre waren die Duschen immer angenehm warm (Fußbodenheizung). Ich rasiere mich, schrubbe meine Zähnchen, mache hierbei keinen Unterschied zwischen eigenen und zugekauften...

Es verspricht ein schöner Tag zu werden...
Es verspricht ein schöner Tag zu werden...

Gleich geht es auf die Loipe...
Gleich geht es auf die Loipe...

Dann geht es unter die Dusche. Gerade als ich jede Pore meiner Haut mit warmem Wasser versorgt habe und das duftende Duschdas auf Haut und Haar verteilt habe - Brrr - saukalt - es kommt kein warmes Wasser mehr. Nun bin ich doch stinkesauer auf die Campingplatzbetreiber. Ich dusche also kalt - ich hätte mich genau so gut im Schnee wälzen können - genieße aber dann um so mehr den heißen Kaffee. 

Nach dem Frühstück will ich noch meinen Wohnwagen von Schnee und Eis befreien, was gar nicht so einfach ist. Auf dem Dach hat sich eine 5 cm dicke Eisschicht gebildet - drüber ca. 20 cm Schnee. 


Im Internet steht zwar, dass die Loipen im Tannheimer Tal noch nicht gespurt sind. Bei der derzeitigen Schneelage glaube ich das jedoch nie und nimmer. Also steigen Anne und ich in unsere Langlaufklamotten - die Nacht war kalt: minus 10 Grad - Vom Wohnwagen runter auf die Loipe (wenn sie denn dann gespurt wäre) ist es nur ein Katzensprung.

Und siehe da - ich bin begeistert. Herrliche Loipen liegen uns zu Füßen. Viel schöner sind noch die fehlenden Touristen, die sich sonst auf der Loipe tummeln. Nur vereinzelt setzen (meist Einheimische) ihre Spuren in den Schnee.

Was wünscht man sich mehr... Im Hintergrund von links: Lumberger Grat, Füssener Jöchle, Läuferspitze, Gimpel, Rote Flüh, Ditzel (mini) und Hahnenkamm
Was wünscht man sich mehr... Im Hintergrund von links: Lumberger Grat, Füssener Jöchle, Läuferspitze, Gimpel, Rote Flüh, Ditzel (mini) und Hahnenkamm

Anne (in Führungsposition) nimmt den Linksabzweig...
Anne (in Führungsposition) nimmt den Linksabzweig...
Über Grän schiebt sich eine Nebelbank...
Über Grän schiebt sich eine Nebelbank...

Das erste Mal wieder auf Schnee ist eine sich alljährlich wiederholende Qual. Der Bewegungsablauf ist ungewohnt und anstrengend. Die Klamotten sind irgendwann einfach nicht mehr in der Lage, die abgesonderten Schweißperlen aufzunehmen...


Aber dennoch war es ein wunderschöner  Wintertag - bis auf die morgendliche kalte Dusche...


Kurzfristig - Wanderung zur Strindenalpe

Heute muss ich mal wieder nach meinem Wohnwagen schauen - ich will ihn vor Wintereinbruch noch etwas schrubben und ihn winterfest machen. Das Wasser muss noch aus den Tanks, der Gasvorrat auf ein Maximum aufgefüllt werden, da ich nur ungern im Winter das leise Brummen der Heizung vermissen möchte. Die muss laufen und laufen - wie eine gute Schweizer Uhr. 

Ich erreiche den Campingplatz bei 10 Grad. Das ist doch gar nicht schlecht, denke ich bei mir und schon steige ich in die Wanderhose. Schnell noch ein paar trockene Sachen in den Rucksack gepackt - und schon 

Edenbachalpe - geschlossen - aber damit habe ich gerechnet...
Edenbachalpe - geschlossen - aber damit habe ich gerechnet...

Serpentienenartig geht es nach oben...
Serpentienenartig geht es nach oben...

stehe ich mit meinem Auto auf dem Parkplatz am Haldensee. Ich marschiere los - es ist kurz nach 14 Uhr und der Wanderweg ist menschenleer. Nach der Edenbachalpe entscheide ich mich für den steilen Wanderweg zur Strindenalpe. Es gibt da auch eine etwas gemütlichere Variante - die hebe ich mir für den Rückweg auf...

 

Eine Familie mit 3 Kindern kommt mir entgegen. Als die Kinder mich sehen springen sie wie die Gemsen vom Weg weg ins Ungerechate (schwäbisch: unwegsames Gelände). 


Papa und Mama machen es dann den Kindern nach... So ein Käse - denn ich wollte eigentlich einen Schritt zur Seite machen, um endlich mal meinen Puls wieder runter zu kriegen und meiner Lunge eine kleine Erholungspause zu gönnen.

Also bleibt mir nun nichts anderes übrig, als wie lächelnd,  (die japsenden Schnaufer unterdrückend,) meinen Weg fortzusetzen und ein lockeres "Servus, danke" pro entgegenkommender Person meinen Stimmbändern zu entlocken. Es dauert keine Minute, dann sind die Gemsen ausser Sichtweite und ich kann ne "Fotopause" einlegen.

Der Litnisschrofen hat schon den ersten Schnee abbekommen...
Der Litnisschrofen hat schon den ersten Schnee abbekommen...

Auf der Strindenalpe angekommen, ist erst mal Klamottenwechsel angesagt...
Auf der Strindenalpe angekommen, ist erst mal Klamottenwechsel angesagt...

Als ich die obere Strindenalpe erreiche bin ich von außen und innen nass. Ne, so ein Blödsinn - ich kann ja von innen gar nicht nass werden... vielmehr meine ich, dass mein Outfit außen vom Regen und innen von den Absonderungen meiner Schweißporen (ich habe davon einfach zuviele) total durchnässt ist. 

Nach langem Suchen finde ich eine Freiluftumkleide. Ich schlüpfe in trockene Sachen - schiebe mir einen Riegel (Ablaufdatum 04/2017) hinter die Kiemen und hoffe, dass im Fall der Fälle der Durchfall erst kommt, wenn ich wieder auf dem Campingplatz bin. 


Heute leider keine Selbstbedienung - auch keine Fremd-Bedienung...
Heute leider keine Selbstbedienung - auch keine Fremd-Bedienung...
Verlaufen? Eigentlich nicht möglich...
Verlaufen? Eigentlich nicht möglich...
Eine Dusche gibt's auch in der Nähe...
Eine Dusche gibt's auch in der Nähe...

Blick auf den Haldensee, der heute mal grün eingefärbt wurde ;-)
Blick auf den Haldensee, der heute mal grün eingefärbt wurde ;-)

Der Rückweg ist nun nicht mehr so anstrengend. Der Regen hat auch aufgehört. Auf der Nordseite ist der Weg teilweise noch schneebedeckt. Es ist hin und wieder eisig... so dass ich die Geschwindigkeit auf nahe null bringen muss, um nicht einen unfreiwilligen Abgang zu machen. 

 

Höre ich da Motorengeräusche? In der Tat - da kommt doch tatsächlich so ein schwarzer Geländewagen langsam hochgezottelt. Ob der sich wohl verfahren hat? Der Fahrer grüßt freundlich - naja, vielleicht geht er ja auf die Jagd...


Bald bin ich wieder bei meinem Auto. Der Parkplatz ist in der Zwischenzeit menschenleer. Ich vollziehe noch einen Schuhwechsel - und schon bin ich wieder in meinem Wohnwagen...


Wanderung zum Gamskopf

Für heute - und es ist immer noch herrliches Wetter - ist eine Wanderung auf den Gamskopf angesagt. Wir fahren nach Grän zur Talstation der Bergbahn, die die Touristen zum Füssener Jöchle hoch schaufelt. 

Wir nehmen den Wanderweg. Den kenne ich gut, da habe ich mich doch im Winter mit den Tourenski schon einige Male hochgeschleppt. Erst geht es am Logbach entlang, hier ist es immer kalt - Sommer wie Winter. Dieser wird dann nach links überquert und schon scheint uns die Sonne auf den Pelz. Der Weg führt überwiegend über die Skipiste.

Ich hätte auch die Bahn nehmen sollen...
Ich hätte auch die Bahn nehmen sollen...

Das Steilste kommt zum Schluss...
Das Steilste kommt zum Schluss...
Auf dem Füssener Jöchle...
Auf dem Füssener Jöchle...
Ausblick vom Gamskopf (100 km, 50 Gipfel)
Ausblick vom Gamskopf (100 km, 50 Gipfel)

Übers Füssener Jöchle, das mit der Seilbahn zu erreichen ist, gehen wir weiter zum Gamskopf - ist ja nicht mehr weit. Wir werden belohnt mit einer herrlichen Aussicht, die bei gutem Wetter über 100 km gehen soll. In der Sonnenalm finden wir ein - der Name ist Programm - sonniges Plätzchen, total windstill, auf der kleinen (unbekannten) Sonnenterrasse. Auf der großen Sonnenterrasse, auf der wir uns erst niederlassen wollten weht ein frisches Lüftchen. 

Blick auf 3 Seen: rs_hinten Forggensee, der kleinere links ist der Hopfensee und etwas weiter unten ist ein Ministück des Weissensees zu erkennen.
Blick auf 3 Seen: rs_hinten Forggensee, der kleinere links ist der Hopfensee und etwas weiter unten ist ein Ministück des Weissensees zu erkennen.
In der Mitte des Bildes ist gerade ein Gleitschirmflieger (Tandem) gestartet.  In der Bildmitte: Grän, im Hintergrund Tannheim.
In der Mitte des Bildes ist gerade ein Gleitschirmflieger (Tandem) gestartet. In der Bildmitte: Grän, im Hintergrund Tannheim.
Entdeckt auf dem Weg zum WC (Sonnenalm)
Entdeckt auf dem Weg zum WC (Sonnenalm)

Den Abstieg ins Tal hätte ich lieber mit dem Bike bewältigt. Wandern ist nicht unbedingt meine bevorzugte Gangart - besonders nicht steil bergab. Nur gut, dass wir uns noch Wanderstöcke in meinem bevorzugten Sportladen Müller in Zöblen ausgeliehen haben...


Tannheimer_Tal_Runde mit Julia

Julia, meine Nichte, hat sich diesen Sommer ein neues Bike zugelegt. Heute nimmt sie sich mal einen halben Tag frei, um mit mir im Tannheimer Tal mit ihrem Onkel eine gepflegte Ausfahrt zu unternehmen - was mich natürlich sehr freut. 

Das Wetter könnte nicht besser sein, für Mitte Oktober ein Traumtag mit (fast) sommerlichen Temperaturen. Wir starten und fahren auf der Sonnenseite bis nach Grän. Dann wechseln wir die Talseite und verschwinden im Schatten der Krinnenspitze. Es beginnt die schweißtreibende Auffahrt zur Krinnenalpe,

Blick zurück  nach Nesselwängle
Blick zurück nach Nesselwängle

bzw. zum Meraner Steig. Für Julia ist es der erste lange Aufstieg mit ihrem Bike. Problemlos meistert sie diese Herausforderung. Bei der Abfahrt nach Rauth kommt richtig Freude auf - endlich können sich die Beinchen etwas erholen.

Endlich am Adlerhorst...
Endlich am Adlerhorst...

Die nächste Station ist der Adlerhorst. Dort wartet schon Anne, meine Frau, die erst später losgefahren ist. Vor dem Adlerhorst sind noch 3 steile Rampen zu bewältigen. Ich stelle mich schon auf "schieben" ein - werde aber bitter enttäuscht. Julia ist immer dicht hinter mir.

Blick vom Adlerhorst. Im Hintergrund Hahnenkamm (ls) und Gaichtspitze (rs)
Blick vom Adlerhorst. Im Hintergrund Hahnenkamm (ls) und Gaichtspitze (rs)

Wir stärken uns im Adlerhorst, genießen den Ausblick und fahren dann gemeinsam auf der Sonnenseite des Tales zurück zum Campingplatz. Das Neunerköpfle und die Rohnenspitze werfen schon lange Schatten über Tannheim und weite Teile des Tales.

Rund um den Adlerhorst gibt es...
Rund um den Adlerhorst gibt es...
...viel zu bewundern...
...viel zu bewundern...

Ein letzter Blick in Richtung Gimpel und Rote Flüh, dann noch 200 m in die Pedale steigen und wir können aus dem Sattel steigen. 


Mal wieder auf die Krinnenalpe

Für die Kühe gibt es noch genügend Futter...
Für die Kühe gibt es noch genügend Futter...
Das schwarze Schaf der Familie
Das schwarze Schaf der Familie

Nachts fiel die Temperatur auf 0 Grad. Einige Schleierwolken zieren noch den Himmel, während die Sonne auf den Campingplatz scheint. Ich habe meine Radschuhe in die Sonne gestellt, da sie die Nacht im Vorzelt verbringen mussten. 

Ich packe mich warm ein, Beinlinge, langes Skiunterhemd... im Schatten ist es noch grimmig kalt, als ich mich auf den Sattel schwinge.


Erst mal bleibe ich auf der Sonnenseite des Tals. Am Haldensee wechsle ich auf die Schattenseite - brrrr, kalt. Bei der Auffahrt zur Krinnenalpe wird mir wieder warm, was aber nicht an der Sonne liegt...

Ein E-Bike rollt an mir vorbei - das ist ja nun nicht schwierig, denke ich und strample weiter. Irgendwann höre ich hinten wieder ein Biker anrollen. Bestimmt wieder ein E-Bike - und ich bin überrascht, als ein Typ in kurzem Dress an mir vorbei zieht. Dagegen bin ich angezogen wie ein Eskimo. Der Kerl muss frieren, denn so ein Weichei bin ich doch nicht.

Rote Flüh, und wenn du genau hinschaust, dann erkennst du das Gimpelhaus (etwas unterhalb der rechten Mulde)
Rote Flüh, und wenn du genau hinschaust, dann erkennst du das Gimpelhaus (etwas unterhalb der rechten Mulde)

Meraner Steig
Meraner Steig
Endlich geht's bergab...
Endlich geht's bergab...

