Russland und Baltikum - Tag 14 - Von Cesis (LVA) nach Sigulda (LVA)

Die Vorhänge aufgerissen - und schon treffen mich die Sonnenstrahlen mit voller Macht. Frühstücken, packen und rauf aufs Rad - Halt - erst noch das Umfeld festhalten. Ein kleines schnuckelige Lokal gegenüber.

Cesis City
Cesis City

Das "Rauf aufs Rad" verzögerte sich leider einige Minuten. Ich prüfte die Luft an meinem Hinterrad. Der weiche Druck glich dem, wie wenn  einen Mohrenkopf mit Zeige-Mittelfinger gegen den Daumen presst...


Der Druck im Innersten meines Reifens war nicht mehr akzeptabel. Und da ich schon gestern so einen schleichenden Plattfuß vermutete, musste was unternommen werden. Ich hatte (Gott sei Dank) noch eine Patrone "Pannenschutz" im Gepäck, die ich sofort zum Einsatz - der fast als profihaft bezeichnet werden konnte - gebracht habe.  Ich will mal hoffen, dass das Problem für die nächsten 10 Tage nicht mehr existiert.

Naturpark Gauja war angesagt. Es war nicht weit - auf der Teerstraße, dann kam die Schotterpiste. Teilweise ganz gut befahrbar... dann kamen diese Querrillen. Ich kann euch sagen - nach fast 30 km bin mir vorgekommen, als hätte ich einen


ganzen Tag lang eine Rüttelmaschiene (holper, holper) in meinen Händen gehalten. Der Kenner erkennt im Bild oben rechts (Doppelklick) die Wellen in der Oberfläche.

Bei der heutigen Tour habe ich auch Beschilderung der Gefäll- und Steigungen voll begriffen. Lettland hat im Jahre 2010 alle russischen Restbestände von 9 % und 12 % Schildern aufgekauft. Und die Straßenmeisterei lost vor jeder Steigung / Gefälle aus, welches Schild in den Boden gerammt werden soll. Es gibt nur diese beiden Prozentsätze. Oder - eine andere Theorie besagt, dass erst die Schilder aufgestellt werden, und dann versucht wird, die Straße entsprechend der Schilder zu bauen, also mit 9 % oder 12 % Steigung. Sorry, bitte "Straße" durch "Schotterpiste" ersetzen.

 

In Ligatne waren früher mal die Papiermache aktiv, heute ist es ein beliebtes Ausflugsziel für echte Wanderer, Auto-Wanderer (das sind die, die mit dem Auto wandern, da das Wandern mit den Beinchen zu anstrengend ist), Biker und andere Zeitgenossen, die versuchen, in einer wirklich herrlichen Umgebung zu relaxen.

Wir haben die Mittagszeit genossen - nicht nur wegen der leckeren Salate - nein, es gab ständig was zu sehen.

Da wir morgen mit dem Zug nach Riga fahren werden - alle haben uns abgeraten, mit dem Rad auf der vielbefahrenen Straße Richtung Innenstadt zu fahren - sind wir auch gleich zum Bahnhof marschiert und haben ein Ticket - natürlich auch für unsere Räder gekauft. Die Preise sind unglaublich - nicht einmal 5 Euro für 2 Personen + 2 Fahrräder für ca. 60 km. Bei uns  in Deutschland kostet schon ein Ticket für ein Rad schon 5 Euro...

In Riga ist dann ein Ruhetag für die Räder geplant, die wollen ja auch mal ausspannen - während wir die Stadt erkunden.