Auf dem Meraner Steig sehe ich keine Menschenseele - alles wie ausgestorben.

Nun geht es nur noch bergab, auch in der kleinen Ortschaft Rauth ist es ruhig. Nur auf der sonnigen Terrasse der Vesperstube "Klein Meran" sitzen ein paar Wanderer.


Es geht an der Regenbogenkapelle vorbei und dann auf die (wieder sonnige) Talseite.

Ein kurzer Verfahrer zwingt mich wieder ein Stückchen bergab, dabei habe ich mich beim bergauf so angestrengt.

 

Bald ist der Adlerhorst erreicht...
Bald ist der Adlerhorst erreicht...
Der Adlerhorst (Mittwoch geschlossen)
Der Adlerhorst (Mittwoch geschlossen)

Nun habe ich den Aufstieg zum Adlerhorst. Unterwegs lese ich: "Mittwoch geschlossen" - und heute ist Mittwoch. Ich habe nichts anderes erwartet... Also nehme ich einen Schluck aus der Pulle (Radflasche), steige ich nochmals in die Pedale. Auf dem Campingplatz - der nun nicht mehr weit entfernt ist - wartet meine Liege...

Heute ist es wärmer - also nix wie rauf aufs Älpele

Auf'm Älpele tut ne Pause gut...
Auf'm Älpele tut ne Pause gut...

Eigentlich wollte ich ja das Gras stutzen - aber erst ist mal eine schöne Radrunde angesagt. Es war ja erst vor ein paar Tagen Almabtrieb (Viehscheid). Nach dem Almabtrieb sind ja normalerweise die guten Almhütten geschlossen, da die Kühe wieder im Tal sind und auf der Alm keine Arbeit anfällt.

Immer gut besucht... s'Älpele
Immer gut besucht... s'Älpele

Unterwegs wird auf einer Tafel angezeigt, dass das "Älpele" auf hat. Also nehme ich die 400 hm Schotterweg in Angriff. Es ist fast so wie immer: Nix passt. Im Schatten ist es zu kalt - in der Sonne zu warm. Ich bin heute gut angezogen und schwitze... das ist besser als bibbern. Oben angekommen, bestelle ich Würstel und Radler und suche mir einen geschützten Platz an der Hauswand. Bei der Abfahrt, die etwa 10 Minuten dauert (der Aufstieg ca. 50 Minuten) komme ich mit mir überein, den Nachhauseweg übers Lohmoos  anzutreten. Diese Tour bin ich schon einige Male gefahren - sie gefällt mir. 

Der Aufstieg ist ebenfalls über einen gut fahrbaren Schotterweg  zu packen - 40 Minuten. Und dann geht es meist nur noch bergab, mit einigen Schotterhaarnadelkurven - und ich kann an den vorhandenen Bremsspuren erkennen, dass heute schon einige Profis unterwegs waren. 

 

Auf dem Campingplatz angekommen, fülle ich erst mal meinen Energiespeicher. Im Anschluss gönne ich mal meiner Schaltzentrale eine kleine Ruhepause in Form eines Schläfchens...  Ach ja - aber nun ist der Rasen dran...


Tannheimertalfreitagsrunde, Kienzerle, Haldensee, Schäferhüttenweg, Kienzerle

Am Füssener Jöchle... Wasser für die Schneekanonen...
Am Füssener Jöchle... Wasser für die Schneekanonen...

Es ist Freitag und der Rasen am Wohnwagen sollte mal wieder zum Frisör. Da der Rasen nicht laufen kann, muss eben der Frisör zum Rasen. Und da ich hierfür eine Rasenschere benötige, die unsere aber den Geist aufgegeben hat, kaufe ich unterwegs noch eine... 

Blick vom "Vater unser Weg"...
Blick vom "Vater unser Weg"...

was mir noch ganz unverhofft einen Strafzettel beschert. Da das Wetter im Tannheimer Tal gar nicht so schlecht ist, beschließe ich, ne kleine Runde mit dem Bike zu drehen. Ich habe mich für ein kurzärmeliges Trikot entschieden - das war falsch. Der Wind ist einfach zu frisch - die Haut meiner Ärmchen ähnelt der einer gerupften Henne. Also radle ich wieder in Richtung Campingplatz, bevor ich mir noch ne Lungenentzündung hole.


Meine letzten Radfahrten...

Aktivitäten der aktuellen Woche...



Kurze Fahrt auf die Stuibensennalpe

Wie immer beginnt der Tag mit der allmorgendlichen Körperputz- und Pflegeaktion. Ich schalte meine elektrische Zahnbürste ein, um meine Beisserchen zu schrubben. Als ich damit fertig bin, drücke ich wieder den An-/Aus Schalter - doch nichts passiert. Die Bürste schrubbt munter weiter, obwohl es ja nichts mehr zu schrubben gibt. Freundliches Zureden, Klopfen, Stossen, Schimpfen - alles bleibt erfolglos. Die Bürste bürstet munter vor sich hin. Ich packe sie in meinen Kulturbeutel - sie brummt ungebremst vor sich hin. 

 

Ich steige unter die Dusche... trockne mich ab... und an meine Ohren dringt immer noch das Summen der Bürste - allerdings wird es schon etwas langsamer. Als ich mich dann meinem Frühstückskaffee hingebe - ich kann es gar nicht glauben - verstummt das Brummen. Der Akku ist leer - Gott sei Dank. 

 

Da das Wetter ja nicht gerade nach Sommer aussieht, ziehe ich meine Bein- und Ärmlinge an, steige aufs Bike und trete in die Pedale - aufwärts zur Stuibensennalpe. Einige Wanderer sitzen draußen, eingepackt wie im Herbst, und unterhalten sich über die nassen und dadurch schwierigen Wanderwege. Ich hole mir bei der Wirtin ein Radler, lasse es in meinen Magen laufen und mach mich wieder vom Acker.

Stuibensennalpe
Stuibensennalpe

 

 

Abendstimmung am Höfer See
Abendstimmung am Höfer See


Mit Ersatzrad im Tannheimer Tal

Jetzt hole ich erst mal mein Ersatzrad... meins lässt ja immer noch auf sich warten - leider. Im Bikeladen wird das Rad erst mal für mich richtig eingestellt - Dämpfer, Federgabel, Sattel... nun kannst los gehen. Zu Hause packe schnell ein paar Sachen zusammen, dann gehts ab ins Tannheimer Tal. 

Dort angekommen, teste ich das "neue" Rädchen. Es ist etwas weich - schaukelt zuviel - aber das werde ich noch umstellen. Ich trete erst rauf zur Krinnenalpe, dann den Meraner Weg und über den Adlerhorst wieder zurück auf den Campingplatz.

In der Mitte: Rote Flüh und Gimpel
In der Mitte: Rote Flüh und Gimpel

Blick auf Nesselwängle
Blick auf Nesselwängle
Abfahrt nach Rauth, im Hintergrund: schneebedeckte Lechtaler Alpen
Abfahrt nach Rauth, im Hintergrund: schneebedeckte Lechtaler Alpen


Kienzerle, Lechradweg, Nesselwang, Kienzerle

Mein Bike ist schwerkrank. Immer wenn ich am Berg mit Kraft ins rechte Pedal trete, dann verwindet sich der hintere Rahmen nach rechts - irgendwie seltsam. Ich hoffe, er hält noch einige Tage durch...

Also werde ich heute nicht so viele Berge fahren und ich nehme den Lechtalradweg, dann den Vilstalradweg - die sind meist topfeben.

In Nesselwang muss ich an einer Tankstelle 2 Eis einwerfen - irgendwie ist es heute sauheiß und ich muss mich abkühlen, zumindest innerlich. Nach dieser leckeren Erfrischung nehme ich den Weg nach Wertach.

Auf dem Bild kann man die Fische nicht sehen, aber sie waren da...
Auf dem Bild kann man die Fische nicht sehen, aber sie waren da...

Landgasthof "Zum alten Reichenbach"
Landgasthof "Zum alten Reichenbach"

Unterwegs entdecke ich den Landgasthof "Zum Alten Reichenbach". Der Biergarten sticht mir gleich ins Auge. Ich gebe meine Bestellung auf - und - das ist mir noch nie passiert, drückt mir die Bedienung einen Würfelbecher in die Hand und muntert mich zum Würfeln auf: Wenn ich 3 Sechsen würfle, dann gibts das Essen umsonst.

Im Biergarten hört man den Reichenbach rauschen...
Im Biergarten hört man den Reichenbach rauschen...

Natürlich lässt sich nur ein Sechser blicken - also werde ich mein Futter eben bezahlen. Wenn du mal in der Nähe bist - der Landgasthof ist durchaus empfehlenswert. Auch ist ein Kinderspielplatz unterhalb des Biergartens... so sind sowohl die Kleinen als auch die Grossen gut aufgehoben. Über Unterjoch trete ich wieder zurück zum Ausgangspunkt.


Burg Falkenstein (höchste Burg Deutschlands)

Der Sommer ist nun so richtig angekommen und ich muss sagen, gestern war es mir einfach zu heiß, um zu biken. Ich habs auf heute verschoben. Nachdem ich meine Küchenarbeit hinter mich gebracht habe, packe ich meine Sachen und fahre ins Tannheimer Tal. Bereits letze Woche wollte ich auf die Burg Falkenstein... habe dann irgendwie den richtigen Weg nicht gefunden - vielleicht hatte ich auch nur nicht den notwendigen Kampfgeist - und heute will ich das mal angehen. 

Ein Ritterturm für Kinder...
Ein Ritterturm für Kinder...

An meinem Wohnwagen angekommen, versorge ich nur noch schnell ein paar Sachen. Ich ziehe meine Radklamotten an - habe mir gestern noch ne neue Radhose gekauft, da sich das Innenleben (Sitzpolster) meiner  alten irgendwie in seine Bestandteile auflöste.

 

Ich bin ja schon einige Male das Vilstal hoch gefahren - heute fahre ich es mal umgekehrter Richtung. Nach einer kleinen Steigung bei der Kläranlage in Tannheim geht es eigentlich nur noch bergab. Wenn mit jemand die Pedale klauen würde - momentan komme ich ohne sie aus. 


Ich lasse es an der Kalbelealb vorbei rollen und dann immer der Vils entlang. Und noch ein Erfolgserlebnis kann ich verbuchen: Kein einziges E-Bike überholt mich. Zufrieden erreiche ich Pfronten.  

Nach einer kleinen Orientierungspause, finde ich den Anstieg zur Burg Falkenstein. Es ist ein schmales Teersträßchen, dann geht es auf einen Schotterweg. Kurze Zeit später könnte ich einen steileren Wanderweg nehmen oder wieder aufs Teersträßchen fahren. Ich nehme den Teer und wie sich dann später herausstellen sollte, war das die einzig richtige Entscheidung.  

Nach einiger Zeit kommt eine Ampel (rot). Darunter der Hinweis, dass zu jeder vollen Stunde erst mal für 15 Minuten die Bergabfahrer die Strasse benutzen dürfen - der Rest der Stunde (also von Stunde:15 - Stunde:59) sind die Bergauffahrer dran. Ich interpretiere meine Uhr: 14:59 - und ich bin Bergauffahrer und übrigens bin ich nur ein Radler und kein Auto. Notfalls kann ich mich immer noch an die Wegkante drücken, wenn ein Auto entgegen kommen sollte. Die Burg ist immerhin Deutschland höchste Burganlage auf 1250 m - erbaut natürlich auf Geheiß eines Tirolers im Jahre 1280. 

Auf dem Bild ist die Zugspitze... aber wirklich sehr schwer zu erkennen...
Auf dem Bild ist die Zugspitze... aber wirklich sehr schwer zu erkennen...
Oben angekommen: Falkenstein - Hotel. Die verfallene Burg ist links (nicht im Bild)...
Oben angekommen: Falkenstein - Hotel. Die verfallene Burg ist links (nicht im Bild)...

Nassgeschwitzt komme ich oben an - die Bedienung ist gerade auf ihren Rundgang und ich bestelle - noch halb auf meinem Bike sitzend - ein Radler. 

Von der Burg führt ein steiler Wanderpfad nach unten zur Mariengrotte, die der in Lourdes wohl nicht nachsteht - das meint zumindest eine Frau, die gerade den steilen Anstieg von der Grotte (mit einigen Pausen) hinter sich gebracht hat.


Ich mach ein paar Fotos - besteige mein Bike und rolle erst mal das bekannte Teersträsschen talwärts. Als ich einen Abzweig in einen steilen Schotterweg sehe, nehme ich diesen. Ich bin begeistert - endlich klappert mein Rädchen wieder und die Dämpfer haben alle Hände voll zu tun... 

Ganz oben ist ein Teil der Burg zu sehen...
Ganz oben ist ein Teil der Burg zu sehen...
Oh Gott - jetzt verfolgt mich noch der Falke...
Oh Gott - jetzt verfolgt mich noch der Falke...

Blick ins Vilstal...
Blick ins Vilstal...

...wären da nicht diese tiefen Querrillen... die nerven echt... aber irgendwann bin ich unten... Nun noch durch ein paar Zaungatter - und schon bin ich wieder auf einem schönen Radweg Richtung Pfronten. 

 

Ich nehme dann das bekannte Achtal und ein Stunde später bin ich wieder auf dem Campingplatz.



Mein Plan wurde von einer Herde Jungbullen durchkreuzt...

Heute habe ich mir viel vorgenommen: Ich will auf die auf die Falkenburg - über Lohmoos. Ich starte gut gelaunt nach dem Frühstück in Richtung Lohmoos. Da ist erst mal die Beinmuskulatur gefordert. Es geht auf fast ca. 1.500 m hoch. Ich bin fast oben, da kommt von links eine kleine Herde Jungbullen aus dem Wald angetrabt. Ok, die gehen über den Weg und suchen sich ihr Futter auf der anderen Seite des Weges. Weit gefehlt - kurz vor mir stehen die in die Bremse und blockieren meine Strecke. Ich komme ebenfalls zum Stillstand... Ich blicke in die großen Augen eines aufmüpfigen Jungbullens, der keinerlei Anstalten macht, den Weg für mich frei zu geben. Hinter ihm stehen wohl seine Freunde, die mich ebenfalls kritisch mustern. 

Als sich der Aufmüpfige in Richtung meines Körpers in Bewegung setzt und mich immer noch mit seinen Augen fixiert, wende ich mein Bike und mache einen Abgang. Wesentlich schneller als ich hochgefahren bin, finde ich mich wieder unten im Tal.

Ich vergesse mein heutiges Ziel und nehme den Gaichtpass ins Lecchtal. Super - ich wollte ja schon lange mal den Frauensee besuchen - und genau das ist mein neues Ziel.  

Ich nehme das erste Wanderschild zum Frauensee und werde bitter enttäuscht - der Weg ist echt nicht fahrbar. Der zweite Weg - es ist ein schottriger Karrenweg - gefällt mir schon besser.

Einige Schweißtropfen später bin ich am Frauensee. Er liegt idyllisch umrahmt in der Reuttener Bergwelt. 

Hinter dem Tannenhof erhebt sich der Tauern...
Hinter dem Tannenhof erhebt sich der Tauern...
Eine Frau am Frauensee... Eigentlich warens ja 2 - die zweite hat aber nicht aufs Bild gepasst...
Eine Frau am Frauensee... Eigentlich warens ja 2 - die zweite hat aber nicht aufs Bild gepasst...
Der Einstieg ins Wasser wird mit solider Zimmermannsarbeit erleichtert...
Der Einstieg ins Wasser wird mit solider Zimmermannsarbeit erleichtert...
Das Cafe ist übers Wasser gebaut, da bin ich schon als Kind am Fenster gestanden...
Das Cafe ist übers Wasser gebaut, da bin ich schon als Kind am Fenster gestanden...
Die Umkleidehäuschen sind noch wie vor 55 Jahren...
Die Umkleidehäuschen sind noch wie vor 55 Jahren...
Mein ursprüngliches Ziel - die Falkenburg... Auf dem mittleren Hügel...
Mein ursprüngliches Ziel - die Falkenburg... Auf dem mittleren Hügel...


Der große Regen hat aufgehört - da geht ne kleine Runde

Die Wolken haben sich vom Aggenstein gelöst...
Die Wolken haben sich vom Aggenstein gelöst...

Die letzten Tage hat es ja wirklich nur geregnet. Und zuvor hatten wir ne Hitze, so dass ich fast aus den Laatschen gekippt bin. Gestern bin ich mal ins Tannheimer Tal geflüchtet, da dieses ja immer als "sonniges (oder sonnigstes) Hochtal Europas" betitelt wird.

Ich wurde jedoch hart enttäuscht, die Regentropfen haben die ganze Nacht auf mein Wohnwagendach geklopft. Erst heute nachmittag versiegte die Quelle am Himmel und es taten sich erste Wolkenlücken auf. Sofort machte ich mein Bike startklar - ich wollte mir noch zumindest ein wenig die Beinchen vertrappen.


Die kleinen Teersträsschen waren ja weitgehend wieder abgetrocknet - nicht so aber die Feldwege an den Nordhängen. Da lief noch kräftig das Wasser - und wenn du da mit dem Bike durch diese überfluteten Wege fährst, dann wird dieses durch die Rotation des Hinterrades hochgeschleudert und landet an deiner Backside. So ne Radhose ist zwar gut gepolstert - jedoch dem Wasser hält sie nicht allzulange stand - und so fühle ich mich nach einiger Zeit, als würde ich in einer Wasserlache sitzen... unangenehm, da es ja nur 14 Grad warm ist.

Das nächste Mal nehm' ich ne Badehose mit...
Das nächste Mal nehm' ich ne Badehose mit...
Do gohts Wasser dr Bach nab...
Do gohts Wasser dr Bach nab...

Ich trete langsam... denn je schneller, desto spritz...

Und ich will heute Abend nicht mehr Rad putzen, Schuhe putzen, Rucksack putzen... Ok, unter die Dusche werde ich noch stehen. Und ausserdem habe ich ja mein Hähnchen - das ist ein Schuhtrockner, der die Form eines Hähnchens hat, wobei man die Schenkel nach unten klappen und in die nassen Schuhe stecken kann. Ein warmer Luftstrom (durch die Schenkel) trocknet dann die Schuhe - funtkioniert echt gut. 


Tendenziell bergab - bis auf die letzten 20 km

Die Sonne scheint durch die Dachluke in mein Bett und küsst mich in die Wirklichkeit zurück. Schon beim gibt Aufstehen sprühe ich nur so vor Kraft und Tatendrang. Es verspricht also ein herrlicher Tag zu werden. Und so beschließe ich, heute mal wieder eine längere Tour zu treten. Zum Frühstück gibts ne extra Portion Müsli... 

 

Für meine Kette gibts ne extra Portion Schmierstoff - sie soll ja auch nicht gerade Hunger leiden. Frisch gestärkt werfe ich mich auf mein Bike und pedalliere am Haldensee vorbei. Von Touristen sehe ich heute - Gott sei Dank - noch nicht viel. 

Im Hintergrund erhebt sich der Säuling...
Im Hintergrund erhebt sich der Säuling...


Als ich zum alten Gaichtpass abzweigen will, versperrt mir ein nicht zu übersehendes Schild den Weg: Aufgrund der massiven Regenfälle in den vergangenen Tagen, besteht akute Steinschlaggefahr... Ich beschließe, die ausgebaute Teerstraße zu benutzen, um ins Lechtal zu gelangen. Von dort aus nehme ich den Lechtalradweg, vorbei an Höfen und Lechaschau. Mit etwas Wehmut denke ich daran, dass ich vor ca. 55 Jahren nur einen Katzensprung von hier entfernt meine Kindheit verbrachte.

Reutte lasse ich rechts liegen und richte meinen Lenker in Richtung Vils. Gleich nach den letzten Häusern weist mich ein Schild zum Vilstalradweg. Ich folge diesem und fahre die nächsten 20 km - meist bergauf - der Vils entlang. 

Am Kalbelehof führt mich mein Durst direkt auf die Gartenterrasse. Die Wirtin versorgt mich gut und gerne - ich bezahle ja auch gleich... Neben mir sitzt ein Pärchen - Wanderer. Er will unbedingt nach Rehbach und erklärt seiner Flamme, dass es bis nach Rehbach nur 800 m seien, Luftlinie. Sie will jedoch keinen Schritt mehr in diese Richtung gehen - sie macht auch wirklich den Eindruck, als wäre sie am Ende.

Der Vils entlang Richtung Pfronten
Der Vils entlang Richtung Pfronten

Ich nehme wieder Kontakt zu meinem Sattel auf... und schon wenige Minuten später überhole ich das Pärchen... er hat wohl gewonnen... sie trottet mit geschwollenen Zornesadern wortlos hinterher. Schon bald habe ich die letzten Höhenmeter hinter mir und ich rolle durch die (offene) Schranke vor dem Campingplatz.


Sonntagsrunde im Tannheimer Tal

Idylle am Hofer See
Idylle am Hofer See
Im Hintergrund ein Wasserfällale
Im Hintergrund ein Wasserfällale
Die Lourdeskapelle in Tannheim
Die Lourdeskapelle in Tannheim
Wer findet die Katze auf dem Bild?
Wer findet die Katze auf dem Bild?

Beim Frühstück kommt mir der Gedanke, mal eine total stressfreie Runde zu treten. Erst geht es zum Höfer See, der sehr idyllisch im Wald liegt und von Autowanderern nicht angefahren werden kann (sondern nur von Radlern und Wanderern). Ich fahre dann nach Tannheim und komme an der Lourdeskapelle vorbei. Jährlich gibt es im Juli eine Prozession als Dank, dass das Tannheimer Tal im 2.Weltkrieg vor Luftangriffen weitgehend verschont blieb.

 

Am Vilsalpsee genehmige ich mir ein Radler. Hier sind - wie eigentlich immer - viele Wanderer unterwegs. Da sich das Wetter in der Zwischenzeit durchaus gemacht hat, mach ich noch ne Runde um den Haldensee. Das Hotel Via Salina wurde neu renoviert - also bleib ich auf nen Kaffee - und werde bitter enttäuscht. Es dauert bis die Bedienung kommt, es dauert bis die Bedienung den Kaffee bringt und der ist bereits wieder verdunstet, bis der Kuchen auftaucht, und es dauert wieder, bis ich mein Geld (das den Wert des Erhaltenen weit übersteigt) los werde. Also wer den ganzen Nachmittag auf irgendein Ereignis warten will, kann da gerne hingehen.

 

Nach dem Bezahlvorgang besteige ich wieder mein Rad und mache mich auf in Richtung Campingplatz.


Mal wieder aufs Älpele

Heute Nacht habe ich mal wieder im Wohnwagen im Tannheimer Tal geschlafen. Der Vorteil ist, dass es hier oben auf 1.100 m abends hier wesentlich kühler wird wie weiter unten. Die Sonne sticht ja zur Zeit wie selten und treibt die Temperaturen in den Tälern in den 33 Grad Bereich.

Also habe ich sehr gut geschlafen, das Frühstück bestand aus heißem Kaffee und kaltem Knäckebrot, da mein Wohnwagenkühlschrank doch einige Defizite aufwies - zumindest war mit Wurstgeschmack nichts zu entdecken. 

Da wo ich stehe gibt es lecker Erbsensuppe - und natürlich Ausblick...
Da wo ich stehe gibt es lecker Erbsensuppe - und natürlich Ausblick...

s'Älpele, immer wieder schön...
s'Älpele, immer wieder schön...

2 Radler tauchen in meinem Blickfeld auf - schwankend - das ist entweder ein Zeichen von zuviel Alkohol oder von Schwäche. Ich bin noch gut bei Oberschenkel und erhöhe die Schlagzahl... Am Älpele bin ich gleichauf und wir steigen alle von den Rädern. 

Da der Typ im gelben Hemd wohl mehr Durst hat als ich, darf er auch als erster bestellen, während ich noch ein Foto mache. Was er nicht wusste, ist, dass es weiter hinten noch ein Türe in den Gastraum gibt - und da steht noch die Wirtin... und nimmt meine Bestellung erst auf... während der Gelbe noch geduldig am Schalter wartet...

Bevor ich in die Pedale trete, schneide ich noch den 60 cm hohen Rasen (es sind wohl mehr einzelne Grashalme) mit der Gartenschere. Eben so lange, bis mir meine Knie melden, dass es auch noch andere Stellungen gibt - beispielsweise locker sitzend auf dem Bike. Schnell unter die Dusche, die Radklamotten übergestreift und Richtung Älpele gerollt. 

So in etwa eine Stunde gegen den Berg treten ist schon angesagt. Ganz langsam überhole ich einige Wanderer und muss aufpassen, dass die mich nicht wieder überholen - oh wäre das peinlich...

 

Am Vilsalpsee - die meisten Touristen sind hinter mir...
Am Vilsalpsee - die meisten Touristen sind hinter mir...

Ich schlürfe - so quasi als Frühstücksersatz - meine Erbsensuppe. In der Zwischenzeit sind einige Wanderer am Älpele angekommen. Einer aus der Heilbronner Gegend kommt schon über 20 Jahre hierher und kennt jeden Pfad. Seine Frau (oder ist das seine neue Flamme?) zeigt sich ziemlich desinteressiert und will nicht mehr weiter. Entweder sie hat Blasen an den Füßen oder sie hat einfach die Schnauze voll - sie will wieder runter. 

Ich verabschiede mich und steige auf meinen Drahtesel, der mich wieder ins Tal schaukelt. Ich nehme noch ne Schleife zum idyllischen Vilsalpsee und trappe dann gemütlich zum Wohnwagen.


Skisaison ist im Tannheimer Tal beendet

Regen, Schnee, Wolken, Blauer Himmel, Aprilwetter im Tannheimer Tal
Regen, Schnee, Wolken, Blauer Himmel, Aprilwetter im Tannheimer Tal

So ganz langsam werde ich die Wintersaison im Tannheimer Tal beenden. Deshalb fahre ich auf den Campingplatz zu meinem Wohnwagen. Auf den Bergen liegt zwar noch etwas Schnee, Seilbahnen und Skilifte haben ihren Betrieb eingestellt und die letzten Ostertouristen sind abgezogen. Für ca. 4 Wochen versinkt das Tannheimer Tal nun in eine Art Dornröschenschlaf. So hat der Schnee Zeit sich zu verdrücken und die Servicemitarbeiter der Hotels können sich von den Gästen zu erholen. 

Der Campingplatz ist eigentlich geschlossen, so muss ich vor der Schranke parken und Skischuhe, Skistöcke, Ski und die ganzen Klamotten, die ich im Sommer nicht mehr benötige, vom Wohnwagen ins Auto schleppen. 


Regenpause...

Gestern ab ca. 18:00 Uhr fing es so langsam an, sich einzuregnen. Permanent klopften die die Regentropfen auf das Dach des Wohnwagens. Die Vorhersage für heute war ja grottenschlecht - aber ich bin ja Optimist und es könnte ja sein, dass es sich der Wettergott doch noch einmal anders überlegt. 

Morgens erwache ich - das Geräusch des Regens hat leider nicht nachgelassen. Ich ziehe meine Kapuze über den Kopf und gehe hoch zum Duschen. Selbst beim Frühstück höre ich wie die Tropfen aufs Dach klatschen - mal mehr, mal weniger - aber nie so, dass man hätte vermuten können, dass es irgendwann aufhören würde. Und so ist es dann auch - es hört nicht auf. Also gönne ich mir ne Auszeit in der Therme in Reutte. Dort schlage ich den Weg zu meiner Lieblingsauna "Landsknechtsauna" ein. Und schon geht die Türe auf und es kommen mir - gefühlt über 100 - schwitzende Leiber aller Alters- und Geschlechtsklassen entgegen. Oh Gott... Ich warte bis - es war gerade ein Aufguss - alle die Sauna verlassen haben, dann kann ich mich nach Herzenslust ausbreiten.

Und es regnet immer noch... ich packe meine Sachen und fahre auf die Schwäbische Alb.


Skitour auf die Sonnenalm - bei nassem Neuschnee

Gleich ist es geschafft - nur  noch wenige Meter bis zur Sonnenalm
Gleich ist es geschafft - nur noch wenige Meter bis zur Sonnenalm

Für Donnerstag ist ja wieder Dauerregen angesagt, und wenn ich mich diese Woche noch bewegen will, dann muss ich das heute tun. Also ab ins Tannheimer Tal. Dort angekommen - ich bin überrascht - es hat wohl gestern ca. 20 cm geschneit. Also erst mal die Schippe geholt und den Schnee schön beiseite geschafft. Im Anschluss zum Füssener Jöchle gefahren. Die Parkplatzsuche war heute kein Problem - es sind ja keine Schulferien mehr. In der Zwischenzeit kenne ich den Weg zur Sonnenalm - die knackigen Steigungen und die Passagen, bei denen man wieder Luft holen kann. Schweißgebadet komme ich oben an - also erst mal trockene Klamotten übergetreift. Auch in der Sonnenalm sind heute kaum Gäste - es ist richtig gemütlich. Der Wirt begrüßt mich nett - ich bestelle Spaghetti und Cola - und mache mich hungrig über die riesige Portion her. Ich genieße den Ausblick, er ist zwar heute ohne ein einziges blaues Fleckchen am Himmel, aber dennoch sieht man jede Menge schneebedeckte Berggipfel. 


Skitour Krinnenalpe

Nesselwängle, Bildmitte Hanenkamm, rechts Gaichtspitze
Nesselwängle, Bildmitte Hanenkamm, rechts Gaichtspitze

Mein erster Blick fällt auf das Aussenthermometer: 8 Grad plus - und es ist 8 Uhr morgens. Ich schaue ein 2. Mal: Immer noch 8 Grad. Nach dem Frühstück und einigen Aufräumarbeiten sammle ich meine 7 Sachen zusammen und suche einen Parkplatz am Füssener Jöchle. Es ist mal wieder der Teufel los - die Anzahl der Parkplätze ist im Verhältnis zu den skifahrenden Touristen einfach zu gering. Es ist kein Plätzchen mehr frei, in das ich meine Kutsche quetschen könnte. Aber ich bin nicht alleine. Vor und hinter mir geht es allen gleich. Ich lasse das Füssener Jöchle heute sausen und steuere die Parkplätze beim Krinnenlift an. 

Nach einiger Zeit finde ich tatsächlich eine Parklücke - Gott sei Dank. Ich zwänge meine Füße in die Skischuhe, schultere die Ski und bewege mich langsam zum Startpunkt. Der Schnee ist nass - von oben kommen mir einige SkifahrerInnen und RodlerInnen entgegen. Ich schnalle meine Tourenski an, greife die Stöcke und - auf gehts.

Blick aufs Gimpelhaus (Bildmitte)
Blick aufs Gimpelhaus (Bildmitte)

Es geht gleich zur Sache. Ohne Eingewöhnungsphase geht es gleich steil nach oben. Nach oben geht dann auch der Puls. Toll, dass das Fell auch hier noch so super das Zurückrutschen verhindert.  Ich suche mein persönliches Wohlfühltempo. Die Sonne befindet sich heute schon im Frühjahrsrausch und zeigt sich von der heißen Seite. Mein Funktionsunterhemd tendiert zum Versagen. Das von mir produzierte salzige Schwitzwasser kann nicht mehr nach außen transportiert werden und ich spüre, wie es sich seinen Weg nach unten bahnt...

Auf der Krinnenalpe angekommen will ich einige Fotos machen - die Hütte, der stahlblaue Himmel, die verschneite Krinnenspitze - vergesse jedoch in der Umzugshektik diesen Gedankengang und fahre ohne Fotos wieder ins Tal. Fast unten wieder angekommen, fallen mir wieder die nicht gemachten Fotos ein. Ich halte an - die Krinnenspitze kann ich nicht mehr fotografieren, die Sonne steht direkt drüber - Käse. Dann mach ich eben ein Bild von der gegenüberliegenden Seite: Im Sucher taucht das Gimpelhaus auf (siehe Bild) und ich drücke ab. Da war ich ja auch schon, im Sommer. Von Nesselwängle geht es über einen knüppelharten Zickzack-Wurzelpfad nach oben - sehr empfehlenswert.

Unten wieder angekommen, fahre ich zurück auf den Campingplatz. Noch vor Haldensee steht ein Tramper mit Rucksack am Strassenrand und möchte mitgenommen werden. Mein Fläschchen mit Reizgas liegt griffbereit, ein Taschenmesser habe ich im Rucksack - es kann also nix passieren. Ich bremse - der Tramper freut sich, springt zum Auto, will die Tür aufmachen, aber die ist natürlich noch verriegelt (sch... Technik). Ich kann sie entriegeln - er kann die Türe öffnen und einsteigen (mit Skischuhen und Rucksack). In der Zwischenzeit ist ja der Motor ausgegangen (sch... automatische Funtionen), ich drücke den Startknopf - aber der Motor springt nicht wieder an... Ja klar der Schaltknüppel muss ja erst wieder in Position "Parken" gestellt werden. Ich fluche leise - der Motor läuft wieder... (sch... Technik). Wie ich dann erfahre, ist auch er ein (Profi-) Tourengeher. Nur bei seiner Tour lag der Start und das Ziel einige Kilometer auseinander. Er kommt aus Esslingen - hat auch an meinem Kfz-Kennzeichen erkannt, dass ich aus Ulm komme. In Esslingen wohnt ja auch mein Sohn mit Frau und Tochter - aber er kann ja nicht alle kennen. 

So ist die Fahrt sehr kurzweilig - der esslinger Tramper hat sein Auto in Tannheim auf dem Parkplatz beim Neunerköpfle - und ich fahre ihn - wie auf einem Bahnhof - direkt an sein Auto. Er muss nur meine Autotüre aufmachen und gegenüber die seine auf.


Langlauf leider nicht mehr möglich - dann eben Skitour

Heute wird der Schutzboden in unserer Festhalle wieder entfernt. Das ist dann die letzte Aktion, bei der ich mithelfen werde, dann sind auch die letzten Spuren des Nellinger Rettichballs Geschichte. 

Blick von der Sonnenalm auf die Läuferspitze
Blick von der Sonnenalm auf die Läuferspitze

Als ich wieder zuhause bin, ist es zwar sehr windig - aber die Sonne scheint. Also packe ich schnell meine Sachen und fahre ins Tannheimer Tal. Aber als ich noch so ca. 20 km vor mir habe, ist die Fahrbahn nass. Das Thermometer zeigt 4 Grad - mir schwant Übles. In Schattwald lasse ich meinen Blick zur Loipe schweifen - Schock - da kann man höchstens ein Wettschwimmen veranstalten. Hier hat es geregnet und an Langlauf ist echt nicht zu denken. 

Dann eben noch schnell mit den Tourenski aufs Füssener Jöchle. Eigentlich ist es nicht kalt - jedoch die steife Brise ist eisig. Ich entscheide mich für eine 

Blick von der Sonnenalm Richtung Allgäu, Bildmitte Hopfensee bei Füssen
Blick von der Sonnenalm Richtung Allgäu, Bildmitte Hopfensee bei Füssen

lange Unterhose, und ohne es zu wissen... ich werde noch sehr froh an dieser Idee sein. Im ersten Drittel der Tour komm ich gut voran. Es ist ein Waldstück und der Wind kommt von hinten - das ist immer gut. Ich überhole 2 andere Tourengeher - das spornt an. Weiter oben fehlen die Bäume und die Böen kommen mal von links, mal von rechts - irgendwie verstehe ich das nicht. Also trotte ich vor mich hin - laufe bis auf 10 Meter auf einen weiteren Touri auf. Vermutlich hat er das Rasseln meiner Lungen gehört - er beschleunigt - so dann  ich den Gedanken verwerge, ihn überholen zu wollen. Bald bin ich oben - batschnass - umziehen, dann Gulaschsuppe - die schmeckt einfach gut. Und da es schon spät ist, hat der Koch mir extra das Dicke aus dem grossen Suppentopf rausgefischt - Danke. 


Und wieder ein traumhaft schöner Skitourentag

Ohne zu wissen, dass auch ich heute was lernen werde, starte ich wieder gut gelaunt in diesen Tag. Es ist ja wieder Kaiserwetter angesagt und die Sonne scheint schon bald durch die Dachluken. Wir haben uns ja für heute wieder das noch von gestern bekannte Füssener Jöchle vorgenommen.

Aufgrund des herrlichen Wetters sind entsprechend viele Touristen unterwegs. Wir stapfen tapfer bergan. Nach einer guten halben Stunde treffen wir auf eine junge Frau, die ihre Ski bereits abgeschnallt hat. "Wissen Sie wie ich die Felle von meinen Ski bekomme?" 


säuselt sie hilflos. Und da ich nun mal keine hilflosen Frauen sehen kann, ziehe ich ihr die Felle ab (nicht ihr Fell - die Felle von den Ski). Sie bedankt sich recht herzlich - ich klopfe mir auf die Schultern - und weiter gehts... Oben angekommen, stärken wir uns wieder Gulaschsuppe. Dann kommt, was ich nie für möglich gehalten hätte: Höre ich nicht aus der Richtung meiner Nichte: "Wenn wir jetzt gleich runter fahren, dann können wir nochmals hoch laufen, da hat die Kneipe noch auf und wir können einen Kaffee trinken". Bislang wusste ich nicht, das man 2 x hier hochlaufen kann - und ich wäre auch nie auf die Idee gekommen... Dennoch bin ich ihrem Kampfgeist begeistert. Wir fahren also ins Tal (5 Minuten). 

Ich ziehe nun wieder meine schwitznassen Klamotten an - die hatte ich ja oben gegen trockene getauscht. Und schon geht es wieder nach oben. Nach 10 Minuten sind die nassen Klamotten zwar nicht trocken - jedoch wieder schön warm. In der Zwischenzeit hat sich die Sonne verabschiedet und die Touristen sind auch weniger geworden. Fast einsam schieben wir unsere Ski unter uns in Richtung Ziel. Und tatsächlich - wir erreichen das Gasthaus noch vor Betriebsschluss. Schnell raus aus der nun doppeltnassen Kluft - rein in trockene. Wir schlabberten unser Getränk, der Wirt 


schloss nach uns die Tür und draußen blies uns gleich heftig eiskalter Wind entgegen... Als letzte starteten wir vom Berg und nach 5 Minuten konnten wir unsere Tourenski abschnallen - ins Auto werfen und einen traumhaften Skitourentag beenden. 


Julias 1. Skitour und ihre erste Skatingstunde

Julia nach ihrer 1. Skitour
Julia nach ihrer 1. Skitour

Heute hat sich Julia angekündigt - die wohl sportlichste meiner Verwandten - die noch keine 40 mal Geburtstag feiern durften Und wenn ich schon dabei bin, dann zähle ich mal kurz durch und komme auf 8 Nichten und 13 Neffen. Julia hat sich für heute und morgen Tourenski geliehen, denn sie will mal in diese Sportart reinschnuppern. Das Wetter ist wie für uns gemacht, Sonne mit etwas Hochnebel - jedoch lassen leider die Schneeverhältnisse eine Skitour mit anschließender Tiefschneeabfahrt nicht zu. Also beschließen wir, entlang der Skipiste auf das Füssener Jöchle aufzusteigen. 

 

Die ersten 20 Minuten sind noch absolut stressfrei, denn die Steigung ist noch sehr moderat. Nach der Überquerung des Logbachs wird unser Pulsschlag schneller - dafür unsere Schrittlänge kürzer. Für den nötigen Ansporn sorgt ein Pärchen, das wir lange vor uns sehen: Der Mann ist ja gut drauf - jedoch seiner Frau geht - und das ist für uns ganz deutlich sichtbar - offensichtlich so langsam die Luft aus und ihre Oberschenkel verlieren an Leistung...  

Bald sind sie hinter uns und somit Geschichte. Als wir oben schweißgebadet ankommen, geht es erst mal in den Keller, um trockene Klamotten anzuziehen. Dann gibts ne Gulaschsuppe mit Brot und Almdudler.


Nach der Pause fahren wir ins Tal - das ist in 5 Minuten erledigt. Aber das ist gut so. Julia will sich ja noch mit der Sportart "Skating" anfreunden. Wir stellen also unsere Tourenski ins Vorzelt bzw. tauschen sie gegen Skatingski. Wer jemals probiert hat, auf diesen schmalen Latten zu skaten, weiß, dass es gar nicht so einfach ist, wie es aussieht. Aber je länger Julia versucht, den Schlittschuhschritt hin zu kriegen, desto besser klappt es dann auch. 

Nach dem Duschen werfen wir noch ein paar Kalorien in Fleischform und Spaghetties ein. Dann verabschieden wir uns - nicht ohne uns auf den morgigen Tag noch einmal zu verabreden. 


Skatingrunde Nr. 2 mit Christoph

Tannheimer Tal - der Nebel löst ich auf...
Tannheimer Tal - der Nebel löst ich auf...

Ein richtig herrlicher Tag. Die Sonne lacht bereits beim Frühstück. Das wird heute wieder im Wohnwagen eingenommen. Christoph, Jasminka und Alissa haben oberhalb des Campingplatzes in einer Ferienwohnung eines alten Bauernhaus übernachtet. 

Alissa spielt und murmelt während des Frühstücks genüsslich auf dem Bett und ist ganz lieb und brav. Nach dem Frühstück schnappen mein Sohn und ich die Skatinglatten und begeben uns auf die Loipe. Es ist herrliches Wetter und wir skaten erstmal talaufwärts an Tannheim vorbei, halten uns vor Grän rechts, fahren hinter dem wohl besten Hotel "Liebes Rote Flüh" vorbei zum Haldensee und dann über Grän wieder zurück nach Zöblen. Das hat mal wieder richtig Spaß gemacht.


Skatingrunde Nr. 1 mit Christoph

Mein Sohn Christoph hat sich noch Skatingski ausgeliehen. Vormittags haben wir - seine Frau Jasminka war auch dabei - einige lockere Abfahrten mit den Alpinski bei herrlichem Sonnenschein genossen. Nachmittags drehten wir dann noch eine 12 km Runde in Richtung Unterjoch. Und weil es so gut lief, beschlossen wir, am morgigen Sonntag eine etwas grössere Runde in Angriff zu nehmen.


Sonnen-Wind-Skating (Sonne=erträglich, Schatten+Wind=saukalt)

Sonnenaufgang im Tannheimer Tal. Die Sonne ist zwar noch nicht zu sehen, jedoch die Bergspitzen werden von ihr bereits angestrahlt. Das Thermometer des Campingplatzes ist vereist - ich reibe es mit meinen Fingern trocken - der Zeiger steht noch auf -17 Grad. 

Blick in Richtung Rohnenspitze
Blick in Richtung Rohnenspitze
Sonne überm Wannenjoch
Sonne überm Wannenjoch

Loipe Richtung Vilsalpsee
Loipe Richtung Vilsalpsee

Heute endlich mal kein Neuschnee - dafür gibt es ein ausgedehntes Frühstück. Da es am kommenden Samstag in Urlaub an den Reschensee geht, packe ich schon mal all meine Ski-Sachen, die ich heute nicht mehr benötige, zusammen. Wenn ich heute auf die Schwäbische Alb fahre, darf ich nicht vergessen meine Tochter in Ulm vom Bahnhof abzuholen. 

Gegen halb 12 Uhr gehe ich runter auf die Loipe. Ich möchte nach Nesselwängle skaten. Dort gibt es eine sehr schöne Runde in der Sonne. Der Schnee ist auf Grund der Kälte wieder verdammt stumpf und deshalb komme ich nur langsam voran. In Nesselwängle pfeift der Wind vom Gaichtpass hoch und mit der Sonne ist es ebenfalls nix. Es ist noch zu früh im Jahr und sie steht einfach noch zu tief, um das Tal mit ihren wärmenden Strahlen zu verwöhnen. Meine Finger werden langsam kalt - mein Gesicht ist schon lange kalt - mein Magen ist leer und verlangt nach Spaghetties - und meine Zellen sind geschrumpft und wollen was Flüssiges. 

Kaputt aber glücklich lande ich nach zweieinhalb Stunden wieder am Ausgangspunkt, wo ich meine Lebensgeister wieder mittels heißer Dusche erwecke. Ich gehe noch kurz hoch ins Büro (des Campingplatzes) und bezahle noch eine Gasflasche, die ich heute morgen geholt habe - auch meine Frühstückssemmel. Das Auto ist ja schnell gepackt und ich fahre los. Die Abholung meiner Tochter klappt super - ich marschiere rein in den Bahnhof - und meine Tochter kommt gerade von den Gleisen entgegen. Schön, wenn mal wieder was klappt...


Eisiger Nordostwind über dem Tannheimer Tal

Es ist kurz vor 8 Uhr und ich ziehe den Reißverschluss des Vorzelts hoch. Vor der Türe sind die Fußstapfen von Tommy zu erkennen. Er bringt allmorgentlich frische Semmel fürs Frühstück - super Service. Allerdings wäre es mir lieber, es wären keine Fußstapfen sichtbar - dann wüsste ich, dass es nachts nicht geschneit hätte und ich könnte endlich mal der Schneeschaufel eine Verschnaufpause gönnen. Aber so ist nach dem Frühstück wieder Schnee schippen angesagt. Ich höre im Radio, dass heute eisiger Nordostwind übers Land fegen wird. 

Vorzelt und Wohnwagen sind vom Schnee befreit...
Vorzelt und Wohnwagen sind vom Schnee befreit...

Skatingspuren im Neuschnee
Skatingspuren im Neuschnee

Endlich ist mein Stellplatz wieder ordentlich und ich kann mich schöneren Dingen zuwenden. Ich wachse ich meine Skatingskier, dann geht es auf die Loipe. Ca. 300 m muss ich zu Fuß zurück legen. Der Wind pfeift mir dabei schon saftig um die Ohren. Auf der Loipe steige ich in die Bindung. Meine Laufrichtung muss ich nicht lange überlegen - ich werde Richtung Schattwald laufen - so habe ich erst mal Rückenwind. Bis ich wieder umdrehe, ist der Wind vielleicht eingeschlafen. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt...

Die Loipe wurde zwar heute gespurt aber da es permanent vor sich hinschneit, liegt natürlich schon wieder Schnee in der Spur, aber es läuft trotzdem sehr gut. Seltsamerweise hat der Wind  ab Schattwald gedreht, so dass ich ihn jetzt voll im Gesicht habe - eiskalt. Bis zu dem gelben Schild (Bild) laufe ich noch, denke ich so bei mir - aber dann drehe ich um. Gedacht - getan.

Auf dem Campingplatz wieder angekommen, drehe ich gleich die Heizung im Wohnwagen höher. Auch die Dusche drehe ich auf heiß. So langsam kommen meine Lebensgeister wieder in Fahrt - und das ist gut so. Gerade höre ich im Radio, dass der Schneefall aufhört und morgen die Sonne lacht. Es hat -13 Grad und es sind die letzten Tage 85 cm Schnee gefallen - das reicht mal fürs Erste.


Skitour aufs Wertacher Hörnle

Der Wecker zeigt 05:45 Uhr und klingelt. Ich stehe auf und riskiere einen Blick durchs Fenster. Neuschnee glitzert in der Dunkelheit von der Strasse herauf ins Schlafzimmer. Da der Schneepflug noch nicht gefahren ist, kann ich nicht so richtig erkennen, wie viel es ist. Erst werfe ich mein Frühstück ein, dann geht es hinaus... Au, das ist mehr Schnee als ich erwartet habe. Ich räume den Vorplatz und den Gehweg. Ich bin um 11 Uhr in Unterjoch verabredet und da die Strassenverhältnisse heute sicher keine Höchstgeschwindigkeit zulassen, beeile ich mich mit dem Schnee schippen. Außerdem muss ich vorher noch nach Zöblen auf den Campingplatz, um meine Tourenausrüstung zu holen. 

Ich erreiche den Campingplatz - da krieg ich erst mal einen Schock. Auf dem Vorzelt und auf meinem Platz liege bestimmt ca. 60 - 70 cm Schnee. Ich schließe den Wohnwagen auf - die Heizung hatte ich ja vor 3 Tagen auf 8 Grad gestellt, damit es nicht so saukalt ist, wenn ich wieder komme. Ein Blick aufs indoor-Thermometer zeigt -4 Grad - was ja eigentlich nicht sein kann. Ah das Display zeigt: Gasausfall. Prima - denn das ist immer der Fall, wenn der Heizungskamin auf dem Wohnwagen im Schnee versunken ist. Und genau das ist der Fall. Also die Leiter ausgefahren, rauf aufs Dach und den Kamin freigelegt. Und siehe da - die Heizung erwacht aus ihrem Tiefschlaf. Während der Fön meine Skischuhe auf eine angenehme Innentemperatur bringt, ziehe ich mich bei -0,5 Grad um und fahre wieder nach Unterjoch. Kurz vor 11 Uhr bin ich auf dem vereinbarten Parkplatz. Hier treffe ich mich mit einem alten Sportlerkollegen, den ich über 30 Jahren nicht mehr gesehen habe. 

Wertacher Hörnle - nichts als Nebel
Wertacher Hörnle - nichts als Nebel

Einige Minuten später fährt auch er auf den Parkplatz. Die Sonne blinzelt ab und zu durch die Wolkendecke und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Wir schnallen Skischuhe und Skier an und setzen uns in Bewegung. Das Tempo ist gut und mit dem Gelände komme ich auch klar. Ich laufe hinter meinem Guide und versuche ihm im Gleichschritt zu folgen. Das klappt prima. Ca. 200 Höhenmeter unter dem Gipfel zieht dichter Nebel auf. Bald sind wir oben - schade, dass man so gut wie nichts sieht. 

 

Wir ziehen uns trockene Sachen an - der kräftige Wind bringt sofort kalte Finger - schnell noch die Felle abziehen (nicht von den Schneehäschen, von den Skiern), ein Schluck aus der Pulle, dann Schnorchel ausfahren und rein in den Tiefschnee. Erst im Blindflug - aber dann wird die Sicht besser und der Spassfaktor schießt in die Höhe. 

 

Die Spuren sind kaum zu erkennen...
Die Spuren sind kaum zu erkennen...

Schade - irgendwann sind wir wieder im Tal. Auf der einen Seite bin ich froh - auf der anderen könnte ich die Tour sofort wiederholen. Wieder am Auto angekommen, verstauen wir wieder unsere Sachen, genießen noch unsere Brotzeit bei einem 

Weiter unten wird die Sicht wieder besser...
Weiter unten wird die Sicht wieder besser...

Schwätzchen und dann trennen sich unsere Wege wieder. Ich fahre wieder zu meinem Wohnwagen, wo ich mich noch 2 Stunden mit Schnee schippen beschäftigen muss. Mein Kopf ist voll von neuen Eindrücken, die beim Schnee schippen an mir vorüber ziehen - ein sehr interessanter Tag... Irgendwie bin ich stolz auf mich. Nun aber ab unter die Dusche.


Au, das war vielleicht eine Nacht...

Es ist Mittwochabend und es kommt Wind auf - heftig. Es hat 0 Grad und so mischt sich Schneeregen in den Sturm. Das Vorzelt wird heftig durchgerüttelt - und das ist nachts natürlich bestens zu hören - wenn man wach ist. Und ich bin wach - zumindest öfters... 

Am nächsten Morgen schlafe ich wieder ungewohnt lange. Ich schaue auf den Außenthermometer, er zeigt 2 Grad. Regen klopft aufs Dachfenster, Schnee würde sich wesentlich gedämpfter anhören. Naja, die letzten 3 Tage konnte ich mich ja nun nicht beschweren. Also werde ich heute wieder auf die Schwäbische Alb fahren - da kann das Wetter ja nicht schlechter sein. Und morgen steht ja die Besichtigung des Carthago-Werks in Aulendorf an. 


Selten so gut geschlafen

Loipe über den gefrorenen Haldensee, rechts Hahnenkamm
Loipe über den gefrorenen Haldensee, rechts Hahnenkamm

Um 8 Uhr schlage ich zum ersten mal die Augen auf, obwohl ich gestern in der Sauna schon vorgeschlafen habe. Ich fühle mich gut und genieße das Frühstück. Die Wolken fliegen tief und für heute Abend ist Schnee und Sturm angesagt. Da meine Beinchen sich noch nicht in Hochform befinden, werde ich heute mal keine Skatingrunde drehen sondern mich mit dem klassischen Skilanglauf mal wieder anfreunden.

Den Diagonalschritt habe ich ja mal gelernt und den habe ich gleich wieder drauf, beim Doppelstockschub mit Zwischenschritt muss ich mich schon mehr anstrengen. Aber es macht jede Menge Spaß - ist ja auch nicht so anstrengend wie Skating. Allerdings auch nicht so schnell. Ich laufe noch die Gaichtrunde in Nesselwängle, die zumindest heute von den Langläufer irgendwie gemieden wird. Vielleicht weil es so verdammt schattig ist?

Auf dem Haldensee, Blick Richtung Westen
Auf dem Haldensee, Blick Richtung Westen

Als ich zum Haldensee komme, fährt eine Frau vor mir, deren Mann ich - er verließ kurz vorher die Spur, um seine Blase etwas zu verkleinern - überholte. Die Frau vor mir babbelt permanent mit mir - wohl ist sie der Meinung, dass ich ihr Mann sei. Plötzlich dreht sie sich im Lauf um - vermutlich in Ermangelung der erwarteten Antworten ihres Gatten - sie sieht mich, erschrickt und fährt in der Kurve geradeaus in den Tiefschnee, wo sie gekonnt mit ihrem Hinterteil eine Badewanne in den Schnee formt.

Tannheim kommt in Sicht und mein Magen hängt verdammt tief. Aber ich schleppe mich noch - immerhin habe ich 25 km hinter mir - auf den Campingplatz. Erst verwöhne ich meinen Körper mit Holundersirup, dann mit einer ausgedehnten Dusche. Ich denke, ich mach morgen mal ne Pause...


Schon das Aufstehen ist heute mühsam...

Ich habe ja mit Muskelkater gerechnet - aber dass er so heftig ausfallen würde -naja, man lernt eben nie aus. Mein rechtes Bein hat vermutlich schon das Ablaufdatum erreicht. Mal schauen wie lange es noch seinen Dienst macht. Nach dem Frühstück sehe ich das rote Lämpchen, das anzeigt, dass für die Wärme im Wohnwagen auf die Reserve-Gasflasche umgeschaltet wurde. Und wenn ich nachts nicht plötzlich in der Kälte stehen will - oder besser gesagt - liegen will, dann muss ich für ne neue Gasflasche sorgen - das hat nun mal Vorrang. Das Thermometer zeigt minus 18 Grad - da will ich noch nicht auf die Loipe.

Gegen 12 Uhr sind es immer noch knackige -8 Grad. Eine kleine Runde auf der Loipe will ich dann doch versuchen. Irgendwie fehlt mir aber heute der Kampfgeist und so treibt mich nur noch der Gedanke an die anschließende Sauna vorwärts. Eine Stunde später ist der Gedanke Wirklichkeit und ich schwitze in der Therme in Reutte. Als ich in den Ruheraum komme, höre ich aus einer Ecke lautes Schnarchen. Ich werfe meinen Körper auf eine Liege und mein Bewusstsein nimmt sich eine schön entspannende Auszeit...


Endlich Schnee - also raus...

Nun habe ich meinen Winterschlaf beendet – es ist ja auch Schnee gefallen und ich kann meinen Blog wieder pflegen.

Gleich morgens fahre ich – obwohl sich das Wetter von seiner düsteren Seite zeigt - ins Tannheimer Tal. Schon beim Verlassen der Autobahn A7 in Richtung Oy blicke ich nach oben und ahne, dass es heute einen Tag für Götter gibt. Das Blau am Himmel wird mehr und mehr. Auf dem Campingplatz angekommen, greife ich mir erst mal ne Schaufel - Schnee schippen ist angesagt – was weiter aber nicht dramatisch ist. Das Thermometer zeigte -9 Grad, aber dafür ist auch kein Wölkchen am Himmel auszumachen. Petrus ist wieder mein Freund...

Ich nehme meine Skating Ski – da fällt mir ein, dass Wachsen bestimmt nicht schaden würde. Also Wax gesucht – und auf den Belag damit – das bringt bestimmt ein halbes PS mehr, denke ich so bei mir. Nun aber auf die Loipe. Schon nach einigen hundert Metern kommt ein schattiges Teilstück – es wird noch spürbar kälter – die Schneekristalle sind einfach noch zu scharfkantig, so dass diese die Ski mein angestrebtes Tempo eher bremsen. Ich

hatte jedoch eigentlich mit geschmeidigem Vortrieb gerechnet – ohne viel Kraftaufwand.

Bereits nach einer halben Stunde machen sich die fehlenden Trainingsstunden bemerkbar. Ich stehe ja in dieser Saison zum ersten mal auf den Brettern. Der Stockeinsatz wird nun mangels Oberarmmuskulatur lasch und lascher und der Beinabstoss hat mit ″Abstoss″ – wen wunderts – nun gar nichts mehr gemein. In Grän stehe ich vor der Wahl eine weitere Schleife mit ca. 6 km dranzuhängen. Mein Kleinhirn entscheidet sich jedoch in Sekundenbruchteilen für die einzig richtige Variante – und dafür bin ich dankbar: Auf der Sonnenseite wieder zurück zum Campingplatz. Da die Sonne hier die scharfkantigen Schneekristalle bereits zum Schmelzen gebracht hatte und diese dann in runde Kristalle umgeformt hatte, läuft es hier wesentlich besser. Naja vielleicht liegt es auch daran, dass es nun meist geringfügig bergab geht...

In der Zwischenzeit starten die Heißluftballone in Tannheim – ab und zu sind die Gasbrenner zu hören, die die dünne Haut der Ballone mit Warmluft versorgen, was für den nötigen Auftrieb sorgt. Sie schleichen heute ziemlich tief das Tal entlang in Richtung Oberjoch. Ich komme gerade wieder zum Wohnwagen, als einer zum Greifen nahe über den Campingplatz fährt. An der Stelle will ich noch erwähnen, dass Ballone tatsächlich ″fahren″ und nicht ″fliegen″.


Ich erhole mich ziemlich schnell. Das Blau des Himmels strahlt immer noch ungetrübt und so beschließe ich, meine Tourenski zu testen. Ich ziehe trockene Klamotten an, denn meine Langlaufsession hat vermutlich tausende meiner Schweißporen geöffnet und diese mit abgestandenem Wasser – oder was immer noch vom Jahreswechsel in meinem Körper war – geflutet. Ich packe den Rucksack – da müssen wiederum trockene Klamotten rein. Denn ich kann mir vorstellen, dass ich – sofern ich auf der Sonnenalm überhaupt ankomme – triefe wie ein nasser Schwamm...

Alle Utensilien packe ich ins Auto und fahre nach Grän. Rein in die Skischuhe, rein in die Ski, rein in die Handschuhe, Mütze auf den Kopf – dann bewege ich mich langsam bergauf in Richtung Füssener Jöchle. Irgendwie macht der rechte Ski ein anderes Geräusch als der linke. Ah, der rechte Skistopper ist nicht richtig eingerastet und schleift über den Schnee – also nochmal raus aus der Bindung und mit Schmackes noch einmal in die Bindung - schon ist das Problem gelöst.

Die Steigung ist anfangs erträglich – da bin ich ja auch schon mit dem Bike hoch gestrampelt. Die Hälfte der Strecke dürfte ich hinter mir haben, da wird es steiler. Ich hätte einen Pulsmesser umschnallen sollen... obwohl, der würde vermutlich nur noch 3 Kreuze anzeigen. Mein Blick ist meist geradeaus oder nach unten gerichtet – deshalb bemerke ich erst relativ spät, dass von oben Nebel herunterzieht. Plötzlich bin ich von dickem Nebel umgeben. Was ich dann denke – dafür gibt es keine Buchstaben auf der Tastatur...

Nach ca. 100 Höhenmetern in der cremefarbenen Suppe, blinzelt oben vereinzelt wieder das Blaue, das ich so liebe, durch. Und tatsächlich – bald befinde ich mich wieder im Azurblau, die Suppe ist unter mir. Und schon taucht auch die Sonnenalm auf – Gott sei Dank. Ich bin fertig wie eine verbrannte Brezel – längst ist meine Unterwäsche nicht mehr in der Lage, weiteres Schwitzwasser aufzunehmen.

Oben angekommen ziehe das Fell von den Skiern, packe es in den Rucksack, stelle Ski und Stöcke in die dafür vorgesehene Stellage (auch hier -9 Grad) und betrete – mit geschwellter Brust und nicht ohne Stolz – die Sonnenalm. Erst geht es einen Stock nach unten, da gibt es die Möglichkeit, seine nassen Sachen gegen trockene zu tauschen, sofern man hat – aber ich habe... Ein Leidensgenosse (vermutlich besser trainiert als ich) ist ebenfalls beim Wäschewechsel. 2 Frauen (vermutlich besser trainiert als ich) erscheinen ebenfalls in der ″Durchgangsumkleide″, durch die auch die Toilettenbesucher der Alm marschieren.

Noch nie hat es mich weniger interessiert, wie und was die 2 Sportlerfrauen aus- bzw. anziehen. Für mich war es Genugtuung genug zu wissen, dass die auch ins Schwitzen gekommen sind. Und mein Körper schrie buchstäblich nach Flüssigkeit und Spaghetti. Ich gehe also wieder hoch in die große Almstube. An der Selbstbedienungstheke ist um diese Zeit nichts mehr los. Ich spare mir das Lesen der mit großen Lettern angepriesenen Speisen. ″Gibt's Spaghetti?″ frage ich und die freundliche Servicedame erwiderte: ″Aber natürlich – mit Bolognese oder Tomaten oder Gorgonzolasoße?″ Da ich meinem Magen nur Bekanntes zukommen lassen wollte: ″Bolognese und ein Radler″. ″Die Spaghetti bringe ich an den Tisch″ säuselt sie. Und ich denke: super, vermutlich wäre ich noch vor Erschöpfung gestolpert und hätte die Spagetti dann vom Boden essen müssen.

Ich stärke mich – die Lebensgeister kommen so langsam wieder zurück. Ein älteres Ehepaar kommt noch an den Tisch. ″Wir waren heute Mittag schon mal da – dürfen wir uns setzen?″ Ich nicke, vermeide es jedoch meinen Mund zu öffnen – das hätte ja den Verlust von einigen Nudeln bedeutet... ″Ist hier noch eine Mütze gelegen?″. Ich schaue unter meinen Rucksack, auf den Boden: ″Also ich habe nichts gesehen. Der Mann flucht vor sich hin, zieht seinen Anorak aus – und da fällt ihm was aus dem Ärmel. ″Oh, da ist sie ja″ sagt er zu seiner Frau, ″das ist ja komisch – jetzt ist sie plötzlich wieder da...″ Ich verkniff mir eine treffende Bemerkung...

 

Bald war ich wieder im Tal – ja, abfahren geht bedeutend schneller als aufsteigen...


Wohnwagen schrubben - dann relaxen

Seit Monaten will  ich schon das Dach den Wohnwagens schrubben. Gott sei Dank habe ich so lange damit gewartet, denn heute ist der ideale Tag für diesen Job. Und wenn ich es heute wieder verschiebe, dann schneit es nächste Woche und dann kann ich wieder das Dach nicht auf

Vor einer Minute lag ich noch im Liegestuhl...
Vor einer Minute lag ich noch im Liegestuhl...
Der Einstein im Hintergrund - soll ich da noch hoch?
Der Einstein im Hintergrund - soll ich da noch hoch?

Vordermann bringen. Also fahre ich meine ausziehbare Leiter aus und wage mich auf das Dach - ganz schön hoch... Nachdem ich mit der Schönheits-OP des Daches fertig bin, warten noch die Seitenwände. Dann ist aber Schluss und aus. Ich will ja auch noch etwas die Sonne genießen - und schon bin ich entschlummert...  

Tannheimer Tal - heute mal Biken auf der Sonnenseite

Die Chancen auf einen schönen Tag sind gut. Ich beschließe ins Tannheimer Tal zu fahren. Ich nehmer noch einen Teil der Skiausrüstung mit, die kann ich ja schon mal ins Winterdomizil bringen. Heute ist kein Verkehr - also kein Stress. Auf dem Campingplatz angekommen - bis auf eine Frau ist er menschenleer - lacht die Sonne. Also mach ich eine Sonnentour. Im Tannheimer Tal liegen ja im Winter die Nordhänge des Tales im Schatten, die Südhänge erfreuen sich der wärmenden Sonne. 

 

Auf meiner Fahrt treffe ich nur wenige Wanderer - Einheimische - um diese Zeit ist ja das Tal wie ausgestorben. Die Touristen sind beim Malochen, um die Kohle für den nächsten Winterurlaub zu beschaffen. Auf dem Weg in Richtung Füssener Jöchle blockiert eine Mamutbaumvollerntemaschiene den Weg. Sie holt sich die Baumstämme vom Hang unterhalb, die liegen da kreuz und quer durcheinander, mit ihrem mächtigen Greifarm. Hat der Greifer mal einen Stamm gepackt, dann gibt es kein Entkommen mehr. Innerhalb von wenigen Sekunden ist der Stamm vom Dicken bis zum Dünnen entastet, dann wird der Stamm im Greifer wieder zurück gerollt zum dicken Teil des Stammes.

Punktueller Schneefall?
Punktueller Schneefall?
Auf der Märchenwiese liegt schon Schnee für die Kinder
Auf der Märchenwiese liegt schon Schnee für die Kinder

Der Greifer schwenkt - den kompletten Stamm in der Waagerechten haltend - über die bereits abgelegten Teilstämme und schneidet den aktuellen Stamm in 3 oder 4 Meter Stücke. Wenn das mal die Holzfäller in Kanada sehen würden...

 

Ich warte, bis mich der Mann im Vollernter erblickt... In Zeichensprache deute ich ihm, dass ich an ihm gerne vorbei möchte... Er winkt mich freundlich durch. Mein Bike schiebend muss ich etwas den Hang runter, um an seiner Riesenmaschine vorbei zu kommen. Diese 50 Meter um diese Holzhauerei - ich wollte ja sportlich locker wirken - kosten mich mehr Schweißtropfen als die bisher zurück gelegte Strecke. 

Blick auf den Gimpel
Blick auf den Gimpel

Auf ca. 1.600 m angekommen, wird aus dem Karrenweg ein Wanderweg. Ich hätte ja auch noch ein Stück geschoben, jedoch sah ich vereiste Stellen in den Schattenbereichen... Ich winke ab und in flotter Fahrt geht es auf gleichem Wege wieder runter - nicht ganz - ich nehme den Abzweig zum Adlerhorst. Und dann kommt schon wieder ein Schild "Holzarbeiten". Langsam bremse ich talwärts - und ich bin froh... die Arbeiter scheinen bereits Feierabend gemacht zu haben. Aber am Wegrand liegen noch einige Stämme unaufgeräumt im Hang - schnell weg hier. Auf dem Campingplatz verwöhne ich meinen Körper mit einer 


heißen Dusche. Nun muss ich noch in den MPreis (Supermarkt). Ich habe nix zu futtern - auch kein Bier... und dieser Zustand ist nicht tragbar.

Als ich zurück komme - ich parke oberhalb des Campingplatzes - irrt ein Lieferwagen ganz langsam durch die 3 Häuser und sucht offensichtlich was. Ich steige aus - der Fahrer des Lieferwagens kommt zu mir - er sucht nach der Adresse "Kienzerle 3". Das ist der Campingplatz, die Besitzer sind jedoch momentan in Urlaub... Ob ich ein Paket für sie in Empfang nehmen könnte... Ich bejahe und gehe mit dem Fahrer an die rückseitige Türe des Lieferwagens. Mit der Taschenlampe beäugt er die ca. 5 Pakete, die sich noch im Wagen befinden. Schlussendlich bringt er mir zwei davon. "Es sind 2 Pakete - ist das ok?". Naja, was solls... so habe ich nun 2 Pakete im meinem Vorzelt des Wohnwagens. Da fällt mir ein - bald ist ja Weihnachten... ;-)


Joggen statt Skaten

Tannhiemer Tal, Campingplatz Alpenwelt Kienzerle
Wo ist denn nur der Schnee geblieben?

Vor 2 Tagen habe ich noch im Internet geschaut, ob denn der Schnee im Tannheimer Tal schon liegen geblieben ist. Die dortigen Web Cams vermittelten einen guten Eindruck. Schnee bis ins Tal - zwar nicht allzu viel - aber vielleicht haben sie ja schon ne Loipe an schattigen Vils gespurt... 

Ich packe also alles, was so mit Skilanglauf und überhaupt mit Skifahren zu tun hat in den Kofferraum und fahre gut gelaunt Richtung Österreich. Ein Blick auf den Thermometer zeigt 9 Grad. Normalerweise geht das bis zum Ziel noch 5-7 Grad nach unten. Aber dieses Mal klettert es kontinuierlich nach oben. 

Auf dem Campingplatz angekommen, waren es dann 13 Grad - das habe ich so doch nicht erwartet... Ich schraube im Vorzelt erst mal eine Stellage für die Ski zusammen, damit diese schön aufgeräumt sind. Aber dann musste ich mich bewegen. Im Tal war von Schnee keine Spur mehr - naja, bei den Skiliften hatten Schneekanonen vereinzelte Schneevorräte angelegt, die weißen Tupfer in der sonst braunen Landschaft waren zumindest ein Hinweis auf den bevorstehenden Winter. Also rein in die Joggingklamotten... Ich nehme den ersten Abzweig rauf auf den Panoramaweg. Oh Gott, ich bin ja bislang nur ebene Strecken getrottet - meine Schweißporen öffneten sofort ihre Schleusen. Natürlich war ich auch zu warm angezogen, eben der Jahreszeit entsprechend. Nur die Temperaturen waren 2 Monate im Rückstand...

Irgendwie war einfach nicht mein Tag - total fertig und ohne jeglichen Kampfgeist erreichte ich wieder den Campingplatz. Eine heiße Dusche und eine maxi Portion Nudeln mit Tomatensouce (eigene Tomaten) hauchten meinem Körper wieder die so wichtige Lebensenergie ein... oder wars der Weizen? 

Tannheimer Tal - Regen und kalt

Ich wache auf und riskiere einen Blick auf die Berge. Es hat geschneit, die Berge sind weiß verschneit - allerdings haben es die Schneeflocken nicht noch nicht bis ganz nach unten geschafft. Das Tal ist noch in braun-grünem Kleid. Bei Temperaturen von -2 Grad beschließe ich, mich heute meinem Vorzelt zu widmen. Ich möchte es noch abstützen, damit es nicht unter der Last des Schnees, der ja irgendwann auch das Tal bedecken wir, zusammen bricht. 

Abends hole ich mein Bike aus der Werkstatt in Zöblen. Es ist natürlich noch nicht (ganz) fertig. Der Chef nimmt mich mit in die Werkstatt - schraubt die Kettenblätter fest, die Kurbeln und überprüft nochmals alle Schrauben, an denen er gedreht hat. Er dreht noch schnell ne abschließende Testrunde, während ich schon auf glühenden Kohlen stehe, da ich ja rechtzeitig zur Ausschuss-Sitzung des Sportvereins erscheinen möchte. 

Das hat mir gerade noch gefehlt...

Nachdem ich ja gestern doch einige Probleme mit der Schaltung meines Bikes hatte, stelle ich es auf den Kopf - also auf Lenker und Sattel - und montiere das Hinterrad runter. Vermutlich haben sich die Ritzel gelockert... aber die sitzen fest wie einbetoniert. Das ist also nicht der Fehler. Mein Blick fällt zufällig auf den Schaltzug - und da sehe ich, dass dieser nur noch an einem Drähtchen - alle anderen sind gerissen - am Umwerfer festgemacht ist.

So ein Käse, denke ich - steige aus den Radklamotten, packe das Bike in in den Kofferraum und fahre nach Zöblen - Sportgeschäft Müller. Also rein in den Laden - es war ja nix los - und erst mal erschrocken: Ski, Skischuhe, Winterklamotten - keine Räder mehr im Laden. Ich frage höflich, ob denn noch Räder repariert werden... "Ja ich frag mal..." kam es von der freundlichen Verkäuferin zurück. Sie ging ums Haus - kam freudig zurück... "Er kommt gleich".

 

Und er kam - jung dynamisch und voller Tatendrang - installierte einen neuen Schätzung und alles wäre eigentlich gut gewesen. Aber da ich ja schon gesehen hatte, dass die Zähne meiner Ritzel schon ganz schön mitgenommen aussahen (über 200.000 Hms), fragte ich nach einem neuen Ritzelpaket (hinten). Mir war klar, dass ich auch ne neue Kette brauche...

Diese allerdings hüpft dann über die vorderen Zahnkränze... Also auch noch die Kettenblätter vorne...

Die allerdings hatte er nicht auf Lager - also bestellen. In der Zwischenzeit ist bestimmt ne Stunde verstrichen. Für morgen krieg ich ein Testrad - und ich kann mich zumindest bewegen. Der Mechaniker ist wirklich empfehlenswert. Obwohl das ganze Sommer (sprich: Radgeschäft, inkl. Werkstatt) schon in den Garagen verstaut war, hat er die eingemottete Werkstatt wieder aktiviert und wirklich alles versucht, mir ein funktionsfähiges Rädchen zur Verfügung zu stellen.

Bin gespannt, was er morgen sagt, wenn ich im das Leihrad - die Wege sind ja momentan wirklich nass und schlammig - eingesaut von oben bis unten - wieder zurück bringe...

Kissinger Hütte - gescheitert...

Richtung Grän
Richtung Grän

Bei diesem Wetter bleibt man normalerweise im Bett. Aber was soll's - die Beinchen wollten sich bewegen... Ich pedaliere Richtung Kissinger Hütte. Die Steigung ist moderat, dennoch ist mein Körper so erhitzt, dass sich die Brille beschlägt. Da sich der Wind ein Mittagschläfchen gönnt, bleibt sie auch beschlagen. Irgendwann wird aus dem Karrenweg ein Pfad,, dicke Brocken zwingen mich vom Rad, die Sicht durch die Brille ist weiterhin durch einen Film aus Nebeltröpfchen behindert und ich bemerke beim Schieben des Bikes, dass der Weg im Nass versinkt. Kein Wunder - es hat ja 2 Tage lang geregnet. Meine Schuhe sind stinkesauer und transportieren deshalb die Feuchtigkeit zu den Zehen. Irgendwann reicht's mit - ich drehe um und lasse es wieder ins Tal rollen.

Adlerhorst - geschlossen (rotes Schild)
Adlerhorst - geschlossen (rotes Schild)

Dort angekommen nehme ich noch einen Anlauf auf den Adlerhorst - das sind nicht allzu viele Höhenmeter. Ich nehme die Skipiste Richtung Gräber Jöchle - verdammt steil. Die Klamotten sind wieder nass - nein, es regnet nicht - die Nässe ist Schweiß. Ich verfahre mich - nur ganz kurz - dann erreiche ich den "Adlerhorst". Die Stärkung fällt aus - kein Tourist - kein Service - einfach zu.

Ich lasse mich bis zum Haldensee rollen - diesem am Nordufer entlang bis Tannheim. Normalerweise radle ich hier nicht - zu viele Touristen. Heute jedoch begegnet mir keine Sau - Sauwetter...

Tannheimer Tal, Lohmoosrunde

Noch sind die Temperaturen ok - auch im Tannheimer Tal. Also auf zum Campingplatz und rauf aufs Rad. Natürlich bin ich wieder zu warm angezogen - zumal es ja zunächst bergauf geht. Also die dicken Handschuhe runter... und die Mütze unter dem Helm kommt in die Rückentasche.

Lohmoos, Blick auf Wannenjoch (rs), Bscheisser, Ponten
Lohmoos, Blick auf Wannenjoch (rs), Bscheisser, Ponten
Von Zöblen Richtung Kienzerle, dahinter Gimpel (ls) und Rote Flüh
Von Zöblen Richtung Kienzerle, dahinter Gimpel (ls) und Rote Flüh

Ich fahre noch Richtung Einstein, will wissen, wie weit man da mit dem Bike hochkommt. Aber bereits nach 500 Metern wird der Weg so steil - und ich will heute nicht schieben - dass ich umdrehe und eine mir bekannte Abfahrt nehme. Langsam rolle ich talwärts - kein Mensch ist unterwegs - die Wanderer haben sich auf ein Minimum reduziert - das heißt, kein Mensch ist unterwegs. Unten angekommen quere ich auf die andere Talseite, will auf einem Panoramaweg Richtung Tannheim pedalieren. Und siehe da - ich habe mich mal wieder vertan - der Weg wird zu Wegle, das Wegle zum Trampelpfad und ich bin gezwungen abzusteigen. Da ich ja heute - wie oben schon gesagt - nicht schieben will, drehe ich einfach um und lass mich runter rollen. Irgendwie nehme ich heute immer den falschen Abzweig. Also geht's zurück auf den Campingplatz - und dann unter die Dusche.


Breitenberg Pfronten

Der Breitenberg in Pfronten ist ja recht bekannt, es führt von Pfronten aus ne Seilbahn nach oben und von dort bringt ein Sessellift  die Touristen bis knapp unterhalb des Gipfels. Da auch vom Tannheimer Tal ein fahrbarer Schotterweg auf den Breitenberg führt, wollte ich diesen heute unter meinen Reifen sehen. Fährt man von Grän nach Pfronten, dann geht es kurz von der österreichisch / deutschen Grenze rechts ab - und auch sofort nach oben. Die erste Steigung lässt den Gedanken ans Umkehren aufkommen - jedoch ich verdränge ihn erfolgreich. Dann wird es auch schon eine Idee flacher. Ich hatte den ersten Kilometer noch nicht hinter mir - da höre ich von hinten das Knirschen des Schotters - näherkommend... Und dann ist er da mit seinem Rädchen - ein Typ mit langer Mähne, früher hätte man ihn wohl als Hippie bezeichnet. "Bestes Radlwetter heute" schickte er freundlich an meine Ohren. "Es kann nicht besser sein - schönen Tag noch" war meine Antwort und dann war er auch schon ein paar Meter vor mir. Oben angekommen wurde ich durch einen gigantischen Ausblick belohnt. Ich kramte meinen Foto-Apparat aus dem Rucksack - der sich 

Breitenberg, Blick Richtung Weissensee, Forggensee
Breitenberg, Blick Richtung Weissensee, Forggensee

jedoch gleich wieder mit der Meldung "Batterie leer" verabschiedete und seine Dienst fortan versagte. Gut dass es Handies gibt - also konnte ich doch noch den Ausblick einfangen. Zurück ging es über Pfronten, das Vilstal entlang zurück nach Tannheim / Kienzerle. 


Da kommt man auf die Strindenalpe - und wen trifft man...

Schon beim Frühstück lacht die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Es ist zwar noch saukalt - 5 Grad - aber die sind zum Glück über Null. Da wir wissen, dass die Nellingen Frauenturnfrauen heute zu ihrem 2-tägigen Ausflug aufbrechen - und da wir wissen, dass sie über die Strindenalpe zur Landsberger Hütte wandern werden - und da wir wissen, dass sie ja irgendwann eine Pause einlegen werden, wollen wir mal schauen, ob wir sie irgendwo antreffen können.

Wir wollen es heute gemütlich machen und ersparen uns den schweißtreibenden Aufstieg in die Höhe. Wir nehmen den Rentnertarif der Gondelbahn zum Neunerköpfle. Dort angekommen schlagen wir den Weg zum Vogelhörnle ein, dann runter - rauf - runter zur Strindenalpe. Wir gehen durch das Innere der Alp zur Sonnenterrasse... sie ist gut besucht... und aus der hinteren Ecke leuchten uns jede Menge (2 Tische voll) sommergrasneongrüne T-Shirts mit Inhalt entgegen - die Nellingen Turnfrauen (der harte Kern).

Ach was tut die Sonne gut...
Ach was tut die Sonne gut...

Manch grünes T-Shirt ist ohne Inhalt und hängt einfach so rum...
Manch grünes T-Shirt ist ohne Inhalt und hängt einfach so rum...
Kurz vor dem Aufbruch...
Kurz vor dem Aufbruch...

Ob einige Frauen ihr grünes T-Shirts ausgezogen haben, um nicht gleich als Gruppenmitglied erkannt zu werden oder ob es nur der Sonne zum Trocknen angeboten wurde, konnte in der Kürze der Zeit nicht geklärt werden. 

 

Also mal ganz ehrlich - sind die Mädels nicht alle super - mir wäre ja fast die Kamera aus der Hand gefallen...
Also mal ganz ehrlich - sind die Mädels nicht alle super - mir wäre ja fast die Kamera aus der Hand gefallen...
Kommt Mädels, nehmt noch einmal...
Kommt Mädels, nehmt noch einmal...
...Aufstellung und Haltung für ein...
...Aufstellung und Haltung für ein...
...hübsches Gruppenfoto - Danke.
...hübsches Gruppenfoto - Danke.


Wanderung zur Vilstalalpe

Vilsalpe am Vilsalpsee
Vilsalpe am Vilsalpsee

Meine Tochter Sandra erzählte mir, dass sie schon auf der Vilstalalpe war. Da wäre ein schön großer Biergarten. Und da heute meine liebe Anne im Tannheimer Tal zu Besuch ist, beschlossen wir genau auf diese zu gehen. Es war zwar schon spät, als wir endlich starteten - wir kamen aber noch rechtzeitig, um noch einen leckeren Kuchen zu ergattern, Kaffee inklusive.

Die Vilstalalpe ist ohne große Anstrengung zu erreichen. Vom Vilsalpsee (Parkplatz) geht es auf einem breiten Wanderweg eben zu Alpe.

Manchmal fahren auch Kühe mit dem Bähnle :-)
Manchmal fahren auch Kühe mit dem Bähnle :-)

Den Rückweg nach Tannheim kann man entweder mit dem Postbus, zu Fuß oder mit dem Bähnle antreten. Von 10:00 - 17:00 Uhr dürfen keine Autos zum Vilsalpsee fahren, da gehört die Straße den Wanderern und Kühen. Etwa eine knappe Stunde benötigt man für den Weg.

 

Wanderung Strindenalpe, Usseralpe

Endlich mal wieder Sonne pur. Es ist zwar noch kalt - der Herbst löst gerade den Sommer ab - und ich entscheide mich, das Bike mal stehen zu lassen und die Wanderschuhe zu schnüren. Mit dem Auto fahre ich zum Haldensee. Von hier aus geht es gleich knackig in die Höhe Richtung Strindenalpe. Die Luft ist frisch und es riecht nach taufrischen Bergwiesen. An der Strindenalpe angekommen lese ich ein Schild "Geschlossen wegen Almabtrieb". Der Almabtrieb war zwar gestern aber die meisten Almen sind auch heute noch geschlossen - das habe ich im Touristenblättle gelesen. Also gehe ich weiter in Richtung Neunerköpfle...

Da ja auf dieser Seite eine Seilbahn nach oben führt, wird der Verkehr dichter... Also entschließe ich mich, auf der Usseralpe einen Drink mit Suppe zu nehmen. Dort angekommen, suche ich mir einen Platz auf der halbvollen Terrasse - wobei... es steht kein einziges Getränk bei den Gästen - auch keine Suppe. Ich kombiniere... auch geschlossen. Also trabte ich wieder von dannen - eine Stunde verging und ich war wieder in Tannheim. Nach einer Pizza und einem Radler machte ich mich auf zum Haldensee, wo mein Auto auf mich wartete. 


Da habe ich mich vertan...

Wieder kein blaues Fleckchen am Himmel, nur tiefhängende Wolken - alles grau in grau. Da aber der Wetterbericht etwas Sonne meldete, starte ich auf ne kleine Tour vor dem Spektakel des Almabtriebs in Tannheim. Das will ich auf keinen Fall verpassen... Also lasse ich mich den alten Gaichtpass runter rollen, überquere den Lech und fahre Richtung Rotlechstausee. In der Zwischenzeit blinzelte auch mal die Sonne zwischen den Wolken hervor - also nehme ich die Schotterpiste zur Alpe Raaz. Die Luft war gut und die von den Bergen kommenden Gebirgsbäche rauschten in der Stille - ein herrlicher Tag...

Es dauerte... die Alpe Raaz liegt auf 1740 m und die wollen getreten sein. Oben angekommen stand mein Magen an der Unterlippe und verlangte nach Leberkäse, Spiegelei und Bratkartoffeln. Die Abfahrt von der Alpe war dann steiler als die Auffahrt und da dachte ich mir, dass ich mir auf dem Nachhauseweg die knackige Auffahrt über den Gaichtpass spare. Dafür wollte ich den kleinen Umweg über Reutte / Pfronten nehmen.

Wie sich herausstellte, war das ein großer Irrtum. Der kleine Umweg wollte gar nicht mehr enden - bestimmt waren es ca. 30 km mehr. Und der Leberkäse gab in der Zwischenzeit auch keinen Druck mehr auf die Pedale. 

Rauschende Gebirgsbäche (das Rauschen hört man hier leider nicht...)
Rauschende Gebirgsbäche (das Rauschen hört man hier leider nicht...)
Alpe Raaz, normalerweise ein beliebtes Radlerziel... jedoch nicht heute...
Alpe Raaz, normalerweise ein beliebtes Radlerziel... jedoch nicht heute...

Ziemlich entkräftet kam ich an meinem Wohnwagen an. Eigentlich wollte ich ja um 13:00 Uhr im Bierzelt in Tannheim sitzen und dem Treiben des Almabtriebs beiwohnen. Statt dessen komme ich um 19:00 Uhr aus der Dusche... mit Hunger... und Durst. Nächstes Jahr gehe ich gleich zum Almabtrieb...


Endlich kein Regen mehr

Heute im Tannheimer Tal erwacht - ich stelle meine Lauscher - und was höre ich... Nichts... Die letzten 3 Tage und Nächte war es meist so, dass permanent Regentropfen auf das Dach des Wohnwagens klopften. Heute morgen mal kein Regen - ich bin begeistert. Also ab unter die Dusche, die Frühstücksbrötchen geschmiert und eingeworfen, inklusive Kaffee. Dann die rostige Kette noch ölen - die Temperatur gecheckt und die Herbstklamotten hervorgekramt. Heute wird es bestimmt nix mit 30 Grad...

 

Da meine Beinchen ausgeruht waren, sollte der "Zugspitzblick" mein erstes Ziel sein. Auf dem Weg nach oben überholte ich 2 Wanderer, die einen wahrhaft flotten Schritt drauf hatten. Naja, sie waren auch noch jung - und verliebt...

Dann sah ich, wie sich vom Tal her ein LKW die Serpentinen hochquälte. Als er in meine Nähe kam, quetschte ich mich mit meinem Bike an den Hang - die Straßenbreite wurde durch den LKW komplett ausgefüllt - der Fahrer bedankte sich, denn er konnte weiterhin mit seinem Fuß das Gaspedal bis zum Bodenblech durchdrücken...

 

Oben angekommen ging's dann in weitem Bogen auf einer vom Regen durchtränkten Schotterpiste wieder schön kurvig nach Schattwald. Die Hauptstraße überqueren und den Schmugglersteig hoch. Die letzten Meter (Schiebestrecke) zum Jochstadel wollte ich mir sparen, deshalb nahm ich den Abzweig zur Struibensennalpe.

 

Wieder im Tal angekommen, sah ich noch das Schildchen "Älpele". Das klingt ja schon fast schwäbisch - also rauf zum "Älpele". Oben angekommen, die vielen Biertische draußen waren aufgrund der winterlichen Bedingungen bis auf den letzten Platz unbelegt - drinnen gab es heiße Erbsensuppe und Cola. An 3 Tischen saßen je 2 Wanderer - wobei mir da ein Pärchen in Erinnerung blieb... Beide hatten je ein Fläschchen Bier vor sich - bestellten sich in der kurzen Zeit noch´weitere 2 Bierchen (pro Person). Als ich dann meinen Teller zurück brachte, bestellten sie noch 2 Enzian... und das, obwohl es keine Seilbahn nach unten gab...

 

Als ich dann wieder an die frische Luft kam - da erschrak ich doch leicht... dick fetter Nebel hatte sich über die Alm gelegt - und der hielt sich auch dann fast bis ins Tal.

Blick auf Tannheim, Tannheimer Tal
Blick auf Tannheim (mit ohne Sonne)
Blick auf den Höfer See
Blick auf den Höfer See
Hängengeblieben...
Hängengeblieben...
Älpele (mit ohne Sonne), Rad ohne Nebelscheinwerfer...
Älpele (mit ohne Sonne), Rad ohne Nebelscheinwerfer...


Skitag Wannenjoch und Rohnenlifte

Wannenjoch, Blick vom Jochstadl
Wannenjoch, Blick vom Jochstadl

Ein herrlicher Skitag - Temperaturen immer im Plusbereich - und der Blick in die Berge ein Traum. Unten im Tal ist die Kraft der Sonne zu sehen - Die weißen Flächen schwinden und unter den braunen Matten wartet bereits das saftige Grün.

Der weiche Schnee erfordert viel Standvermögen, was sich schlussendlich in den Oberschenkeln bemerkbar macht. Keine Wartezeiten - unten im Tal angekommen ging es mit dem nächsten Sessel wieder nach oben. Fun pur.


Schnee ohne Ende...

Tannheim, Gimplel, Rote Flüh
Blick Richtung Gimpel und Rote Flüh

Nachdem nun 2 Tage lang durchgehend große und kleine Schneeflocken vom Himmel geflogen sind, zeigt sich heute die Sonne von ihrer besten Seite. Nach einer sternklaren Nacht bei -23 Grad, bewegt sich das Thermometer nicht unter -17 Grad tagsüber. Zum Skaten ist der Schnee zu stumpf - die Ski gleiten nicht über das weiße Pulver, vielmehr bremsen die noch frischen scharfkantigen Zacken der gefallenen Schneekristalle. Also ist viel "Schieben" angesagt, was sich bei mir nach fast 2 Stunden mit einem mordsmäßigen Hunger (den Durst will ich hier erst gar nicht beschreiben) bemerkbar macht. Leider machte sich im Anschluss eine satte Erkältung in meinem Körper breit, so dass ich zum Teil 2 des Trainingslehrgangs nicht antreten und die abschließende Prüfung zum Nordic Skilehrer in die Tonne klopfen konnte. Naja, es klappt eben nicht immer...


Trainingslehrgang Nordic Level 1 (Tag 2)

Ort: Übungsgelände für Langlauf, Oberjoch

Der 2. Tag begann wie der erste aufhörte: Es schneite und schneite... aber so wollten wir das ja haben. Kurz nach 9 Uhr hatten wir bereits wieder die Langlauflatten - heute die für Nordic Cruising - an Schuhen. Wie auch schon gestern machten wir einige Spiele (Handball, Fußball - jeweils nur mit einem Ski) und Gleichgewichtsübungen. Vor dem Mittagessen stapften wir noch eine schöne Runde durch den Tiefschnee - teilweise standen wir kniehoch im Neuschnee - eine schweißtreibende Angelegenheit. 

 

Nach dem Mittagessen durften wieder die Skatingski an die Füße und wir mussten dann einzeln - unter dem Auge einer Videokamera - einen kleinen Berg hinauf skaten. Das Hauptaugenmerk wurde nicht auf Schnelligkeit sondern auf die Technik gelegt. Das lief ganz gut, und bei der Videoanalyse konnte mein Lehrer keine grösseren Fehler feststellen. Ich könnte den rechten Stock noch weiter nach vorne setzen... was aber wiederum mit erhöhtem Kraftaufwand in der Schubphase verbunden ist - und meine Kraft hatte ich eigentlich schon vormittags verpulvert. 

 

Zu guter Letzt durften wir noch eine kleine "Lehrprobe" abhalten. Das heißt, jeder durfte einmal für ca. 10 Minuten Skilehrer spielen. Das war auf der einen Seite sehr lustig - auf der anderen sehr lehrreich. Beispielsweise sollte man keine Übungen mit der Gruppe durchführen, die man vorher nicht hinreichend selbst geprobt hat - schnell wird man da zur Lachnummer im Schnee... 


Trainingslehrgang Nordic Level 1 (Tag 1)

Ort: Campingplatz Alpenwelt im Tannheimer Tal.

Gestern stürmte und schneite es den ganzen Tag aus allen Rohren (Freitag). Eigentlich wollte ich noch ne gepflegte Runde skaten - das Wetter war jedoch so ekelhaft, dass ich freiwillig darauf verzichtete. Ich war ja sowieso stundenlang damit beschäftigt, die Schneeberge von meinem Wohnwagen, Vorzelt und meiner Parzelle zu schaufeln. Also war ich abends genau so fertig wie nach einer 25-km Skatingrunde. Aber es sollte noch schlimmer kommen...

Die Nacht von Freitag auf Samstag verflog in gefühlten 3 Stunden. Um 06:40 Uhr holte mich mein Wecker aus dem Tiefschlaf. Ich stellte mich senkrecht, warf meinen Körper in den Trainingsanzug, Anorak drüber, Waschsachen untern Arm und raus aus dem Wohnwagen. Ein Blick auf mein Auto - und ich erstarrte: Gute 40 cm Neuschnee. Also erst mal die Schneeschaufel gegriffen und meinen Parkplatz frei geschippt - inklusive Auto. Aus Zeitmangel musste dann mein Frühstück entfallen - schlussendlich musste ich um 09:00 Uhr in Oberjoch zum Lehrgang antreten. Geräumt war zu diesem Zeitpunkt auf dem Campingplatz nur der Hauptweg - mein Auto ruhte jedoch in einem Nebenweg beim Wohnwagen. Der Campingplatz ist terrassenartig angelegt - das ist sehr schön - nur nicht im Winter, wenn man dann bei Schnee gleich steil nach oben fahren muss. Eine erfolgreiche Ausfahrt war also zum Scheitern verurteilt - ich steckte mit meinem Auto im Schnee fest...

 

Nach einigen missglückten Befreiungsversuchen schaffte ich eine 180° Wende - legte den Rückwärtsgang ein und hangelte mich so die Terassen nach oben und erreichte - schweißgebadet - die Hauptstraße. In Oberjoch war ich dann rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt - als einer der ersten. Gegen 09:30 Uhr waren wir dann fast komplett und wir konnten mit dem Trainingslehrgang beginnen. Nach einer kleinem Einführung im Schulungsraum, bei der sich die Teilnehmer auch kurz vorstellten, erkannte ich gleich, dass ich a) der Älteste und b) der einzige, der nicht Alpinskilehrer ist...

Und dann ging es auch schon raus an die frische Luft - 300 m zu Fuß - dann ab in die Loipe. Bei permanentem Schneefall absolvierten wir die Übungen, die unsere 2 Skilehrer für uns ausgedacht hatten. 

 

Den ganzen Tag über wurden wir begleitet von mehr oder minder heftigem Schneefall - Gott sei Dank jedoch nur wenig Wind.


Endlich Schnee im Tannheimer Tal

Nun sind sie endlich da - die heiß ersehnten Schneefälle. Gerade richtig, denn morgen beginnt der Trainingslehrgang zum Skilehrer Nordic Level 1. In den nächsten 2 Tagen werde ich mich eingehend mit dem Thema Langlauf beschäftigen. Ich hoffe mal auf schönes Wetter, da ich denke, dass wir meist an der frischen Luft sein werden, um uns mit den Trainingsplänen und der Methodik auseinander zu setzen.